Das Schweizer Ingenieurbüro Furrer+Frey hat in Glasgow sein KI-Tool Lineform.AI vorgestellt, das darauf abzielt, die Effizienz von Bahnelektrifizierungen zu steigern und die Kosten zu senken. Lineform.AI nutzt Satellitenbilder von Airbus, technische Datenbanken und Wetterdaten, um Konzeptentwürfe für Oberleitungssysteme zu generieren. Es liefert Kostenschätzungen, CO₂-Bilanzanalysen und Layout-Optionen, um Ingenieure bei der Optimierung ihrer Lösungen zu unterstützen.

Lineform.AI kommt bereits in realen Projekten zum Einsatz. Nach der Analyse des Perth-Aberdeen-Korridors für Network Rail passte das Unternehmen sein nationales Designverfahren an, um Kosten zu senken. Das Tool unterstützte auch die frühe Planung für die schottischen Strecken Barrhead–Kilmarnock und Tron bei ScotRail, deren Inbetriebnahme für 2029 geplant ist. Außerdem hilft Lineform.AI bei der Erweiterung des DART+-Netzes von Iarnród Éireann rund um Dublin. Weitere Analysen für Strecken in Großbritannien und Kontinentaleuropa sind im Gange.
Der Prototyp wurde dieser Woche an der University of Strathclyde Industrievertretern präsentiert. Projektunterstützer betonen, dass Lineform.AI Teams dabei helfen soll, Kosten und Komplexität bereits in frühen Phasen von Elektrifizierungsprojekten zu kontrollieren. Die Finanzierung stammt aus öffentlichen Quellen wie der UK Space Agency, Airbus Defence and Space und Network Rail und erhielt zusätzliche Unterstützung durch den „First of a Kind“-Wettbewerb 2025.
Experten weisen darauf hin, dass Fernanalysen keine Vor-Ort-Untersuchungen ersetzen können und KI-generierte Optionen weiterhin ingenieurtechnischer Validierung und planerischer Genehmigung bedürfen. Sowohl Network Rail als auch Furrer+Frey betonen, dass Lineform.AI den ingenieurgeführten Designprozess ergänzen, nicht ersetzen soll. Dolphin erklärt: „Die schottischen Fallstudien zeigen, dass KI-gestütztes Design Transparenz, Geschwindigkeit erhöht und Kosten senkt, was bedeutet, dass Fahrgäste schneller profitieren. Wir nutzen KI, um Ingenieure mit besseren Daten zu versorgen, nicht um sie zu ersetzen.“ Richard Stainton, Elektrifizierungsexperte bei Network Rail, ergänzt: „Diese Tools helfen uns, Kosteneinsparungen in Elektrifizierungsprojekten zu realisieren. Niedrigere Elektrifizierungskosten machen Projekte machbarer.“









