de.wedoany.com-Bericht: Das Hobby-Eberly Telescope Dark Energy Experiment (HETDEX) hat am 5. Juni 2026 seine Datenbank der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Diese Datenbank, die aus über einem halben Petabyte an Roh- und verarbeiteten Daten besteht, ist das Ergebnis der bisher größten Himmelsdurchmusterung des frühen Universums, die von Astronomen durchgeführt wurde. Mit diesen Daten können Forscher die Entstehung und Entwicklung der ersten Galaxien untersuchen, die Verteilung von Gas und Sternen in Galaxien messen, die großräumige Struktur des Universums kartieren und seltene Himmelskörper aufspüren, die mit herkömmlichen Durchmusterungen nur schwer zu finden sind.
Die Durchmusterung nutzt spektroskopische Techniken, um durch die Analyse von Peaks und Tälern in den Spektren die chemische Zusammensetzung, den Bewegungszustand und die Entfernung von Himmelskörpern zu bestimmen. Die Datenbank enthält 600 Millionen Spektren aus einer Epoche, die als „kosmischer Mittag“ bezeichnet wird – einer historischen Phase vor 10 bis 12 Milliarden Jahren. Erin Mentuch Cooper, Datenadministratorin von HETDEX und Erstautorin der Studie, die diese Datenveröffentlichung ankündigt, erklärte, dass diese Daten wie kosmische Barcodes seien und dass die Erforschung durch Tausende von Astronomen zu neuen wichtigen Entdeckungen führen könnte.
Von 2017 bis 2024 beobachtete das Hobby-Eberly-Teleskop am McDonald-Observatorium eine Himmelsregion, die 2000 Vollmonden entspricht, und erstellte eine Karte des fernen Universums. Der leitende Forscher des Projekts, Karl Gebhardt, Leiter der Astronomieabteilung der University of Texas at Austin (UT Austin), wies darauf hin, dass es sich um eine „ziellose“ Durchmusterung handele, bei der das Teleskop wahllos auf den Himmel gerichtet und alles aufgezeichnet habe, was es sah. Durch die Kartierung der Positionen von über einer Million früher Galaxien zielt das Projekt darauf ab, das Rätsel der Dunklen Energie zu lösen – einer unbekannten Substanz, die die beschleunigte Expansion des Universums verursacht. Gleichzeitig wurden auch Daten aus allen Räumen zwischen den Galaxien gesammelt. Gebhardt fügte hinzu, dass HETDEX einen ungewöhnlich breiten und detaillierten spektroskopischen Blick auf das Universum in der Zeit der stärksten Sternentstehung biete. Da das Teleskop und die Instrumente Zehntausende von Spektren gleichzeitig erfassen können, sei es möglich, Galaxien über ein enormes kosmisches Volumen hinweg wie nie zuvor zu kartieren.
Die Datenbank enthält 431.000 Datenwürfel, von denen jeder eine Himmelsfläche von etwa einem Dreißigstel der Größe eines Vollmondes abdeckt, hauptsächlich in den Regionen um das Sternbild Großer Bär und Orion. Der Katalog verzeichnet bereits über eine Million entfernter Galaxien, 500.000 nahe gelegene sternbildende Galaxien, 18.000 supermassereiche Schwarze Löcher und über 150.000 Sterne. Wissenschaftler, Studenten und Bürgerforscher können maßgeschneiderte Datensätze basierend auf der Himmelsposition herunterladen. In Zusammenarbeit mit dem Texas Advanced Computing Center (TACC) hat das Team das öffentliche HETDEX Jupyter Center eingerichtet, eine cloudbasierte Rechenplattform, über die Benutzer über einen Webbrowser (Link: https://jupyter.tacc.cloud) auf alle Daten und vorinstallierte Software zugreifen können. Nach der Verarbeitung wurde der Umfang der Rohdaten auf 10 TB komprimiert. Das Team hat außerdem Tutorials und Werkzeuge entwickelt, um Benutzern oder Künstliche Intelligenz-Systemen die optimale Nutzung dieses riesigen Datensatzes zu ermöglichen. Cooper erklärte, dass die Umwandlung von über 500 Millionen Spektren in tatsächlich erforschbare Daten bedeute, die Informationen des Universums in der Hand zu halten.

Künstliche Intelligenz spielte eine entscheidende Rolle bei der Datenaufbereitung. Die von RAIC Labs bereitgestellte Software entfernt automatisch Verunreinigungen durch Satelliten und Meteore, die vor dem Teleskop vorbeiziehen. HETDEX verwendet außerdem automatisierte Methoden, um die Beobachtungen zu durchforsten und mögliche frühe Galaxien zu identifizieren. Über 24.000 Bürgerwissenschaftler haben über das Projekt „Dark Energy Explorers“ dazu beigetragen, die Existenz dieser Galaxien zu bestätigen. Der vollständige Datensatz und der Durchmusterungskatalog werden zum ersten Mal veröffentlicht. Mit fortgesetzten Beobachtungen und verbesserten Kalibrierungen werden in Zukunft voraussichtlich ergänzende Veröffentlichungen folgen. Der Zugang zu den Daten erfolgt über hetdex.org.
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