Eine im Jahr 2025 von CCOO in Spanien durchgeführte Studie zeigt den bedeutenden Einfluss erneuerbarer Energien auf die Wirtschaft des Landes und bietet erhebliche Chancen für die Reindustrialisierung und strategische Autonomie Spaniens. Die Studie bietet eine eingehende Analyse, wie erneuerbare Energien zu einem neuen Motor der wirtschaftlichen Entwicklung Spaniens werden könnten.
Das Bundeswirtschaftskabinett des CCOO stellte in dem Bericht fest, dass erneuerbare Energien „die Energiekosten in Spanien senken“ und günstige Bedingungen für die Reindustrialisierung schaffen. Die Logik hinter dieser Ansicht besteht darin, dass Spanien über einzigartige klimatische und geografische Bedingungen verfügt, die meisten Regionen über reichlich Wind- und Solarressourcen verfügen und eine große Kapazität zur Wasserkrafterzeugung installiert wurde. Diese Vorteile werden zusammen mit der weiteren Senkung der Batteriekosten dazu beitragen, dass Spanien seine Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen langfristig weiter verringert.
Insbesondere hebt der Bericht hervor, dass die Stromgestehungskosten für erneuerbare Energien in Spanien (einschließlich Investitionen in neue Anlagen, Produktion und Wartung) bis 2024 weiter sinken werden. Die Stromgestehungskosten für Solarenergie werden dabei etwa 37 €/MWh und für Windenergie 33 €/MWh erreichen. Im Gegensatz dazu sind die Grenzkosten bei der Nutzung bestehender fossiler Kraftwerke viel höher, wie beispielsweise bei Gas- und Dampfkraftwerken in Spanien, deren durchschnittliche Kosten im Jahr 2024 95 €/MWh betragen werden. Darüber hinaus stehen auch die bestehenden Atomkraftwerke Spaniens vor Schließungsplänen, da ihr Weiterbetrieb hohe Investitionen erfordert, die die Energiekonzerne als unrentabel erachten.
Die Wettbewerbsfähigkeit erneuerbarer Energien wird auf dem spanischen Markt für bilaterale Stromabnahmeverträge (PPA) voll unter Beweis gestellt. In den letzten Jahren entwickelte sich Spanien zu einem der Märkte mit dem höchsten Volumen an über PPAs abgeschlossenen Energieverträgen. Darüber hinaus sind die Preise für Solar-PPAs mit 39 Euro/MWh die günstigsten in Europa. Dieser Trend führt dazu, dass der durchschnittliche Großhandelsmarktpreis in Spanien im Jahr 2024 auf 63 €/MWh sinkt und damit unter die 79 €/MWh in Deutschland, die 58 €/MWh in Frankreich und die 108 €/MWh in Italien fallen. „Mit der zunehmenden Installation erneuerbarer Energiequellen, insbesondere Solarenergie, wird sich dieser Preisunterschied vergrößern und die Wettbewerbsfähigkeit Spaniens gegenüber anderen großen europäischen Ländern festigen“, sagt Unai Sordo, Vorsitzender des CCOO.
Der Bericht weist jedoch auch darauf hin, dass für eine nachhaltige Nutzung erneuerbarer Energien und eine bessere Weitergabe der daraus resultierenden Kosteneinsparungen an die Verbraucher die Preisgestaltung auf den Großhandelsmärkten reformiert werden muss, um eine Preiskannibalisierung zu vermeiden und jede Stromquelle entsprechend ihrer Eigenschaften zu vergüten. Darüber hinaus gehöre zu den Herausforderungen der Energiewende auch die Elektrifizierung, erläuterte CCOO: „Erneuerbare Energien sind eine einmalige Chance für Spanien, aber Spanien kann ihr volles Potenzial nur dann ausschöpfen, wenn es die Elektrifizierung der Wirtschaft und des Konsums (Verkehr, Mobilität und Wärme) energischer vorantreibt.“









