Indisches Startup BluJ Aerospace entwickelt VTOL-Fluggerät mit 200 kg Nutzlast für Frachtverkehr
2026-06-07 15:20
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de.wedoany.com-Bericht: Das indische Startup BluJ Aerospace entwickelt eine Reihe von elektrischen und wasserstoff-elektrischen Hybrid-VTOL-Fluggeräten (Vertical Take-Off and Landing), die sich zunächst auf Fracht- und Logistikaufgaben konzentrieren, während der Personentransport als langfristiges Ziel verfolgt wird.

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Das in Hyderabad ansässige Unternehmen wurde 2022 von den Luftfahrtingenieuren Maruthi Amardeep Sri Vatsavaya und Utham Kumar Dharmapuri gegründet. BluJ Aerospace hat bereits zwei batterieelektrische Prototypen getestet und arbeitet an einem wasserstoff-elektrischen Hybridantrieb für Langstreckenmodelle.

Das zentrale Produkt des Unternehmens in naher Zukunft ist das Modell „Reach", ein autonomes Frachtfluggerät mit einer Nutzlast von 200 kg (440,9 lb) und einem maximalen Abfluggewicht von unter 500 kg. BluJ Aerospace plant, die Zulassung für Reach innerhalb der nächsten 12 Monate zu erhalten und das Gerät innerhalb von 12 bis 18 Monaten zu kommerzialisieren.

„Reach" verfügt über eine Lift-Cruise-Konfiguration mit sechs Hubrotoren an zwei Heckauslegern, die einen größeren vorderen und einen etwas kleineren hinteren Flügel verbinden. Unter dem vorderen Flügel sorgen zwei Zugpropeller für den Schub. Der zentrale Frachtraum bildet den Rumpf, und ein großer, nach vorne öffnender Nasenabschnitt ermöglicht den direkten Zugang zum Laderaum. Das Fluggerät hat ein festes Fahrwerk und kein konventionelles Leitwerk.

Die Gründer von BluJ Aerospace geben an, dass das Unternehmen gegründet wurde, um regionale Mobilitätsherausforderungen in Indien und anderen Märkten mit unzureichender Bodeninfrastruktur zu lösen. Der anfängliche Fokus auf Logistik liegt darin begründet, dass der Frachtbetrieb im Vergleich zum Personentransport einen realistischeren Einführungspfad bietet. Dharmapuri ist der Ansicht, dass Logistik ein echtes, dringendes Problem darstellt, insbesondere in einem Land wie Indien, und dass Logistik auch das Tor zum Personenverkehr ist.

Der CEO von BluJ Aerospace, Sri Vatsavaya, war zuvor bei General Electric, Collins Aerospace und Skyroot Aerospace tätig, wo er Gründungsmitglied des Teams eines indischen Raumfahrt-Startups war. CTO Dharmapuri verfügt über fast zwei Jahrzehnte Erfahrung in der Luft- und Raumfahrt und war an Projekten von Boeing in Indien, den USA, Japan, Großbritannien und Europa beteiligt. Das Unternehmen beschäftigt derzeit rund 50 Mitarbeiter und schloss 2023 seine erste Finanzierungsrunde ab.

Die Fluggerätstrategie von BluJ Aerospace basiert auf der sogenannten Vantis-Plattformarchitektur. Anstatt ein einzelnes Fluggerät zu entwickeln, entwirft das Unternehmen modulare Subsysteme für Flugzeugstrukturen, Antriebsstränge, Antriebssysteme, Flugsteuerung und Autonomie, die über mehrere Modelle hinweg skalierbar sind. Dharmapuri erklärt, dass alle Konstruktionen und Bauten auf Skalierbarkeit ausgelegt seien – das sei die Bedeutung der Plattformarchitektur.

Sri Vatsavaya weist darauf hin, dass dieser Ansatz die Ansicht von BluJ Aerospace widerspiegelt, dass regionale Luftmobilität letztlich eher der Automobilindustrie als der traditionellen Luft- und Raumfahrt ähneln könnte, da verschiedene Kunden, Missionen und Regionen unterschiedliche Modelle erfordern. Das Unternehmen habe früh erkannt, dass Flexibilität nur möglich sei, wenn die Systeme eher wie eine Plattform als wie ein einzelnes Produkt aufgebaut würden – dies bringe nicht nur Flexibilität, sondern beschleunige auch die Umsetzung verschiedener Modelle.

Die erste Generation der Fluggeräte von BluJ Aerospace diente hauptsächlich als maßstabsgetreue Technologiedemonstratoren, während die zweite Generation von Prototypen näher an der Konfiguration für Kundenversuche ist. Die zweite Generation verwendet eine Architektur mit höherer Spannung, verbesserte Antriebssysteme, bessere thermische Eigenschaften, modernisierte Avionik- und Kommunikationssysteme, proprietäre Flugsoftware und zertifizierte Flugsteuerungen. Im Vergleich zur ersten Generation konnte BluJ Aerospace das Strukturgewicht um etwa 40 % reduzieren.

BluJ Aerospace entwickelt außerdem einen wasserstoff-elektrischen Hybridantrieb für Langstreckenfluggeräte. Ein 60-kW-System wurde bereits am Boden getestet, und das Unternehmen arbeitet daran, die nächste Version leichter und kompakter zu machen, um den Flugbetrieb zu ermöglichen. Sri Vatsavaya ist der Ansicht, dass die Herausforderungen der Wasserstoffinfrastruktur für die Luftfahrt geringer seien als für den breiteren Transportmarkt, da die Fluggeräte eine begrenzte Anzahl kontrollierter Betankungspunkte nutzen würden. Nach Schätzung des Unternehmens sei der Aufbau einer Betankungsinfrastruktur wirtschaftlich sinnvoll, wenn täglich mindestens 250 bis 300 kg Wasserstoff verbraucht würden.

Das Unternehmen erwartet, dass der Markt für fortschrittliche Luftmobilität in Indien mit Logistik- und Verteidigungsanwendungen starten und sich dann dem Personentransport zuwenden wird. Sri Vatsavaya rechnet damit, dass innerhalb von fünf Jahren mindestens einige Betreiber in Indien den kommerziellen Betrieb aufnehmen werden, während Dharmapuri davon ausgeht, dass Personenbeförderung in etwa zehn Jahren möglich sein könnte. Dharmapuri glaubt, dass innerhalb von fünf Jahren in Bereichen mit geringerem Personenrisiko jemand diese Fluggeräte steuern wird; innerhalb von zehn Jahren werde es in Indien mit Sicherheit Dienste zur Personenbeförderung geben.

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