Usbekistan startet Chemieprojekte im Wert von 17 Milliarden US-Dollar zur Förderung der industriellen Modernisierung
2026-06-09 18:00
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de.wedoany.com-Bericht: Usbekistan hat kürzlich neue Maßnahmen zur beschleunigten Entwicklung der chemischen Industrie und zur Umsetzung regionaler Investitionsprojekte angekündigt. Vorgesehen ist der Start von über 350 Chemieprojekten mit einem Gesamtvolumen von 17 Milliarden US-Dollar. Der Plan umfasst Düngemittel, Polymere, Haushaltschemikalien, anorganische Chemikalien, mineralische Tiefenverarbeitung sowie den Aufbau von Forschungs- und Produktionsclustern. Ziel ist es, die Wertschöpfung heimischer Chemieprodukte zu steigern, die Importabhängigkeit zu verringern und mehr Rohstoffressourcen in nachgelagerte industrielle Kapazitäten umzuwandeln.

Die usbekische Chemieindustrie war in der Vergangenheit stark auf Mineraldünger ausgerichtet. In den letzten Jahren wurden bereits Investitionen in Höhe von 8,3 Milliarden US-Dollar angezogen und 87 große Kapazitätsprojekte in Betrieb genommen. Dadurch entstand eine Basis für über 60 Arten hochwertiger Produkte wie Polyvinylchlorid, grünen Wasserstoff, geschäumtes Polypropylen und BOPP-Folien. Der Kern der neuen Maßnahmen besteht darin, die Chemieindustrie von der traditionellen Herstellung von Basisdüngern weiter in Richtung Spezialisierung, Markenbildung und Materialentwicklung zu lenken. Offiziell wurde angekündigt, im Cluster um das Navoiy-Stickstoffdüngerwerk zehn Projekte mit einem Volumen von einer Milliarde US-Dollar für Chemikalien mit geringer Tonnage zu starten, um den Stückwert von Produkten wie Klebstoffen auf Basis von Cyansalzen zu steigern. In Karakalpakstan, Surxondaryo, Qashqadaryo und Navoiy soll die Tiefenverarbeitung von Mineralien wie Natrium, Kalium, Bentonit und Serpentinit vorangetrieben werden. Zudem ist ein dreijähriger Plan zur Erweiterung der Reserven für Rohstoffe wie Phosphat, Steinsalz, Glaubersalz und Serpentinit vorgesehen. Die Verarbeitung von Serpentinit wird als Schwerpunkt gesondert hervorgehoben; das Investitionsvolumen für entsprechende Projekte soll nicht unter 200 Millionen US-Dollar liegen und kann auf Materialketten wie Magnesiumoxid, Nickel, Chrom und Kobalt ausgeweitet werden, um die Rohstoffbasis für die Elektro-, Werkstoff- und Anlagenbauindustrie zu stärken.

Auch Haushaltschemikalien sind Teil dieser industriellen Modernisierung. Usbekistan importiert jährlich Haushaltschemikalien im Wert von rund 300 Millionen US-Dollar, während der regionale Markt ein Volumen von etwa zwei Milliarden US-Dollar hat. Die neuen Maßnahmen umfassen die Bereitstellung von Flächen in einem Industriegebiet in Taschkent für die Entwicklung von Haushaltschemikalienprojekten sowie eine Anfangsinvestition von 50 Millionen US-Dollar. Diese sollen später in Form von etablierten Markenunternehmen an den Privatsektor übertragen werden. Ähnliche Projekte in anderen Regionen erhalten zudem eine Unterstützung von 15 Millionen US-Dollar aus dem Industrie-Kooperationsfonds.

Die Düngemittelindustrie bleibt ein grundlegender Sektor der usbekischen Chemieindustrie, doch der Modernisierungskurs hat sich von der reinen Ausweitung der Stickstoffdüngerproduktion hin zu wasserlöslichen Düngemitteln, Phosphatdüngern und Produkten mit höherer Wertschöpfung verlagert. Gemäß den Plänen sollen in den nächsten drei Jahren 42 Projekte mit einem Gesamtvolumen von 2,8 Milliarden US-Dollar umgesetzt werden. Bis 2030 soll die Produktion von Stickstoffdünger von 2,8 Millionen Tonnen auf 4 Millionen Tonnen, die von Phosphatdünger von 400.000 Tonnen auf 900.000 Tonnen und die von wasserlöslichem Dünger von 100.000 Tonnen auf 400.000 Tonnen gesteigert werden. Usbekistan kündigte gleichzeitig den Aufbau eines Chemie-Innovationssystems an, das Bildung, Forschung, Labore und Start-ups umfasst. Auf einem 60 Hektar großen Gelände im Bezirk Mirzo-Ulugʻbek in Taschkent soll ein innovativer Forschungs-, Produktions- und Bildungscluster für die Chemieindustrie entstehen. Zudem ist die Zusammenarbeit mit Südkorea beim Aufbau eines Zentrums für chemische Technologieinnovation geplant. Dies bedeutet, dass die neue Runde von Chemieprojekten nicht nur auf die Kapazitätserweiterung bestehender Großunternehmen angewiesen sein wird, sondern auch durch Technologievalidierung, Pilotanlagen, Markenproduktinkubation und die Umsetzung von Forschungsergebnissen die Fähigkeitslücken in Bereichen wie hochwertige Chemikalien, grüne Chemie, Nanochemie und digitale Modellierung in der Chemie schließen soll.

Die Projektportfolios werden anschließend in die Phasen der Detailplanung, Unternehmensorganisation, Investitionsumsetzung und regionalen Übernahme übergehen. Für Usbekistan würde die planmäßige Umsetzung der Chemieprojekte im Wert von 17 Milliarden US-Dollar die langjährige Struktur der Chemieindustrie, die stark auf Basisdünger und Primärprodukte ausgerichtet war, verändern. Dies würde gleichzeitig die Nachfrage nach Reaktoren, Kompressoren, Pumpen und Ventilen, Wärmetauschern, Lagertanks, Trennanlagen, Steuerungssystemen, Umweltschutztechnik, Wasseraufbereitung, Laborausrüstung und Ingenieurdienstleistungen freisetzen. Es würde auch dazu beitragen, einen vollständigeren Rohstoff-Zwischenprodukt-Endprodukt-Kreislauf für die Chemieindustrie in Zentralasien zu schaffen.

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