de.wedoany.com-Bericht: Der Hafen von Long Beach im US-Bundesstaat Kalifornien hat einen Preis in Höhe von insgesamt einer Million Dollar ausgelobt, der an das erste Hochseeschiff vergeben wird, das im Hafen eine kommerzielle Methanolbunkerung durchführt. Hafenbeamte erklärten, es handele sich um eine bisher beispiellose Initiative, die darauf abziele, die Umstellung der Schifffahrtsindustrie auf kohlenstoffarme Kraftstoffe zu beschleunigen.

Die Hafenkommission von Long Beach (Long Beach Harbor Commission) genehmigte am 26. Mai das Programm „Clean Fuel Bunkering Challenge". Noel Hacegaba, Geschäftsführer des Hafens von Long Beach, erklärte, die Schifffahrtsindustrie erwäge den Einsatz von Methanol als Schiffskraftstoff unter anderem aus Gründen der Reduzierung von Treibhausgasemissionen und der Verbesserung der Luftqualität. Das Preisgeld solle einen zusätzlichen Anreiz für die Branche bieten und zeige das Engagement des Hafens für die Schaffung eines Methanolbunkerungsmarktes in Nordamerika. Er betonte, dass auch die steigenden Kraftstoffkosten die Argumente für eine Diversifizierung der Energiequellen und eine größere Energieunabhängigkeit untermauerten.
Frank Colonna, Vorsitzender der Hafenkommission von Long Beach, sagte, der Hafen von Long Beach treibe seit Jahrzehnten die Kommerzialisierung sauberer Technologien und nachhaltiger Lösungen voran. Diese Herausforderung sei der direkteste und praktikabelste Hebel, den der Hafen einsetzen könne, um die Machbarkeit der Methanolbunkerung in der San Pedro Bay zu überprüfen.
Im Vergleich zu herkömmlichen Schiffskraftstoffen kann Methanol schädliche Emissionen deutlich reduzieren: Stickoxide um bis zu 50 %, Schwefeloxide um 95 % und Feinstaub um 90 %. Große Reedereien haben bereits massiv in Zweistoff-Methanolschiffe investiert; einige dieser Schiffe haben den Hafen von Long Beach bereits angelaufen. Die Versorgungslücke stellt jedoch ein Haupthindernis dar – derzeit gibt es im Hafen keine Methanolversorgung, sodass Schiffe mit Methanolkapazität bei der Ausfahrt nur konventionelle Kraftstoffe nutzen können.
Diese Herausforderung spiegelt direkt die wirtschaftliche Lücke wider. Zu den aktuellen Preisen belaufen sich die Kosten für die Methanolbunkerung eines Schiffes auf etwa 1,5 Millionen Dollar pro Anlauf, während konventionelle Kraftstoffe etwa 1 Million Dollar kosten. Das Preisgeld von einer Million Dollar soll diesen Preisunterschied ausgleichen; die verbleibenden 500.000 Dollar sind für zusätzliche Kosten wie die Entwicklung von Betriebs- und Sicherheitsverfahren, die Koordination mit Kraftstofflieferanten und -händlern sowie lokale Genehmigungsarbeiten vorgesehen.
Die Herausforderung wurde teilweise durch die kommerzielle Verfügbarkeit von Methanol in den Häfen von Shanghai und Singapur inspiriert, die beide mit den Häfen der San Pedro Bay im Rahmen der „Green Shipping Corridors" zusammenarbeiten. Bei den Green Shipping Corridors handelt es sich um bilaterale oder multilaterale Abkommen zwischen Häfen, die darauf abzielen, entlang bestimmter Handelsrouten emissionsfreie oder nahezu emissionsfreie Kraftstoffe und Technologien gemeinsam einzusetzen.
Im kommenden Jahr plant der Hafen von Long Beach zudem, sein „Green Ship Incentive Program" zu aktualisieren, um mehr konventionelle saubere Schiffe anzuziehen; Beamte erklärten, dieser Schritt könne den Methanolmarkt weiterentwickeln. Die vorgeschlagenen Änderungen umfassen aktualisierte Bewertungs- und Anreizkennzahlen, die in Zusammenarbeit mit anderen internationalen Häfen entwickelt wurden.
Die Umweltorganisation Pacific Environment begrüßte die Auszeichnung, forderte die Häfen und Reedereien jedoch gleichzeitig auf, grünem Methanol aus erneuerbaren Quellen den Vorzug vor fossilen Alternativen zu geben. Davina Hurt, Leiterin der Klimapolitik der Organisation, erklärte, nicht alle Methanolwege seien gleich wirksam; langfristige Investitionen sollten sich auf wirklich grüne Methanollösungen konzentrieren, die die stärksten Klima- und Gesundheitsvorteile böten.
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