de.wedoany.com-Bericht: Der russische Minister für natürliche Ressourcen, Alexander Kozlov, erklärte gegenüber der offiziellen Nachrichtenagentur TASS, dass die Goldproduktion Russlands im Jahr 2025 voraussichtlich 480 bis 500 Tonnen erreichen werde, während die Produktion im Jahr 2024 ebenfalls bei etwa 480 Tonnen liege. Sollte dies eintreten, würde Russland zum weltweit größten Goldproduzenten aufsteigen – eine Zahl, die jedoch weit über den Schätzungen unabhängiger Brancheninstitute liegt.
Seit dem Ausbruch des Konflikts zwischen Russland und der Ukraine im Jahr 2022 hat das Land keine offiziellen Goldproduktionsdaten mehr veröffentlicht. Die nun bekannt gegebenen Zahlen überraschten Analysten. Der World Gold Council (WGC) schätzt, dass Russland im Jahr 2024 etwa 330 Tonnen Gold aus Minen förderte, hinter China mit 380 Tonnen. Die offiziell von Russland angegebenen 480 Tonnen liegen rund 50 % über der Bewertung des World Gold Council. Die unabhängige Beratungsfirma Metals Focus schätzte die russische Minenproduktion im vergangenen Jahr auf 345 Tonnen, während die russische Zeitschrift „Gold und Technologie“ die Gesamtproduktion auf etwa 360 Tonnen bezifferte. Analysten wiesen darauf hin, dass es in den letzten Jahren keine bedeutenden neuen Minen in Russland gegeben habe, was diesen starken Anstieg schwer erklärbar mache.
Daten des Finanzministeriums zeigen, dass die gesamte Goldproduktion Russlands in den drei Jahren bis 2021 jährlich etwa 50 bis 60 Tonnen über der Minenversorgung lag. Analysten gehen davon aus, dass steigende Goldpreise und wirtschaftlicher Druck in Russland das Angebot an Altgoldrecycling erhöht haben könnten.

Diese Produktionsankündigung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die finanzielle Lage Russlands verstärkt im Fokus steht. Laut einem Bericht von Bloomberg in dieser Woche könnte die russische Zentralbank durch den Verkauf von etwa 28 Tonnen Gold, die sie in diesem Jahr aus ihren Reserven entnommen hat, über 4 Milliarden US-Dollar eingenommen haben. Die Zentralbank begann 2024 mit dem Abbau ihrer Goldbestände, um das Haushaltsdefizit im Zusammenhang mit dem Ukraine-Konflikt auszugleichen.
Die russischen Produktionsschätzungen verdeutlichen, dass einer der weltweit größten Goldproduzenten zunehmend undurchsichtiger wird, seit westliche Sanktionen die Datentransparenz beeinträchtigt haben. Sollten diese Zahlen zutreffen, würden sie die globale Produktionsrangliste neu ordnen und auf einen erheblichen Anstieg der russischen Produktion hindeuten, den Analysten bislang nicht durch die Erschließung bestehender Minen gestützt sehen.
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