UCSC-Studie aus Chile: Grüne Wasserstoff-Lkw werden auf Langstrecken zunehmend wirtschaftlich
2026-08-01 17:21
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de.wedoany.com-Bericht: Forschende des Energiezentrums der Universidad Católica de la Santísima Concepción (UCSC) haben in der Zeitschrift Applied Sciences eine Studie veröffentlicht, die die technisch-ökonomische Leistungsfähigkeit der kürzlich in Chile eingeführten grünen Wasserstoff-Lkw im Vergleich zu Diesel-Schwerlastfahrzeugen bewertet. Derzeit basieren über 90 % des Schwerlastverkehrs in Chile auf Diesel, was eine der größten Herausforderungen für die Erreichung der Klimaneutralitätsziele des Landes darstellt.

Die Studie mit dem Titel „Technical and Economic Assessment of Green Hydrogen Trucks Recently Introduced in Chile: Comparative Analysis with Diesel Heavy-Duty Freight Vehicles" untersucht anhand eines Vergleichs mit gleichwertigen Diesel-Schwerlastfahrzeugen den Einfluss von Faktoren wie Kraftstoffkosten, Fahrzeugpreis, jährlicher Fahrleistung, Flottengröße und Wasserstoffbetankungsinfrastruktur auf die wirtschaftliche Machbarkeit von Wasserstoff-Lkw.

Der korrespondierende Autor der Studie, Dr. Ricardo Lizana, Forscher am Energiezentrum der UCSC, erklärte, der zentrale Beitrag der Studie liege in der Identifizierung der Variablen, die die wirtschaftliche Machbarkeit tatsächlich bestimmen. Die Analyse zeige, dass die Wasserstoffkosten zwar wichtig seien, aber nicht der einzige Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit; die jährliche Fahrleistung und die Auslastung der Lkw hätten entscheidenden Einfluss – je länger die Fahrstrecke und je länger die Betriebszeit, desto geringer werde die Kostendifferenz zwischen Wasserstoff-Lkw und Diesel-Lkw. Lizana wies darauf hin, dass auf Langstrecken zwischen der Region Biobío und der Hauptstadtregion die Kosten bereits Wettbewerbsfähigkeit erkennen ließen. Interregionale Logistikkorridore, hafenbezogener Transport, Bergbau und geschlossene Fuhrparks wurden als Anwendungsbereiche mit dem größten Potenzial für die Einführung dieser Technologie genannt.

Die Studie analysierte insbesondere die Chancen in der Region Biobío. Obwohl der aus Elektrolyse gewonnene grüne Wasserstoff aufgrund der hohen Stromkosten weiterhin teuer sei, könne die Region von erneuerbaren Wasserstoff-Nebenprodukten aus bestehenden Industrieanlagen profitieren und so Kostenvorteile erzielen. Die Forschenden gaben an, dass bei dieser alternativen Lösung die Wasserstoffkosten im Vergleich zur Elektrolysemethode deutlich niedriger lägen und die technische Wettbewerbsfähigkeit für Lkw mit einer Fahrleistung von über 500 Kilometern und hoher Nutzungsfrequenz erheblich steige.

Die Studie räumt zugleich ein, dass Wasserstoff-Lkw aufgrund ihres hohen Anschaffungspreises derzeit in der Gesamtwirtschaftlichkeit weiterhin hinter Diesel-Lkw zurückbleiben. Die Analyse zeige jedoch, dass sich die Differenz mit sinkenden Wasserstoffkosten und steigender Lkw-Auslastung voraussichtlich deutlich verringern werde. Das Forschungsteam ist der Ansicht, dass es in Chile bereits Anwendungsbereiche gebe, in denen die Technologie schrittweise ausgebaut werden könne; besonders geeignet seien Pilotprojekte in der Region Biobío, um die Dekarbonisierung des Güterverkehrs voranzutreiben.

Die Studie wurde gemeinsam von den UCSC-Forschenden Matías León, Dr. Ricardo Lizana, Dr. Eduardo Espinosa, Dr. Guillermo Ramírez, Dr. Samuel Vergara, Ricardo León sowie Dr. Pedro Eduardo Melín von der Universidad del Bío-Bío erstellt.

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