de.wedoany.com-Bericht: Kürzlich hat die brasilianische Nationale Straßentransportbehörde das öffentliche Anhörungsverfahren für die neue Konzession des südlichen Eisenbahnnetzes eingeleitet. Das Projekt umfasst vier Bundesstaaten im Süden und Südosten Brasiliens und konzentriert sich auf die drei Eisenbahnkorridore Paraná–Santa Catarina, Rio Grande und Mercosur, um die anschließende Ausschreibungsvorbereitung voranzutreiben. Die drei Korridore haben eine Gesamtlänge von etwa 4248,45 km und sind ein wichtiges Projekt der neuen Runde von Schienengüterverkehrs-Konzessionen in Brasilien.
Dieses Verfahren bedeutet, dass die Erneuerung des südlichen Eisenbahnnetzes in die Phase der gesellschaftlichen Beteiligung und der Vervollständigung der Ausschreibungsunterlagen eintritt.
Der bestehende Vertrag für das südliche Eisenbahnnetz wird von Rumo Malha Sul betrieben und läuft im Jahr 2027 aus. Die brasilianische Regulierungsbehörde hat die drei Eisenbahnkorridore als Ganzes strukturiert und plant, in einer Ausschreibung mit drei Losen eine neue 30-jährige Konzession zu vergeben. Der Korridor Paraná–Santa Catarina ist mit einer Gesamtlänge von etwa 1502,26 km die Hauptachse des gesamten Projekts. Er verbindet Maringá, Ourinhos, Apucarana und führt zu den Häfen Paranaguá und São Francisco do Sul, während er auch Knotenpunkte wie Guarapuava, Rio Branco do Sul und Curitiba passiert. Er trägt etwa 78 % des Frachtaufkommens des südlichen Eisenbahnnetzes und bedient hauptsächlich exportorientierte Güter wie Getreide, Zucker, Zellstoff und Düngemittel. Der Korridor Rio Grande ist etwa 880,3 km lang, verbindet Cruz Alta, Cacequi und die Nebenstrecke nach Santiago und erstreckt sich bis zum Hafen Rio Grande. Er trägt etwa 16,6 % des Frachtaufkommens, hauptsächlich mit Getreide, Düngemitteln und Kraftstoffen. Der Mercosur-Korridor ist etwa 1865,78 km lang und übernimmt die Funktion der Verbindung zwischen Bundesstaaten und über die Grenze hinweg. Er verbindet Iperó im Bundesstaat São Paulo mit Ponta Grossa und erstreckt sich über Mafra, Passo Fundo, Porto Alegre, Santa Maria und Cacequi bis zur argentinischen Grenze in Uruguaiana. Er ist eine wichtige Verbindung zwischen der Eisenbahn im Süden Brasiliens und dem regionalen Handelsnetzwerk.
Das Projekt plant, während der 30-jährigen Konzessionslaufzeit etwa 14,4 Milliarden BRL an Investitionsausgaben und 38,6 Milliarden BRL an Betriebsausgaben vorzusehen.
Der Schlüssel zur Neustrukturierung des südlichen Eisenbahnnetzes liegt in der Anwendung eines „Kreuzinvestitions“-Mechanismus, der Korridore mit unterschiedlicher Ertragskraft in dasselbe Geschäftsmodell integriert. Der Korridor Paraná–Santa Catarina verfügt über eine konzentriertere Frachtbasis und eine ausgereiftere Hafenanbindung, was eine starke Cashflow-Basis bietet. Die Korridore Rio Grande und Mercosur übernehmen Funktionen wie regionalen Ausgleich, Wiederaufbau nach Katastrophen, grenzüberschreitende Anbindung und Abdeckung von Industriezonen. Nach dem von der Regulierungsbehörde veröffentlichten Plan wird der Korridor Paraná–Santa Catarina etwa 1,47 Milliarden BRL an Investitionen an den Korridor Rio Grande und etwa 3,46 Milliarden BRL an den Mercosur-Korridor übertragen, sodass die drei Korridore ohne direkte Bundesmittel als Hauptfinanzierungsquelle eine Gesamtrentabilität erreichen können. Davon werden von den etwa 4,8 Milliarden BRL Investitionen in den Mercosur-Korridor etwa 3 Milliarden BRL für den Wiederaufbau der Infrastruktur der Eisenbahn im Bundesstaat Rio Grande do Sul verwendet, die in den letzten Jahren durch extremes Wetter beeinträchtigt wurde. Für den Süden Brasiliens wird die Wiederherstellung und der Ausbau der Eisenbahn Auswirkungen auf die Hafenlogistik, den Export landwirtschaftlicher Produkte, den Transport von Industrierohstoffen, den grenzüberschreitenden Handel und die logistische Widerstandsfähigkeit nach Katastrophen haben. Für potenzielle Investoren werden die Frachtstruktur, die Hafenanbindung, die Kosten für die Streckensanierung, das langfristige Verkehrswachstum und die regulatorische Stabilität die Attraktivität des Projekts bestimmen.
Die Unterlagen zur öffentlichen Anhörung werden ab dem 8. Juni zur Verfügung gestellt. Die Frist für die Einreichung von Stellungnahmen läuft vom 15. Juni bis zum 10. August. Persönliche Sitzungen sind in Brasília, Curitiba, Porto Alegre und Florianópolis geplant. Die weiteren Verfahren konzentrieren sich auf die Aufnahme der Anhörungsergebnisse, die Vervollständigung der Ausschreibungsunterlagen, die Bestätigung der Vertragsbedingungen und die zukünftige offizielle Auktion. Wenn die neue Konzession erfolgreich umgesetzt wird, wird das südliche Eisenbahnnetz Brasiliens von einem Vertragswechsel in eine Phase systematischer Neuinvestitionen übergehen. Regionale Häfen, landwirtschaftliche Exporte, Düngemittelimporte, Kraftstofftransporte und grenzüberschreitende Korridore werden dann über klarere langfristige Infrastrukturregelungen verfügen.
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