Neue Vorschriften für Rechenzentren in Irland: Amazon-PPA-Ziel erreicht 800 Megawatt
2026-06-06 14:21
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de.wedoany.com-Bericht: Die irische Kommission für die Regulierung von Versorgungsunternehmen (CRU) entschied 2023, dass künftige Betreiber von Rechenzentren 80 % ihres Stroms aus neuen erneuerbaren Energieanlagen im Land beziehen müssen. Diese Entscheidung stieß in der Energie- und Technologiebranche auf unterschiedliche Reaktionen – einige sehen darin eine Wachstumsbremse, andere einen Katalysator für neue Kapazitäten.

Die rasante Entwicklung der Künstlichen Intelligenz und die Expansion von Rechenzentren verschärfen den Energie- und Wasserverbrauch. Um die Umweltauswirkungen zu begrenzen und gleichzeitig das Wachstum der digitalen Wirtschaft aufrechtzuerhalten, erlassen Regierungen weltweit neue Vorschriften. Irland gilt als der deutlichste Testfall für dieses Gleichgewicht.

Auf der Konferenz des irischen Windenergieverbands (Wind Energy Ireland) in Dublin erklärte Niamh Gallagher, Leiterin von Amazon Web Services in Irland sowie Leiterin für Infrastruktur und öffentliche Politik in Europa, dem Nahen Osten und Afrika, dass die Politik eine „strukturierte langfristige Nachfrage“ nach neuer erneuerbarer Stromerzeugung schaffe. Diese Nachfrage, so Niamh, verspreche finanzierbare Projekte und einen klareren Umsetzungspfad, während sie gleichzeitig Erwartungen an Zeitrahmen und Umfang für Entwickler und Käufer setze.

Stromabnahmeverträge (PPA) sind der wichtigste Weg, um diese Nachfrage in konkrete Projekte umzusetzen. Unternehmen verpflichten sich, über 10 bis 20 Jahre Strom aus Wind- oder Solarprojekten zu kaufen, im Gegenzug für Preissicherheit, während Entwickler die für den Bau erforderlichen Einnahmen erhalten. Niamh wies darauf hin, dass Unternehmensstromabnahmeverträge (CPPA) Ambitionen in „finanzierbare Megawatt“ umwandeln. Vorhersehbare Cashflows helfen, die Kapitalkosten zu senken und den Bau zu beschleunigen.

Irlands Ziel, bis 2030 5 Gigawatt Offshore-Windenergie zu erreichen, gilt als gefährdet. Während Genehmigungsverfahren und Netzausbau vorangetrieben werden, könnten PPAs helfen, die Lücke zu schließen.

Amazon ist einer der weltweit größten Hyperscale-Cloud-Anbieter und der größte gewerbliche Abnehmer erneuerbarer Energien mit über 600 Wind- und Solarprojekten und einer Gesamtkapazität von 40 Gigawatt. In Irland hat Amazon PPAs mit einer Gesamtleistung von 310 Megawatt unterzeichnet und strebt 800 Megawatt an – etwa die Kapazität von zwei konventionellen Kraftwerken. Zu den Kooperationsprojekten gehört der Derrinlough-Windpark von Bord na Móna im County Offaly, der laut Niamh den Strombedarf von 90.000 Haushalten decken kann. Sie fügte hinzu, dass Unternehmensvereinbarungen Projekte termingerecht, budgetkonform, subventionsfrei und ohne zusätzliche Kosten für die Steuerzahler liefern könnten.

Angesichts von Klimazielen und steigenden Strompreisen für Haushalte rückt der Energieverbrauch von Rechenzentren in den Fokus. Niamh ist der Ansicht, dass die in Rechenzentren eingesetzte Technologie den Energie- und Kohlenstoffausstoß in anderen Bereichen senken könne. Sie verwies auf einen aktuellen Bericht des spanischen Energiekonzerns Iberdrola, der zeigt, dass Amazons System die Betriebskosten um 10 bis 30 % gesenkt habe, wobei die Einsparungen an die Kunden weitergegeben würden. Niamh betonte, dass der Kampf um die Nettoauswirkungen von der Umsetzung und den Nachweisen abhänge; transparente Berichterstattung und systemweite Studien seien entscheidend. „Irland hat Windenergie, politische Ausrichtung und Nachfrage. Jetzt kommt es auf die Umsetzung an“, sagte sie.

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