Deutschland fördert grünes Wasserstoff-Flugkraftstoffprojekt am PCK-Raffineriestandort mit 350 Millionen Euro
2026-05-13 13:44
Merken

de.wedoany.com-Bericht: Die deutsche Bundesregierung hat einem Projekt zur Produktion von jährlich 30.000 Tonnen strombasiertem nachhaltigem Flugkraftstoff (e-SAF) auf Basis von grünem Wasserstoff eine staatliche Förderung in Höhe von 350 Millionen Euro zugesagt. Zuvor hatte der Projektentwickler beschlossen, die Anlage an der strategisch sensiblen PCK-Raffinerie Schwedt zu errichten.

Das Projekt mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von rund 500 Millionen Euro wird vom Erneuerbare-Energien-Unternehmen Enertrag und dem Topsoe-Sasol-SAF-Joint-Venture Zaffra vorangetrieben. Ursprünglich war der Bau in der Nähe von Berlin geplant, nun soll die Anlage jedoch an der PCK-Raffinerie Schwedt nahe der polnischen Grenze entstehen.

Das Projekt trug zuvor den Namen „Concrete Chemicals" und wurde 2024 von der Europäischen Kommission als „Important Project of Common European Interest" (IPCEI) eingestuft.

Das Projekt wird grünen Wasserstoff aus der 400 Kilometer langen „Flow"-Wasserstoffpipeline von Gascade sowie von einer örtlichen Papierfabrik abgeschiedenes Kohlendioxid nutzen, um jährlich 30.000 Tonnen e-SAF zu produzieren.

Bild zur Projektvisualisierung

Enertrag und Zaffra gehen davon aus, bis Ende 2027 eine endgültige Investitionsentscheidung zu treffen und die Produktion im Jahr 2030 aufzunehmen.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) erklärte, es unterstütze den Antrag der Unternehmen, das Projekt nach Schwedt zu verlegen, und die Europäische Kommission habe die entsprechende Genehmigungsänderung bereits im April dieses Jahres gebilligt.

Davon entfallen 245 Millionen Euro Fördermittel auf das BMWi und 105 Millionen Euro auf die Landesregierung Brandenburg.

Die Unternehmen machten keine Angaben dazu, ob der Standortwechsel die Gesamtkosten des Projekts verändern wird.

Die Standortverlegung erfolgt zu einer Zeit, in der sich die Bundesregierung weiterhin aktiv in den Betrieb der PCK-Raffinerie einschaltet.

Da sich die Raffinerie mehrheitlich im Besitz des russischen Ölkonzerns Rosneft befindet, stellte die Bundesregierung die Raffinerie nach Ausbruch des russisch-ukrainischen Konflikts 2022 unter staatliche Treuhandverwaltung, um die Kraftstoffversorgung zu sichern und Arbeitsplätze an diesem kritischen Raffinerie- und Chemiestandort zu schützen.

Am 11. Mai verlängerte das BMWi zudem die Beschäftigungsgarantie für die Mitarbeiter um weitere sechs Monate bis Ende 2026.

BMWi-Staatssekretärin Katherina Reiche sagte: „Aktuell kommt es darauf an, die Energieversorgung bei PCK und in der Region dauerhaft zu stabilisieren, die Wachstumspotenziale gezielt zu stärken und neue Investitionen anzuziehen."

Die Verlagerung des Projekts nach Schwedt fügt sich auch in die übergeordnete Strategie Berlins ein, die politisch sensible PCK-Raffinerie zu einem Zentrum für Wasserstoff und nachhaltige Kraftstoffe umzubauen.

Katherina Reiche fügte hinzu, das verlagerte SAF-Projekt „verbindet industrielle Stärke mit Innovation, erschließt neue Wertschöpfungsketten und schafft langfristige Perspektiven für Beschäftigung, Wohlstand und Energiesicherheit."

Dieser Artikel wurde von Wedoany übersetzt und bearbeitet. Bei jeglicher Zitierung oder Nutzung durch künstliche Intelligenz (KI) ist die Quellenangabe „Wedoany“ zwingend vorgeschrieben. Sollten Urheberrechtsverletzungen oder andere Probleme vorliegen, bitten wir Sie, uns unverzüglich zu benachrichtigen. Wir werden den entsprechenden Inhalt umgehend anpassen oder löschen.

E-Mail: news@wedoany.com