Juni 2026: Fraunhofer IVV präsentiert tragbaren Sekundenschnell-Detektor für Lebensmittelverderb
2026-06-10 13:41
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de.wedoany.com-Bericht: Am 11. Juni 2026 präsentierte das Forschungsprojekt SENT-GC-MOS auf dem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ausgerichteten „Tag der offenen Tür des Mittelstands“ in Berlin einen tragbaren Gaschromatographie-Detektor, der Lebensmittelverderb vor Ort in Sekundenschnelle und zu geringen Kosten nachweisen kann. Das Gerät wurde vom Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV (Fraunhofer IVV) in Zusammenarbeit mit der Universität des Saarlandes entwickelt.

Qualitätsmängel bei Lebensmitteln, wie ranzige Nüsse in Schokolade oder während der Produktion unbemerkter Schimmelbefall, stellen ein enormes Risiko für Hersteller dar und können zu Rückrufen sowie Markenschäden führen. Herkömmliche Nachweismethoden sind oft langsam und teuer. Das vom Forschungsteam entwickelte Systementwicklungstool (SENT) ermöglichte den Aufbau eines miniaturisierten Gaschromatographie-Systems. Das Ergebnis ist das handliche Analysegerät „OxiVOC-GC“, das zwei Hauptprobleme löst: Erstens die Früherkennung von Ranzigkeit durch den Nachweis flüchtiger organischer Verbindungen (VOC), die bei der Fettoxidation entstehen, noch bevor sie vom menschlichen Geruchssinn wahrgenommen werden können; zweitens die Identifizierung von Schimmel und dessen zuverlässige Unterscheidung von Fettoxidation.

Das System arbeitet berührungslos mit gereinigter Luft und liefert über hochempfindliche Halbleiter-Gassensoren sofort präzise Ergebnisse. Diese Technologie trägt zur Sicherung der Lebensmittelqualität, zur Reduzierung von Ausschuss und zur Erhöhung der Lebensmittelsicherheit für Endverbraucher bei. Die Forschungsergebnisse lassen sich zudem auf mobile VOC-Analysesysteme in anderen Branchen übertragen und schaffen neue Marktchancen für Hersteller von Komponenten und Messsystemen.

Professor Andreas Schütze von der Universität des Saarlandes erklärte, sein Team habe ein kompaktes und kostengünstiges Gassensorsystem entwickelt, das die Qualität von Nüssen und anderen Ölsaaten schnell und zuverlässig bestimmen könne. Bisher waren derartige Analysen aufgrund der hohen Anforderungen an Empfindlichkeit und Selektivität zeitaufwendig und teuer; Unternehmen verließen sich bei der Qualitätsüberwachung hauptsächlich auf stichprobenartige Geruchsbewertungen durch menschliche Experten. Das neue System helfe insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen, ihre Produktqualität kontinuierlich zu sichern und Produktions- sowie Entwicklungskosten zu senken.

Dr. Tilman Sauerwald, Wissenschaftler am Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV, ergänzte, der realisierte Demonstrator könne die Qualität von Haselnüssen prüfen und deren Alterungsgrad bestimmen, ohne dass ein großer Zeitaufwand nötig sei – ein Fortschritt für die Qualitätssicherung von Süßwarenherstellern. Die Methode lasse sich für verschiedene Anwendungen weiterentwickeln, etwa zur Prüfung der Frische anderer Lebensmittel oder der Qualität von Rezyklaten.

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