Bezirksregierung in Tadschikistan und China Electronics Technology Group planen gemeinsamen Bau eines Photovoltaikkraftwerks
2026-04-02 09:27
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de.wedoany.com-Bericht: Am 28. März 2026 führten die Bezirksregierung des Bezirks Chatlon im Süden Tadschikistans und die China Electronics Technology Group Corporation (CETC) offizielle Arbeitsgespräche. Beide Seiten führten eingehende Konsultationen über die Zusammenarbeit beim Bau eines Photovoltaikkraftwerks mit einer Gesamtkapazität von 500 MW. Die Fortschritte dieses Projekts markieren einen weiteren substanziellen Schritt Tadschikistans auf dem Weg zur Diversifizierung seiner Energieerzeugungsstruktur.

Laut der offiziellen Nachrichtenagentur Tadschikistans lag der Schwerpunkt der Gespräche auf dem Umsetzungsrahmen dieses großen Energieprojekts und den damit verbundenen Kooperationsangelegenheiten. Nach seiner Fertigstellung wird das Projekt den lokalen Stromversorgungsdruck effektiv lindern und zur Verwirklichung der nationalen Ziele für erneuerbare Energien beitragen.

Der Vorsitzende des Bezirks Chatlon, Davlatali Said, nahm an der Sitzung teil und wies darauf hin, dass die Sicherstellung einer stabilen Stromversorgung für die Bevölkerung eine der derzeit wichtigen Aufgaben des Bezirks sei. Mit dem Bevölkerungswachstum und dem steigenden Strombedarf sei die Umsetzung neuer Modernisierungsprojekte im Energiesektor unumgänglich. Der chinesische Vertreter erklärte seine Bereitschaft, die Zusammenarbeit auszuweiten und Investitionen sowie moderne Energietechnologien einzubringen. Seine Erfahrung mit großen Energieprojekten werde zur reibungslosen Umsetzung dieses Vorhabens beitragen. Beide Seiten tauschten sich auch zu Fragen wie den Projektumsetzungsphasen, der Einführung von Experten, der Ausbildung lokaler Fachkräfte und der Schaffung neuer Arbeitsplätze aus.

Tatsächlich ist dies nicht der einzige jüngste Versuch Tadschikistans im Photovoltaikbereich. Seit langem ist die Stromversorgung dieses zentralasiatischen Berglandes stark von der Wasserkraft abhängig, die etwa 98 % des nationalen Strommixes ausmacht. Diese einseitige Energieerzeugungsstruktur kann in den wasserreichen Sommermonaten die Versorgung noch gewährleisten, doch in den wasserarmen Wintermonaten, wenn die Flusspegel stark sinken, wird Stromknappheit zur Normalität. Einige Regionen müssen sogar Stromrationierungsmaßnahmen ergreifen und sind auf Stromimporte angewiesen, um die Lücke zu schließen. Genau deshalb wird die Erschließung erneuerbarer Energien wie Sonne und Wind nicht nur als wirksames Mittel gegen saisonale Stromknappheit, sondern auch als nationale Strategie Tadschikistans zur Gewährleistung der Energiesicherheit und zur Umsetzung der grünen Transformation betrachtet.

Auf politischer Ebene hat Tadschikistan in den letzten Jahren deutlich beschleunigte Schritte im Bereich der neuen Energien unternommen. Im November 2025 genehmigte die Regierung den „Entwicklungsplan für den Energiesektor 2026-2030“, der das ehrgeizige Ziel formuliert, bis 2030 mindestens 1,5 GW neue Photovoltaikkapazität hinzuzufügen. Auf einer etwas früheren internationalen Konferenz gab der Minister für Energie und Wasserressourcen des Landes, Daler Juma, weiter bekannt, dass Tadschikistan plane, bis 2030 eine Gesamtkapazität von 3 GW für Solar- und Windenergie zu erreichen. Um dieses Ziel zu erreichen, hat die Regierung eine Reihe von Anreizmaßnahmen ergriffen – im Dezember 2025 verabschiedete das tadschikische Parlament Änderungen des Steuergesetzes, die festlegen, dass die Einfuhr und der Verkauf von Solarzellen-Modulen und dazugehöriger Ausrüstung (einschließlich Wechselrichter und Speichersysteme) bis 2031 von der Mehrwertsteuer befreit sind. Dies schafft zweifellos ein günstiges politisches Umfeld für die Umsetzung von Projekten im Bereich der erneuerbaren Energien.

