Stichwahl des kolumbianischen Präsidenten am 21. Juni: Kandidaten präsentieren Pläne für Bergbau und Infrastruktur
2026-06-04 10:49
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de.wedoany.com-Bericht: Die Stichwahl des kolumbianischen Präsidenten am 21. Juni wird einen direkten Schlagabtausch zwischen den beiden Kandidaten über ihre Visionen für die Entwicklung des Bergbaus und der Infrastruktur bringen – Schlüsselsektoren der Wirtschaft, die direkt mit zahlreichen auf ihre Umsetzung wartenden Projekten verbunden sind. Der linke Kandidat Iván Cepeda schlägt den Ausbau erneuerbarer Energien, die Respektierung von Bürgerkonsultationen gegen den Bergbau und den prioritären Bau von Tertiärstraßen vor; der rechte Kandidat Abelardo De La Espriella plädiert hingegen für die Förderung von Bergbauinvestitionen, die Ausweitung von Straßenkonzessionen und die Beschleunigung von Infrastrukturprojekten.

Zwei Modelle für Bergbau und Infrastruktur: Kolumbien vor einer entscheidenden Wahl

Im Bergbausektor zeigen Daten der kolumbianischen Bergbauvereinigung (Colombian Mining Association), dass die Bergbauexporte des Landes im Jahr 2025 insgesamt 16,06 Milliarden US-Dollar betrugen, ein Rückgang um 5 % gegenüber 2024 und ein Minus von 21 % gegenüber dem Rekordwert von 20,3 Milliarden US-Dollar im Jahr 2022. Mineralexporte machen weiterhin 32 % der gesamten Auslandsverkäufe aus, die Bergbauaktivitäten tragen 1,5 % zum Bruttoinlandsprodukt bei und machen in Bergbaugemeinden wie La Guajira und Cesar bis zu 80 % der lokalen Wirtschaft aus, wo die Kohleminen von Cerrejón und Drummond betrieben werden. Die Metallproduktion des Landes konzentriert sich auf Gold, Nickel, Kupfer und Smaragde, mit wichtigen Vermögenswerten wie der Nickelmine Cerro Matoso, den Goldminen Segovia, Marmato und Buriticá sowie den Smaragdminen in Boyacá. Derzeit gibt es in Kolumbien nur eine aktive Kupfermine, El Roble in Chocó, während fortgeschrittene Explorationsprojekte in La Guajira, Cesar und Antioquia existieren. Das Alacrán-Projekt mit einem Investitionsvolumen von 700 Millionen US-Dollar, das im Mai 2026 eine Umweltgenehmigung erhielt, könnte zur zweiten Kupfermine des Landes werden. Cepeda schlägt vor, Bürgerkonsultationen gegen den Bergbau zu respektieren und ein neues Bergbaugesetz zu erlassen – ein Ziel, das die Regierung von Gustavo Petro nicht erreichen konnte. De La Espriella plant hingegen, legale Investitionen in Gold, Kupfer, Silber und seltene Erden zu unterstützen und den illegalen Abbau in Regionen wie Chocó, Cauca und Bajo Cauca in Antioquia zu bekämpfen, den er als „einzigen Weg, den unterirdischen Reichtum zu nutzen, ohne ihn der Kriminalität zu überlassen" bezeichnet.

Im Infrastrukturbereich kommen strategische Maßnahmen nur langsam voran oder liegen aufgrund von Wahlunsicherheiten, langsamen Verfahren, komplexen Genehmigungen und fehlenden Mitteln auf Eis. Der Wahlausgang ist entscheidend für die Freigabe großer Projekte wie der Bogotá Metro Line 2, El Dorado Max, der Pacific Train, des Villeta–Guaduas-Korridors, des Río Train und des neuen Flughafens Cartagena. Cepeda betrachtet die Bereitstellung von Trinkwasser, Hochgeschwindigkeitsinternet und sauberer Energie als Bestandteile der nationalen Infrastruktur. Sein Hauptvorschlag ist ein nationales Programm zum Bau von Tertiärstraßen in abgelegenen Gebieten, genannt „Friedenswege". Er schlägt vor, den Regulierungsrahmen zu reformieren, um Gemeinschaftsaktionskomitees die Pflasterung von Straßen zu ermöglichen und lokalen Gruppen direkte Hilfsarbeiten zu übertragen. Im Verkehrsbereich orientiert sich sein Plan an ökologischer Nachhaltigkeit und multimodalem Verkehr, mit Stärkung des Schienensystems, Förderung des Flussverkehrs und Bau von Gemeindestraßen. Für die Pazifikküste umfasst der Plan den Ausbau von Massen- und Gemeinschaftshäfen zur Förderung der handwerklichen Fischerei sowie die Einführung von Finanz- und Sicherheitskontrollen in Häfen, Flughäfen und Zollämtern zur Bekämpfung von Schmuggel und Geldwäsche. Er schlägt außerdem die Modernisierung der Panamericana vor, um Popayán mit dem Pazifik zu verbinden, sowie die Schaffung eines Nationalen Fonds für das Recht auf Wasser und die Stärkung von Gemeinschaftswasserleitungen. De La Espriella erklärt, dass Investitionen in öffentliche Bauvorhaben ein direkter Weg zur Schaffung von Arbeitsplätzen und zur Ankurbelung der Wirtschaft seien. Sein Plan sieht jährliche Investitionen von 2 Billionen Pesos (etwa 553 Millionen US-Dollar) für die Straßeninstandhaltung und 15 Billionen Pesos für den Bau strategischer Korridore wie Medellín–Quibdó, Pereira–Quibdó und Transversal del Carare vor. Der Plan schlägt außerdem vor, Straßenkonzessionen durch eine Reform der Öffentlich-Privaten-Partnerschaften (ÖPP) zu stärken, eine Vertragsreaktionsgruppe (Contractual Response Group) zur Freigabe stagnierender Projekte einzurichten, 2.000 Kilometer Sekundärstraßen zu sanieren und das Tertiärstraßennetz an die Gemeinden zu delegieren. Im Verkehrsbereich fördert er die Bogotá Metro Line 2 und 3, das Regiotram-System, den Buga–Cali-Korridor, die Schiffbarkeit des Magdalena-Flusses, das Dique-Kanal-Projekt sowie Verbesserungen an Häfen und Flughäfen wie Buenaventura, Cartagena, Barranquilla, El Dorado Max und Aerocafé. Er erwähnt auch den Bau eines Hochsicherheits-Megagefängnisses als Teil seines institutionellen Infrastrukturplans.

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