de.wedoany.com-Bericht: Am 30. Mai wurde das innovative Team des International Continental Scientific Drilling Project im Songliao-Becken mit der vierten „Nationalen Auszeichnung für Innovationswettbewerb“ geehrt. Die Bohrung erreichte eine Endteufe von 7018 Metern und ist damit das tiefste wissenschaftliche Bohrloch der Kreidezeit auf dem Festland weltweit. Es wurden drei Weltrekorde aufgestellt: der tiefste Bohrkern (7018 Meter) seit Gründung des International Continental Scientific Drilling Program (ICDP), die längste durchgehende Kerngewinnung (8186,96 Meter) und eine extrem hohe Kerngewinnungsrate (über 96 %). Das Projekt wurde vom Chinesischen Geologischen Survey geleitet und umfasste über 40 Einrichtungen sowie mehr als tausend Wissenschaftler. Nach fast 20 Jahren Forschung zielt es darauf ab, durch die Gewinnung kontinuierlicher geologischer Aufzeichnungen aus der Kreidezeit auf dem Festland eine tiefenzeitliche Grundlage für die globale Paläoklimaforschung zu schaffen.
Das International Continental Scientific Drilling Project im Songliao-Becken ist ein Flaggschiffprojekt des ICDP. Die Kreidezeit (vor 145 bis 66 Millionen Jahren) war eine typische „Treibhausklima“-Periode der Erde. Die Erforschung ihrer Klimaentwicklung ist von wissenschaftlichem Wert für die Vorhersage der globalen Erwärmung. Früher fehlten weltweit hochauflösende, kontinuierliche und vollständige geologische Aufzeichnungen der Kreidezeit auf dem Festland. Das chinesische Team begann Ende der 1990er Jahre mit Vorstudien, bohrte 2006 das Bohrloch Songke-1 (Tiefe 2485,89 Meter) und erstellte einen ersten Rahmen für die kontinentale Sedimentabfolge. Im April 2014 begann die offizielle Bohrung von Songke-2 unter Verwendung des von Chinas „Tiefenerde“-Spezialprojekt (SinoProbe) entwickelten Bohrgeräts „Erdkruste Nr. 1“. Die Endteufe betrug 7018 Meter.
Das Projekt stand vor weltweit einmaligen Herausforderungen wie extremen Temperaturen (am Bohrlochgrund gemessene 241 °C) und der kontinuierlichen Kerngewinnung aus extrem tiefem Hartgestein. Das Institut für Explorationstechnologie der Chinesischen Akademie der Geowissenschaften und andere Einrichtungen entwickelten eigenständig ein technisches System zur Hartgesteinskerngewinnung in extrem tiefen Bohrlöchern, das auf diamantbesetzten Großbohrungen basiert. Dabei wurden Schlüsseltechnologien wie die Kerngewinnung unter hohen Temperaturen und Drücken sowie die Stabilität der offenen Bohrlochwand über lange Strecken durchbrochen. Das Team etablierte eine vollständige Methodenkette von der Bohrplatzauswahl über die Kerngewinnung und -verarbeitung bis hin zu hochpräzisen physikalischen Messungen und Altersbestimmungen. Es wurde das weltweit erste kontinuierlichste und vollständigste geologische Profil der Kreidezeit auf dem Festland erstellt, das vom ICDP als „Leuchtturm“-Projekt bewertet wurde. Die Ergebnisse wurden in Zeitschriften wie Nature und Science veröffentlicht und in der Ausstellungshalle der Geschichte der Kommunistischen Partei Chinas sowie im Chinesischen Nationalmuseum gezeigt.
Das innovative Team des Projekts vereinte Einrichtungen wie die Chinesische Akademie der Geowissenschaften, den Chinesischen Geologischen Survey und das Institut für Explorationstechnologie unter der Leitung von Akademiemitglied Wang Chengshan und Forscher Lü Qingtian. Das Team veröffentlichte über 800 wissenschaftliche Arbeiten, erhielt 51 Patente und förderte vier Akademiemitglieder der Chinesischen Akademie der Wissenschaften und der Chinesischen Akademie der Ingenieurwissenschaften sowie 15 nationale Spitzenkräfte. Diese Errungenschaft hat China im Bereich des kontinentalen wissenschaftlichen Bohrens in die internationale Spitzenklasse geführt und bietet ein vollständiges technisches System sowie einen Standard für den Schichtenvergleich für die globale Tiefengeologieforschung. Gleichzeitig hat sie praktische Bedeutung für die Exploration tiefer Ressourcen und die Klimaforschung.
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