de.wedoany.com-Bericht: Die globale Stahlindustrie durchläuft derzeit bedeutende strukturelle Veränderungen – weg von einem System, das hauptsächlich von China und anderen ostasiatischen Ländern dominiert wurde, hin zu einem ausgewogeneren und wettbewerbsfähigeren globalen Markt.
Obwohl die Nachfrage allmählich anzieht und die World Steel Association für die nächsten zwei Jahre ein Wachstum prognostiziert, bleibt das Problem des Überangebots bestehen. Die neu hinzukommenden Kapazitäten wachsen weiterhin schneller als die Nachfrage, was zu einer geringen Auslastung der Anlagen und mehreren Hundert Millionen Tonnen Überschusskapazitäten führt – ein anhaltender Druck für die Stahlproduzenten.
Es gibt deutliche Unterschiede zwischen traditionellen Stahlerzeugungsländern und aufstrebenden Märkten. Chinas Stahlproduktion und -verbrauch sind seit 2020 erstmals wieder unter die Marke von einer Milliarde Tonnen gefallen; auch Japan, Südkorea und Deutschland haben ihre Produktion reduziert. Im Gegensatz dazu wächst Indien rasant, mit einem deutlichen Anstieg sowohl bei der Produktion als auch bei der Nachfrage, und wird voraussichtlich das globale Wirtschaftswachstum anführen. Gleichzeitig entwickeln sich Regionen wie Vietnam, der Nahe Osten und Afrika zu neuen Nachfragezentren.
Auch der Handel und die Regierungspolitik verändern den Markt. Trotz der schwachen Nachfrage in China haben die Stahlexporte des Landes ein Rekordniveau erreicht, wobei der Schwerpunkt zunehmend auf Südostasien und dem Nahen Osten liegt. Die USA und Indien bauen ihre lokale Produktion aus und nutzen protektionistische Maßnahmen, um Importe zu reduzieren und die Anlagenauslastung zu erhöhen. Mit steigenden Zöllen und Handelshemmnissen wird der globale Handel zunehmend eingeschränkt.
Der Übergang zu einer kohlenstoffarmen Produktion bringt neue Herausforderungen mit sich. Die EU hat den CO₂-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) eingeführt, und die kostenlosen Emissionszertifikate werden schrittweise reduziert, was die Produktionskosten für traditionellen Stahl erhöht. Auch China hat die Stahlindustrie in sein Emissionshandelssystem aufgenommen, um die Unternehmen zur Emissionsreduzierung zu bewegen.
Unter dem doppelten Druck von Handelsprotektionismus und Umweltauflagen müssen die Stahlunternehmen schneller auf eine kohlenstoffarme Produktion umstellen und Produkte mit höherer Wertschöpfung entwickeln, um auf dem sich wandelnden globalen Markt wettbewerbsfähig zu bleiben.
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