Ausbau der Landstromanlagen am Parkkade im Rotterdamer Hafen
2026-05-29 18:47
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de.wedoany.com-Bericht: Der Rotterdamer Hafen hat sein Netz zur Emissionsreduzierung um eine weitere Landstromanlage erweitert. Schiffe, die am Parkkade festmachen, können nun im Stadtgebiet ihre bordeigenen Dieselgeneratoren abschalten und sich direkt an das lokale Stromnetz anschließen.

Die Anlage wurde von Robert Simons, dem für den Hafen zuständigen Beigeordneten der Stadt Rotterdam, und Berte Simons, Chief Operating Officer der Port of Rotterdam Authority, offiziell eröffnet. Ziel ist es, die Luftverschmutzung, den CO₂-Ausstoß und die Lärmbelastung in der belebten Uferzone des Stadtzentrums zu reduzieren. Die Anlage kann vier Hochseeschiffe gleichzeitig mit Landstrom versorgen, deckt vier Tiefwasserliegeplätze und einen Liegeplatz für die Binnenschifffahrt ab und ermöglicht das Liegen in Päckchen, was den Betreibern in Spitzenzeiten zusätzliche Flexibilität bietet.

Für die Anwohner entlang des Flussufers dürfte die Veränderung sofort spürbar sein: Die Hilfsmotoren laufen nicht mehr rund um die Uhr, stattdessen nutzen die Schiffe Strom aus dem lokalen Netz. Der Effekt ist vergleichbar mit dem Anschluss eines Lastwagens an eine externe Stromquelle, anstatt den Motor die ganze Nacht im Leerlauf laufen zu lassen.

Robert Simons erklärte bei der Eröffnung, dass Dekarbonisierung oft als Zukunftsthema diskutiert werde, Landstrom jedoch eine Technologie sei, die bereits heute umgesetzt werden könne. Mit der Landstromanlage am Parkkade mache Rotterdam einen Schritt hin zu einer saubereren und ruhigeren Hafenstadt. Berte Simons, COO der Port of Rotterdam Authority, betonte, dass Landstrom ein zukunftsweisender Schlüsselbaustein für die Hafentransformation sei. Durch diese Anlage könnten Schiffe ihre Emissionen direkt im Stadtgebiet reduzieren. Gemeinsam mit Partnern arbeite man an einem Hafen, der sowohl wirtschaftlich stark als auch zunehmend nachhaltig sei.

Eine Besonderheit des Projekts liegt in der Stromversorgungsanordnung. Anstatt ein separates Umspannwerk im denkmalgeschützten Bereich um den Parkkade zu errichten, wurde das Landstromsystem an die bestehende städtische Infrastruktur des Maastunnels angeschlossen. Die technische Ausrüstung ist im Keller des Tunnelbelüftungsgebäudes untergebracht. Dieser Ansatz ermöglichte es, das Projekt trotz der anhaltenden Herausforderungen durch Netzengpässe im niederländischen Stromnetz voranzutreiben. Im Notfall hat die Stromversorgung des Maastunnels stets Vorrang vor dem Landstromsystem. Nach Abschluss der elektrischen Tests für den Tunnelanschluss wird erwartet, dass die Schiffe die Anlage in Kürze nutzen werden.

Das Projekt begann im Jahr 2022, wobei die Port of Rotterdam Authority die Machbarkeitsstudie, die Planung und die Beantragung von Fördermitteln leitete. Die Finanzierung erfolgte hauptsächlich durch die Hafenbehörde, mit zusätzlicher Unterstützung durch die Stadt Rotterdam und die niederländische Regierung.

Das Parkkade-Projekt ist das jüngste Glied in einer wachsenden Kette von Landstromprojekten im Rotterdamer Hafengebiet. Kreuzfahrtschiffe nutzen bereits Landstromanlagen an der Wilhelminakade, Binnenschifffahrtsbetreiber können auf mehrere Landstromanschlüsse zugreifen, und auch eine Offshore-Anlage in der Nähe von Rozenburg ist an das Netz angeschlossen. Darüber hinaus wurden am Containerterminal Maasvlakte 2 Verträge für Landstromanlagen unterzeichnet. Im vergangenen Jahr veröffentlichten die Stadt Rotterdam und die Port of Rotterdam Authority gemeinsam eine aktualisierte Landstromstrategie für den Zeitraum 2025 bis 2035. Das langfristige Ziel ist klar: Bis 2030 soll Landstrom für einen Großteil des Schiffsverkehrs zum Standard werden, um letztendlich bis 2050 einen emissionsfreien Liegebetrieb zu erreichen.

Der Ausbau unterstreicht auch die Herausforderungen, vor denen europäische Häfen stehen: Die zunehmende Elektrifizierung der Schifffahrt führt zu einem stark steigenden Strombedarf in den Uferzonen, während das nationale Stromnetz bereits durch Industrie, Verkehr und Wohnungsbau belastet ist. Um diese Probleme anzugehen, haben die Port of Rotterdam Authority, der niederländische Netzbetreiber und der Branchenverband Deltalinqs gemeinsam die „New Energy Taskforce" gegründet, die sich auf die Suche nach Lösungen für Netzengpässe konzentriert, einschließlich des künftigen Stromversorgungsbedarfs im Zusammenhang mit dem Landstromausbau.

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