de.wedoany.com-Bericht: Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung hat der SIA Next Biogas, einer Tochtergesellschaft der niederländischen HoSt Group, ein Darlehen in Höhe von 26 Millionen Euro gewährt. Dieses dient dem Erwerb und der Umrüstung einer bestehenden Biogasanlage in Ledurga, Lettland. Nach Abschluss des Projekts wird die Anlage in eine Biomethanproduktionsstätte umgewandelt, um die Versorgung mit erneuerbarem Gas im Baltikum weiter auszubauen.
Im Rahmen des Projekts wird die bestehende Biogasanlage erweitert und modernisiert, um sie in eine Biomethananlage umzurüsten, die in das Erdgasnetz eingespeist werden kann. Nach Angaben der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung wird die Anlage nach Inbetriebnahme voraussichtlich rund 80.070 Megawattstunden Biomethan pro Jahr produzieren. Das erzeugte Gas wird über Transport- und Einspeiseinfrastruktur in das Gasnetz eingespeist und kann sowohl für den lettischen Inlandsverbrauch als auch für den Export auf den europäischen Markt genutzt werden. Im Produktionsprozess wird zudem biogenes Kohlendioxid abgeschieden, das als nachhaltiges Nebenprodukt dient. Durch die Synergien zwischen landwirtschaftlichen Rohstoffen, Gärresteverwertung, Gassubstitution und Kohlenstoffminderung wird der Wert der lokalen Kreislaufwirtschaft gesteigert. Für die HoSt Group beschleunigt diese Finanzierung das Tempo bei der Entwicklung, dem Besitz und dem Betrieb von Infrastruktur für grüne Energie in Europa und verschafft dem Unternehmen zudem einen klareren Projektstandort im baltischen Biomethanmarkt.
Die lettische Energiestruktur wird seit langem von der regionalen Gasversorgung, den Preisen für importierte Brennstoffe und den Rahmenbedingungen der europäischen Energiesicherheit beeinflusst. Biomethan kann landwirtschaftliche Abfälle, organische Rückstände und bestehende Biogasinfrastruktur nutzen, um eine stärker lokalisierte, erneuerbare Gasquelle zu schaffen. Im Gegensatz zu Wind- und Solarenergie, die hauptsächlich Strom liefern, kann Biomethan in das Gasnetz eingespeist werden und dient der industriellen Wärmeerzeugung, als Kraftstoff für den Verkehr, für Haushaltsgas und für Produktionsprozesse, die sich nur schwer direkt elektrifizieren lassen. Der Wert des Projekts in Ledurga liegt in der Aufwertung bestehender Anlagen: Es ist nicht erforderlich, eine vollständige Anlage von Grund auf neu zu errichten. Stattdessen werden auf Basis der vorhandenen Biogasanlagen Kapazitäten für Reinigung, Verdichtung, Einspeisung, CO₂-Abscheidung und Betriebssteuerung hinzugefügt. Dieser Ansatz entspricht eher den tatsächlichen Anforderungen kleiner und mittlerer Bioenergieprojekte in Europa. Das Projekt wird auch die Nachfrage nach anaeroben Vergärungsanlagen, Biogasaufbereitungssystemen, Verdichtungssystemen, Gasmessung, Gaseinspeiseinfrastruktur, CO₂-Verflüssigung, Tankwagen-Transport und landwirtschaftlichen Lieferketten-Dienstleistungen ankurbeln.
Nach der Inbetriebnahme wird das Projekt voraussichtlich eine der größeren Biomethananlagen in Lettland sein. Die nächsten kritischen Schritte umfassen die Vermögensübertragung, die Anlagenumrüstung, die Genehmigung für die Gaseinspeisung, die Organisation landwirtschaftlicher Rohstoffe, die Inbetriebnahme und den Abschluss langfristiger Lieferverträge. Sollte die Umrüstung erfolgreich abgeschlossen werden, wird das Projekt in Ledurga einen geschlossenen Energiekreislauf aus „landwirtschaftlichen Rohstoffen – Biogasaufbereitung – Biomethaneinspeisung – Nutzung von Nebenprodukten“ für Lettland schaffen. Es dient zudem als reproduzierbares Modell für die baltischen Staaten, um auf Basis bestehender Biogasanlagen die Versorgung mit erneuerbarem Gas auszuweiten.
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