Schweizer 3D-gedruckter Ziegel bloc° kann Temperatur um 9 °C senken – ausgezeichnet mit dem Dyson Award
2026-06-11 10:45
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de.wedoany.com-Bericht: Schweizer Designer haben einen 3D-gedruckten Terrakotta-Ziegel namens bloc° entwickelt, der durch das Prinzip der Verdunstungskühlung den städtischen Wärmeinseleffekt mildern soll. Das Projekt wurde von den Studierenden Andrin Stocker und Luc Schweizer der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) entwickelt und von der Hochschule sowie im Rahmen des James Dyson Award 2025 berichtet und anerkannt.

Der städtische Wärmeinseleffekt entsteht, wenn Asphalt, Beton und dunkle Fassaden tagsüber Sonnenstrahlung absorbieren und nachts langsam Wärme abgeben, was zu anhaltend hohen Temperaturen in Städten führt. Angesichts dieser Herausforderung lässt sich das bloc°-Projekt von jahrtausendealten Kühltechniken aus den Zivilisationen Ägyptens, Babylons und Mesopotamiens inspirieren. Der Kern des Konzepts besteht nicht darin, eine neue Art von Stadtklimaanlage zu schaffen, sondern die Rolle öffentlicher Einrichtungen während Hitzewellen neu zu überdenken.

Die Struktur von bloc° besteht aus 3D-gedruckten Terrakotta-Ziegeln, die die Verdunstungskühlung fördern sollen.

Die Funktionsweise von bloc° basiert auf Verdunstungskühlung. Terrakotta ist ein poröses Material, das Wasser aufnehmen und speichern kann. Wenn heiße Luft über die feuchte Terrakotta-Oberfläche strömt, verdunstet das Wasser und entzieht der Umgebung Wärme – ein Prinzip, das auch traditionelle Lehmbauten in heißen Klimazonen angenehmer macht. Das Design modernisiert diese uralte Logik durch 3D-Druck, modulare Bauweise und solarbetriebene kleine Ventilatoren. Nachdem die porösen Keramikziegel Wasser aufgenommen haben, strömt heiße Luft durch ein von Solarventilatoren angetriebenes System, wobei die Verdunstung des Wassers kühlere Luftströmungen erzeugt.

Laut einem Bericht von National Geographic España kann bloc° unter bestimmten klimatischen Bedingungen die lokale Temperatur um bis zu 9 Grad Celsius senken. Dieser Kühleffekt soll in öffentlichen Räumen wie Bushaltestellen, Plätzen, Parks, Schulhöfen oder Fußgängerzonen kleine thermische Erholungszonen schaffen, anstatt die gesamte Stadt zu kühlen.

Modulare Terrakotta-Ziegel bilden den Kern von bloc° und sind so konzipiert, dass sie aufeinandergestapelt werden können.

Im Entwicklungsprozess testeten Stocker und Schweizer verschiedene Keramikzusammensetzungen, physikalische Prototypen und digitale Simulationen, analysierten Wasseraufnahme, Haltbarkeit und Luftströmungsverhalten und bestätigten schließlich, dass Terrakotta die für die Kühlung erforderliche Porosität bietet und gleichzeitig strukturelle Stabilität bewahrt. National Geographic España erwähnt zudem, dass das Projekt von der Fähigkeit von Kakteen, Sonneneinstrahlung zu widerstehen und sich an extreme Bedingungen anzupassen, inspiriert wurde. bloc° soll keine herkömmlichen Klimaanlagen ersetzen, sondern als ein ergänzendes Werkzeug der Stadtgestaltung dienen, das Tradition, Natur und zeitgenössische Technologie vereint.

Das Projekt befindet sich derzeit noch in der Experimentierphase. Die Verantwortlichen planen, Prototypen in Originalgröße zu testen, um die Reaktion des Systems auf Wind, Feuchtigkeit, intensive Nutzung und Abnutzung im öffentlichen Raum zu überprüfen. Die Verdunstungskühlung ist in trockenen Klimazonen effektiver, daher hängt die Wirksamkeit von bloc° von den klimatischen Bedingungen, der Installationsgestaltung und der spezifischen städtischen Umgebung ab. Das Projekt bietet eine passive Lösung auf Basis natürlicher Materialien, Wasser, Schatten und Belüftung, die als Ergänzung zu notwendigen Maßnahmen wie Baumpflanzungen, Reduzierung dunkler Oberflächen und Schaffung grüner Korridore dienen kann, um Städte bei extremen Hitzereignissen bewohnbarer zu machen.

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