EU-Projekt TransEuroOGS mit 18 Millionen Euro gestartet: Vier Länder bauen quantensicheres Netzwerk auf
2026-05-26 14:18
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de.wedoany.com-Bericht: Kürzlich wurde das Projekt TransEuroOGS im Rahmen der europäischen Quantenkommunikations-Infrastruktur EuroQCI gestartet. Die vier EU-Mitgliedstaaten Deutschland, Griechenland, Irland und Luxemburg werden ein quantensicheres Netzwerk aus acht interoperablen optischen Bodenstationen errichten. Das Gesamtbudget des Projekts beträgt rund 18 Millionen Euro und wird gemeinsam von der EU und den teilnehmenden Ländern finanziert. Die Bauzeit beträgt dreieinhalb Jahre.

Kern dieses Vorhabens ist die Schaffung einer „Weltraum-Boden"-Schnittstelle für die europäische satellitengestützte quantensichere Kommunikation. TransEuroOGS, die Abkürzung für „Trans-European Optical Ground Station Network for Interconnecting the EuroQCI Space and Ground Segments", wird die optischen Bodenstationen in Deutschland, Griechenland, Irland und Luxemburg mit den lokalen terrestrischen Glasfasernetzen verbinden und so die infrastrukturelle Grundlage für die spätere satellitengestützte Quantenschlüsselverteilung schaffen. Die Quantenschlüsselverteilung nutzt die Eigenschaften der Quantenphysik, um die Sicherheit des Austauschs von Kommunikationsschlüsseln zu erhöhen, und eignet sich für Szenarien wie Regierungsbehörden, kritische Infrastrukturen, Rechenzentren, Energienetze, wissenschaftliche Forschungssysteme und Unternehmenskommunikation mit hohen Sicherheitsanforderungen. Das Projekt baut nicht einfach eine gewöhnliche grenzüberschreitende Kommunikationsleitung, sondern treibt, ausgehend von optischen Bodenstationen, Satellitenverbindungen, lokalen Glasfasernetzen und einheitlichen Interoperabilitätsstandards, die europäische quantensichere Kommunikation von nationalen Pilotprojekten hin zu einer grenzüberschreitenden Vernetzung voran.

Die geografische Verteilung der acht optischen Bodenstationen erstreckt sich über Nordwest-, Mittel- und Südosteuropa. Die Projektstandorte umfassen unterschiedliche Umgebungen wie Inseln und Festland, städtische und ländliche Gebiete und ermöglichen so die Validierung der Interoperabilität der optischen Bodenstationen unter differenzierten Wetter-, Gelände- und Kommunikationsinfrastrukturbedingungen.

Das Projekt wird auch an künftige europäische Satellitenmissionen angebunden. Öffentlich zugänglichen Informationen zufolge wird TransEuroOGS rund um die Mission EAGLE-1 und die nachfolgenden SAGA-bezogenen Missionen wichtige Architekturelemente, Komponenten und Betriebsparameter vereinheitlichen, um die Anforderungen der Protokolle zur satellitengestützten Quantenschlüsselverteilung zu erfüllen und die Vorbereitung auf künftige europäische Missionen zur quantensicheren Weltraumkommunikation zu treffen. Der Status der optischen Bodenstationen ist nicht völlig identisch; einige befinden sich noch in der anfänglichen Bauphase, andere sind nahezu betriebsbereit. Daher liegt ein Schwerpunkt des Projekts darauf, Stationen unterschiedlichen Reifegrads in einen gemeinsamen Interoperabilitätsrahmen zu integrieren. Nachfolgende Demonstrationsaktivitäten werden EAGLE-1-Ressourcen nutzen, um verschiedene europäische OGS-Standorte zu verbinden und an lokale Glasfasernetze anzubinden, um so eine zukünftige Zugangsbasis für regierungsnahe Anwendungen sowie Anwendungsszenarien im öffentlichen und privaten Sektor zu schaffen.

Die Finanzierungsquellen spiegeln die Logik der EU-Investitionen in die digitale Infrastruktur wider. Das Gesamtbudget von TransEuroOGS beträgt rund 18 Millionen Euro und stammt aus Mitteln der EU-Kommission (CEF Digital) sowie entsprechenden nationalen Kofinanzierungen der vier teilnehmenden Mitgliedstaaten. Das Projektkonsortium besteht aus 15 Partnern, darunter Universitäten, Unternehmen, Forschungs- und Technologieorganisationen, nationale Raumfahrtagenturen und Ministerien. Auf deutscher Seite fungiert das Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik als Projektkoordinator, beteiligt sind das Institut für Kommunikation und Navigation des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt sowie die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. In Irland wird das Projekt vom Walton Institute der South East Technological University geleitet, zu den Industriepartnern gehört Mbryonics. In Luxemburg koordiniert das Ministerium für Medien, Konnektivität und Digitalpolitik gemeinsam mit der Sigcom Group der Universität Luxemburg, der Restena Foundation und HITEC Luxembourg. In Griechenland wird das Projekt von GRNET mit Unterstützung der zuständigen Ministerien geleitet, gemeinsam mit dem griechischen Ministerium für digitale Governance und Künstliche Intelligenz, dem Hellenic Space Center, dem Nationalen Observatorium Athen, der Aristoteles-Universität Thessaloniki und FORTH.

EuroQCI ist der übergeordnete Rahmen dieses Projekts. Wie die Europäische Kommission mitteilt, baut EuroQCI eine sichere Quantenkommunikationsinfrastruktur auf, die die gesamte EU und ihre Überseegebiete abdeckt. Sie besteht aus einem terrestrischen Segment, das auf Glasfaserkommunikationsnetzen basiert, und einem weltraumgestützten Segment über Satelliten und ist Bestandteil des europäischen IRIS²-Systems für sichere Weltraumkommunikation. Durch die Integration von Quantensystemen in bestehende Kommunikationsinfrastrukturen möchte die EU eine zusätzliche Sicherheitsebene für sensible Daten und kritische Infrastrukturen wie Regierungsbehörden, Rechenzentren, Krankenhäuser und Energienetze schaffen und gleichzeitig die digitale Souveränität Europas in den Bereichen Quantentechnologien und Cybersicherheit stärken.

Zu den weiteren Projektschritten gehören der Bau und die Inbetriebnahme der acht optischen Bodenstationen, die Vereinheitlichung der Architekturparameter der einzelnen Standorte, die Protokollanpassung an EAGLE-1 und nachfolgende Satellitenmissionen, grenzüberschreitende Interoperabilitätsdemonstrationen, die Anbindung der optischen Bodenverbindungen an lokale Glasfasernetze sowie die Handhabung, Übertragung und Verifizierung von Schlüsselmaterial und Sicherheitsbasislinien. Zum jetzigen Zeitpunkt ist TransEuroOGS als Forschungs- und Bereitstellungsprojekt für die europäische quantensichere Kommunikationsinfrastruktur zu definieren. Es kann nicht geschrieben werden, dass ein europäisches Quanteninternet bereits aufgebaut ist, noch kann ausgeführt werden, dass die entsprechenden Netze bereits umfassend Regierungs- und Geschäftskunden bedienen.

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