Lufthansa und andere fordern Verzögerung der EU-Ziele für nachhaltige Elektroflugkraftstoffe (e-SAF), europäische Politik für saubere Flugkraftstoffe steht vor Herausforderungen
2026-03-19 16:17
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In der europäischen Luftfahrtindustrie ist in letzter Zeit eine Kontroverse über die Politik für saubere Energien aufgekommen. Lufthansa kritisierte letzte Woche öffentlich die EU-Ziele zur Ersetzung von Kerosin durch nachhaltige Flugkraftstoffe (SAF) und forderte eine Verschiebung der Quote von 1,2 % für nachhaltige Elektroflugkraftstoffe (e-SAF) bis 2030. Die Vollversammlung der Airlines for Europe (A4E) steht bevor, und die CEOs der großen Fluggesellschaften werden voraussichtlich gemeinsam ähnliche Forderungen stellen. Sie argumentieren mit Finanzierungsschwierigkeiten für Projekte und dass Ziele erst gesetzt werden sollten, wenn der e-SAF-Markt ausgereift ist.

Simulationsanalysen der Organisation Transport & Environment (T&E) zeigen, dass eine Verschiebung der e-SAF-Ziele negative Kettenreaktionen auslösen könnte. Würde die Nachfrage auf biologische SAF verlagert, müssten bis 2050 zusätzlich 14,5 Millionen Tonnen Biokraftstoffe bereitgestellt werden, was die Abhängigkeit von importierten Altfetten erhöhen würde – Rohstoffe mit schlechter Umweltbilanz und anfällig für Betrug. Noch schlimmer: Wenn die Lücke mit fossilem Kerosin gefüllt würde, würde die EU zwischen 2030 und 2034 jährlich etwa 1,7 Millionen Tonnen CO₂-Reduktionen verlieren. Bis 2050 würden zusätzlich 55 Millionen Tonnen fossiler Brennstoff verbraucht, wodurch der Klimanutzen von e-SAF halbiert würde. Dies schwächt die europäische Energiesouveränität, und die 40 derzeit in Entwicklung befindlichen e-SAF-Projekte riskieren Verlagerung oder Schließung.

Doch die bestehende Politik zeigt bereits positive Wirkung. Die britische SAF-Richtlinie wurde übererfüllt, der SAF-Anteil lag 2025 bei 2,4 % und damit über dem Ziel von 2 %. Ein ähnlicher Trend ist in der EU deutlich sichtbar: Die Air France-KLM Group verwendete 2025 2,9 % SAF, die International Airlines Group (IAG) erreichte 3,3 %. Die Europäische Agentur für Flugsicherheit erwartet, dass europäische Anlagen bis 2030 eine SAF-Kapazität von etwa 3,5 Millionen Tonnen haben werden. e-SAF-Projekte werden hauptsächlich von Start-ups vorangetrieben, derzeit sind 40 große Projekte in Entwicklung, deren Kapazität bis 2032 das Dreifache der gesetzlichen Anforderungen erreichen könnte.

Obwohl große Ölkonzerne gesetzlich zur Lieferung von SAF verpflichtet sind, haben sie keine nennenswerten Investitionen in e-SAF getätigt. Stattdessen kontrollieren sie kritische Infrastruktur und schaffen Engpässe im Wettbewerb. Die Forderungen von Lufthansa und anderen Fluggesellschaften sowie der Ölkonzerne könnten die Marktunsicherheit erhöhen, die europäische Abhängigkeit von importiertem Öl vertiefen und das Investorenvertrauen beeinträchtigen. China erhöht seine Investitionen in wasserstoffbasiertes SAF. Europäische Politiker stehen vor der Wahl, an den ReFuelEU-Zielen festzuhalten oder die Industriestrategie voranzutreiben.

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