Deutsche thyssenkrupp Uhde übernimmt Vorplanung für zwei grüne Ammoniakprojekte in Brasilien
2026-06-09 17:56
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de.wedoany.com-Bericht: Am 9. Juni gab das deutsche Chemieingenieurunternehmen thyssenkrupp Uhde bekannt, dass es zwei Vor-FEED-Verträge mit dem norwegischen Entwickler für grünen Wasserstoff und Ammoniak, Fuella AS, unterzeichnet hat. Es wird die Vorplanungsleistungen für das grüne Ammoniakprojekt Pecém und das grüne Ammoniakprojekt Açu in Brasilien erbringen. Die beiden Projekte befinden sich im Hafen von Pecém im Bundesstaat Ceará bzw. im Hafen von Açu im Bundesstaat Rio de Janeiro. Beide zielen auf eine jährliche Produktion von 400.000 Tonnen grünem Ammoniak ab, das vollständig aus erneuerbaren Energien gewonnen wird.

Dieser Vertrag befindet sich in der Phase der technischen Vertiefung vor dem eigentlichen Bau. Zu den Hauptaufgaben gehören die Optimierung der Prozessroute, die Förderung wichtiger Ingenieurstätigkeiten, die Verbesserung des technischen Konzepts des Projekts sowie die Bereitstellung einer Grundlage für nachfolgende kommerzielle Meilensteine und die endgültige Investitionsentscheidung. thyssenkrupp Uhde verfügt über umfangreiche Projekterfahrung in den Bereichen Ammoniak, Düngemittel, Methanol, Polymere und grüne Chemieanlagen. Auf seiner Website gibt das Unternehmen an, bereits über 3.000 Chemie- und Prozessanlagen gebaut zu haben und grünen Wasserstoff, grünes Ammoniak und nachhaltige Chemikalien zu seinem Kerngeschäft zu zählen. Fuella wiederum treibt sein Portfolio an grünen Wasserstoff- und Ammoniakprojekten in Norwegen und Brasilien voran. Die beiden brasilianischen Projekte verbinden Häfen, erneuerbare Energiequellen, Wasserelektrolyse zur Wasserstofferzeugung, Ammoniaksynthese und Exportwege. Das Projekt Açu hat zuvor eine Landreservierungsvereinbarung und eine Absichtserklärung mit Prumo und Porto do Açu unterzeichnet. Geplant ist der Bau einer bis zu 520 Megawatt starken grünen Ammoniakanlage auf Basis der Wasserelektrolyse mit einer Jahreskapazität von 400.000 Tonnen, deren erste Produktion für 2030 vorgesehen ist. Das Projekt Pecém wiederum nutzt die lokalen Wind-, Solar- und Wasserkraftbedingungen sowie die Kooperationsbasis zwischen dem Hafen von Pecém und dem Hafen von Rotterdam, um eine groß angelegte Versorgung mit grünem Ammoniak für den internationalen Markt zu entwickeln.

Die Rolle von grünem Ammoniak in der chemischen Industrie erweitert sich von einem traditionellen Düngemittelrohstoff hin zu einem kohlenstoffarmen Brennstoff, einem Wasserstoffträger und einem Rohstoff für die industrielle Dekarbonisierung. Ammoniak selbst verfügt bereits über eine ausgereifte Lagerung, einen etablierten Transport, Hafenumschlag und Handelsbasis. Grünes Ammoniak wird durch die Herstellung von Wasserstoff mit erneuerbarem Strom und dessen Synthese mit Stickstoff gewonnen, wodurch die Kohlenstoffemissionen der herkömmlichen Ammoniakproduktion aus fossilen Brennstoffen reduziert werden. Brasilien verfügt über eine starke Basis an Wind-, Solar- und Wasserkraftressourcen, und seine Küstenhäfen können europäische und andere überseeische Nachfragemärkte anbinden. Daher ist das Land gut geeignet, seinen Vorteil bei erneuerbaren Energien in Exportkapazitäten für grüne Chemieprodukte umzuwandeln. Sollten die Projekte in den Häfen von Pecém und Açu in die nachfolgenden Phasen von FEED, Finanzierung und Bau übergehen, werden sie eine ganze Reihe von Anforderungen an Chemieanlagen und Ingenieurdienstleistungen auslösen, darunter Elektrolyseure, Luftzerlegung, Ammoniaksynthese, Kompression, Tanks, Verladung, Hafenflüssiggut-Anlagen, Wasseraufbereitung, Steuerungssysteme sowie Sicherheits- und Umwelttechnik. Dies würde Brasilien auch einen konkreteren industriellen Projektanker in den Bereichen grüne Wasserstoffderivate, kohlenstoffarme Düngemittelrohstoffe und die Lieferkette für saubere Schiffskraftstoffe verschaffen.

Im weiteren Verlauf des Projekts müssen noch die Vor-FEED-Planung, die Ausreifung des Geschäftsmodells, die Abnahmevereinbarungen, die Hafenschnittstellen, die Finanzierungsstruktur und die endgültige Investitionsentscheidung abgeschlossen werden. Mit dem Einstieg von thyssenkrupp Uhde in die frühe Planungsphase beginnen sich die beiden grünen Ammoniakprojekte von Fuella in Brasilien von der Sicherung von Hafenressourcen und Projektideen hin zu einer konkreteren technischen Bewertungsphase zu entwickeln. Wenn die nachfolgenden Meilensteine planmäßig erreicht werden, könnte Brasilien auf der Grundlage seiner erneuerbaren Energien eine Exportkapazität für grünes Ammoniak für den europäischen und internationalen Markt aufbauen und ein neues Projektbeispiel für ein kohlenstoffarmes Rohstoffsystem in der Chemieindustrie liefern.

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