de.wedoany.com-Bericht: Ein fast 300 Meter langer Flüssigerdgas (LNG)-Transporter, die „Maran Gas Amorgos", ist für Uniper, einen der größten Erdgashändler Deutschlands, im Einsatz und transportiert vor allem US-amerikanisches LNG nach Europa. Das 2021 in Südkorea gebaute Schiff gehört dem griechischen Betreiber Maran Gas Maritime und ist ein fester Bestandteil der europäischen Energie- und Transportlogistik geworden.
LNG ist die Abkürzung für „Liquefied Natural Gas" (Flüssigerdgas). Wird gasförmiges Erdgas auf etwa minus 162 Grad Celsius abgekühlt, wird es flüssig und sein Volumen verringert sich um das 600-fache – eine entscheidende Voraussetzung für den wirtschaftlichen Transport über weite Strecken.
Ein LNG-Transporter kann Erdgas mit einem Energiegehalt von etwa einer Terawattstunde transportieren, was theoretisch dem jährlichen Heizbedarf von rund 50.000 Einfamilienhäusern entspricht.
Die Rolle von LNG in der europäischen Erdgasversorgung wächst. Obwohl der Großteil des nach Deutschland gelieferten Erdgases weiterhin über Pipelines aus Ländern wie Norwegen kommt, gelangt heute ein erheblicher Teil auf dem Seeweg nach Europa. Die LNG-Entladung erfolgt unter anderem in Belgien und den Niederlanden, wo es an LNG-Terminals wieder vergast und in das europäische Gasnetz eingespeist wird. Seit der Energiekrise im Jahr 2022 verfügt auch Deutschland über eigene LNG-Terminals an der Küste.
Im Jahr 2025 machte das über diese Terminals eingespeiste Erdgas mehr als ein Zehntel der deutschen Erdgasimporte aus, das fast vollständig aus den USA, dem weltweit größten LNG-Produzenten, stammte.
Der globale LNG-Handel ist in den letzten Jahren deutlich gewachsen. Laut Daten der Analysefirma ICIS stammten 2025 bereits 44 Prozent der Erdgasversorgung der zwölf größten Erdgasmärkte in West- und Mitteleuropa aus LNG – ein Rekordwert. Gleichzeitig wächst auch die LNG-Transporterflotte; derzeit sind weltweit über 700 LNG-Schiffe in Betrieb. Laut der US-amerikanischen Nichtregierungsorganisation Global Energy Monitor (GEM) haben die meisten Schiffe eine Bruttokapazität von etwa 174.000 Kubikmetern, größere Schiffe können bis zu 266.000 Kubikmeter fassen.
Dieses Tiefkühlgas wird in riesigen, sorgfältig isolierten Ladetanks transportiert, was besondere technische Sicherheitsmaßnahmen erfordert. Uniper hat für seine gecharterten Schiffe eigens einen Sicherheitsingenieur abgestellt. Der „Marine Assurance Manager" Michael Cozzolino überwacht unter anderem Wartungs- und Inspektionsarbeiten. Er erklärt, dass die LNG-Ladung bereits beim Beladen zu sieden und zu verdampfen beginnt; das „Boil-off-Gas" muss aufgefangen werden, um einen zu hohen Druck in den Tanks zu verhindern.
Obwohl die Tankwände stark isoliert sind, dringt dennoch Wärme in die Flüssigkeit ein, was zur Bildung von Boil-off-Gas führt, das Wärme abführt. Das verbleibende Erdgas bleibt dadurch kalt und flüssig. Dieser Prozess findet unter Normaldruck statt. Im Vergleich zur gesamten LNG-Ladung ist die verdampfte Menge gering; bei voller Beladung verdampfen täglich etwa 0,075 Prozent. Das während des Transports entstehende Boil-off-Gas wird hauptsächlich als Treibstoff genutzt, sodass LNG-Transporter die meiste Zeit mit Erdgas fahren. Niels Fenzl, bei Uniper für LNG-Handel und Infrastruktur zuständig, bestätigt dies.
Die „Maran Gas Amorgos" wird von zwei Zweitakt-Hauptmotoren mit einer Leistung von jeweils etwa 11.755 Kilowatt angetrieben, deren Drehbewegung direkt auf die Propeller übertragen wird. Das Schiff muss alle fünf Jahre zur Überholung ins Trockendock, was die Inspektion von Rumpf, Propellern, Hauptmotoren, Isolierung, Pumpen und Sicherheitssystemen umfasst. Die erste große Überholung dauerte etwa drei Wochen.
Uniper erwartet ein weiteres Wachstum des LNG-Handels. Chefanalyst Thomas W. Thomas erklärt, der globale LNG-Markt werde in den kommenden Jahren deutlich wachsen; der Großteil der zusätzlichen Nachfrage komme aus Asien, doch LNG bleibe für die Versorgungssicherheit Europas von entscheidender Bedeutung. Entsprechend seien viele neue Schiffe bereits im Bau oder in Planung. Die Zahl der LNG-Transporter könnte von derzeit über 700 auf 1.000 im Jahr 2030 steigen. Laut dpa handelte Uniper im Jahr 2025 mit 167 LNG-Ladungen, während es vor der Krise im Jahr 2022 jährlich 360 Ladungen waren.
Umweltorganisationen wie Greenpeace stehen dieser Entwicklung kritisch gegenüber. Die Energieexpertin Marina Falke weist darauf hin, dass der massive Ausbau der Infrastruktur neue fossile Abhängigkeiten schaffe, anstatt die Energiewende voranzutreiben. Sie fügt hinzu, dass der größte Teil des in die EU importierten LNG durch Fracking gewonnen werde. Da diese Methode extrem umweltschädlich sei und in Deutschland seit 2017 aus gutem Grund verboten sei, sei es umso scheinheiliger, immer mehr Fracking-Gas aus anderen Ländern zu importieren.
Dieser Artikel wurde von Wedoany übersetzt und bearbeitet. Bei jeglicher Zitierung oder Nutzung durch künstliche Intelligenz (KI) ist die Quellenangabe „Wedoany“ zwingend vorgeschrieben. Sollten Urheberrechtsverletzungen oder andere Probleme vorliegen, bitten wir Sie, uns unverzüglich zu benachrichtigen. Wir werden den entsprechenden Inhalt umgehend anpassen oder löschen.
E-Mail: news@wedoany.com