Bei der konkreten Projektumsetzung beschleunigt Tadschikistan den Bau von Photovoltaikkraftwerken auf mehreren parallelen Wegen. Im Januar 2026 unterzeichnete das Land mit dem Investor Ayon Energy LLC ein Investitionsabkommen in Höhe von 250 Millionen US-Dollar für den Bau von zwei 250-MW-Photovoltaikkraftwerken in der Region Ascht im Bezirk Sughd und in der Region Danghara im Bezirk Chatlon, mit einer kombinierten Kapazität von 500 MW. Es ist bemerkenswert, dass Präsident Rahmon persönlich die Anweisung erteilt hat, dass diese beiden Kraftwerke bis August 2026 fertiggestellt und ans Netz angeschlossen sein müssen. Diese zeitliche Vorgabe zeigt das Dringlichkeitsgefühl der tadschikischen Führung bezüglich der Energiewende – bevor der nächste Winter kommt, werden diese neuen sauberen Stromkapazitäten dem nationalen Netz wertvolle Unterstützung bieten.

Neben der Beteiligung einheimischer Unternehmen zieht Tadschikistan aktiv internationales Kapital und Technologie an. Fast zeitgleich mit der Unterzeichnung des Abkommens mit Ayon Energy führten tadschikische Energiebeamte während der Abu Dhabi Sustainability Week Gespräche mit dem emiratischen Giganten für erneuerbare Energien, Masdar, über den Bau eines 400-MW-Solarkraftwerks.

Darüber hinaus wird die Zusammenarbeit zwischen chinesischen Unternehmen und Tadschikistan im Bereich der neuen Energien immer enger: Im Oktober 2025 unterzeichnete das chinesische Unternehmen EGing PV Tech. Co., Ltd. eine Kooperationsvereinbarung mit dem Bezirk Chatlon für ein 500-MW-Photovoltaikprojekt; auch die China Wuhan Building Materials Industry Co. Ltd. hat eine ähnlich große Kooperationsabsicht im Bezirk Sughd erreicht. Die jüngsten Gespräche zwischen dem Bezirk Chatlon und der China Electronics Technology Group Corporation (CETC) bestätigen weiterhin die aktive Rolle chinesischer Unternehmen auf dem tadschikischen Markt für neue Energien. Früheren Berichten zufolge plant außerdem die chinesische Dayu New Energy Co., Ltd. die Entwicklung eines 500-MW-Hybridkraftwerks in der Region Jayhun im Bezirk Chatlon, das Photovoltaik- und Windenergieprojekte umfassen soll.

Während es große Freiflächenkraftwerke entwickelt, erkundet Tadschikistan auch das Anwendungspotenzial von dezentraler Photovoltaik. Auf der Dritten Internationalen Konferenz für Erneuerbare Energien im Juni 2025 erklärte das Land ausdrücklich, dass es die Verbreitung von Dach-Solaranlagen in Wohngebäuden vorantreiben wolle. Bei der Prüfung des Energieentwicklungsplans 2026-2030 betonte Präsident Rahmon besonders, dass die Machbarkeit der Einspeisung von Dach-Solarstrom ins nationale Netz bewertet werden müsse, und wies die zuständigen Behörden an, die Anwendung von Energiespartechnologien bei Haushalten voranzutreiben. Die erfolgreiche Umsetzung dieser Maßnahme würde die Energieeffizienz effektiv steigern und gleichzeitig die Widerstandsfähigkeit des Stromsystems erhöhen.

Aus regionaler Kooperationsperspektive ist die Entwicklung der neuen Energien in Tadschikistan eng mit dem Wandel der gesamten zentralasiatischen Energielandschaft verbunden. Im Januar 2026 genehmigte die Weltbank das „Regional Electricity Market Interconnection and Trade Program“ (REMIT), das darauf abzielt, den ersten regionalen Strommarkt Zentralasiens zu etablieren und die Stromverbindungen zwischen den fünf Ländern Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan voranzutreiben. Derzeit macht der Stromhandel in Zentralasien nur etwa 3 % der Gesamtnachfrage aus, während die reichlich vorhandene Wasserkraft, thermische Energie und die wachsenden Wind- und Solarressourcen in der Region eigentlich komplementäre Vorteile bilden könnten. Nach der Umsetzung des REMIT-Programms wird erwartet, dass die regionale Übertragungskapazität bis 2030 auf 16 GW erhöht und ein Potenzial von 9 GW an sauberer Energie freigesetzt werden kann. Für Tadschikistan bedeutet dies, dass sein überschüssiger Wasserkraftstrom in den wasserreichen Sommermonaten und der saubere Strom aus neuen Photovoltaikkraftwerken in Zukunft über das regionale Netz in Nachbarländer exportiert werden könnte, wodurch die Ressourcen wirklich in wirtschaftliche Erträge umgewandelt werden.

Wie ersichtlich, sind die Verhandlungen und Fortschritte beim 500-MW-Solarkraftwerk im Bezirk Chatlon nicht nur ein Beispiel für Tadschikistans Bemühungen, ausländische Investitionen anzuziehen und die Infrastruktur zu entwickeln, sondern auch ein klares Signal für sein Engagement, die Energieerzeugungsstruktur zu verändern und in eine nachhaltige Zukunft voranzuschreiten. Mit der Inbetriebnahme mehrerer Photovoltaikprojekte im Laufe des Jahres 2026 könnte die Energielandschaft Tadschikistans eine substanzielle Veränderung erfahren. 

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