de.wedoany.com-Bericht: Am 28. Juli wurden die beiden Hauptröhren des Brenner-Basistunnels, die östliche und die westliche, in etwa 1.400 Metern Tiefe unter der Grenze zwischen Österreich und Italien durchgeschlagen. Damit wurde erstmals eine unterirdische Verbindung der Hauptstreckentunnel beider Länder hergestellt. Der Erkundungsstollen des Projekts war bereits im September letzten Jahres durchgängig verbunden worden. Bei den nun durchgeschlagenen beiden Röhren handelt es sich um die Hauptstrukturen, die künftig den Personen- und Güterzugverkehr aufnehmen werden. Der Brenner-Basistunnel ist insgesamt rund 64 Kilometer lang und wird nach seiner Fertigstellung der längste unterirdische Eisenbahntunnel der Welt sein. Die Inbetriebnahme wird zwischen 2032 und 2034 erwartet.

Auf der italienischen Seite wurde der Haupttunnel mit den beiden Tunnelbohrmaschinen „Virginia" und „Flavia" in Richtung der österreichisch-italienischen Grenze vorgetrieben; auf der österreichischen Seite kam das Sprengvortriebsverfahren zum Einsatz. Da die Tunnelarbeiten in beiden Ländern getrennt vorangetrieben wurden, spielten Vermessung und Linienführung eine entscheidende Rolle für die präzise Verbindung der Tunnel. Das Projekt gab an, dass die Achsabweichung der beiden Bauabschnitte beim Durchschlag des Erkundungsstollens nur wenige Zentimeter betrug, was die Grundlage für die spätere präzise Verbindung der Hauptröhren bildete.
Dieser Durchschlag verband den österreichischen Bauabschnitt H53 Pfunds-Brenner mit dem italienischen Bauabschnitt H61 Mauls 2-3. Derzeit laufen die Tunnelarbeiten auf der Nordseite des Projekts noch weiter. Die beiden Tunnelbohrmaschinen „Wilma" und „Olga" treiben die verbleibenden Abschnitte in Richtung Innsbruck vor. Nach Abschluss der entsprechenden Arbeiten wird das Eisenbahntunnelsystem zwischen Österreich und Italien durchgängig verbunden sein.

Brenner-Basistunnel
Der Brenner-Basistunnel ist das Kernstück des transeuropäischen Verkehrsnetzes (TEN-T) „Skandinavien-Mittelmeer-Korridor". Die zugehörige Verkehrsachse verbindet Helsinki mit Valletta und ist in die Eisenbahnachse München-Verona eingebunden. Die Bauarbeiten für das Hauptprojekt begannen offiziell im Jahr 2008, die Gesamtinvestitionen belaufen sich auf rund 10,5 Milliarden Euro.
Der Tunnel verbindet Innsbruck in Österreich mit Franzensfeste (Fortezza) in Italien. Die Hauptlänge beträgt 55 Kilometer, zusammen mit dem bereits in Betrieb befindlichen Innsbrucker Umfahrungstunnel im Süden ergibt sich eine Gesamtlänge von 64 Kilometern. Nach seiner Fertigstellung wird er der längste unterirdische Eisenbahntunnel der Welt sein. Der Tunnel besteht aus zwei eingleisigen Röhren mit einer Breite von jeweils 8,1 Metern. Der Abstand zwischen den beiden Röhren beträgt 40 bis 70 Meter. Alle 333 Meter ist ein Querschlag für Notfalleinsätze und Wartungsarbeiten vorgesehen.

Das Projekt wird von der BBT SE gebaut und betrieben, die zu je 50 % der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) und der italienischen Brenner Eisenbahntunnelgesellschaft (TFB) gehört. Das italienische Bauunternehmen Webuild ist im Rahmen dieses Projekts für Bauarbeiten von über 50 Kilometern verantwortlich, die in vier Bauabschnitte unterteilt sind, von denen zwei bereits abgeschlossen sind.

Nach der Fertigstellung können Personenzüge eine Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h erreichen. Die Reisezeit von Franzensfeste (Fortezza) nach Innsbruck wird von derzeit 80 Minuten auf 25 Minuten verkürzt. Es können Güterzüge mit einer Länge von bis zu 740 Metern verkehren (die bestehende Strecke erlaubt maximal 450 Meter). Dies wird dazu beitragen, mehr Personen- und Güterverkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern.










