Französisches Startup Stellaria plant Bau eines Versuchsreaktors mit schnellem Neutronenspektrum und Flüssigsalz-Brennstoff in Cadarache – Ziel: Demonstrationskraftwerk bis 2035
2026-06-11 11:50
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de.wedoany.com-Bericht: Das 2023 gegründete Nuklear-Startup Stellaria aus Grenoble hat den Standort Cadarache der CEA in der Region Provence-Alpes-Côte d‘Azur für den Bau seines ersten experimentellen Kernreaktors ausgewählt.

Der Gründer und CEO Nicolas Breton erklärte, Cadarache sei als historisch bedeutender und bekannter Standort für Kernversuchsreaktoren der ideale Ort für die Installation des Prototyps. Anfang Mai 2026 unterzeichneten Stellaria und die CEA eine Absichtserklärung zur Errichtung von zwei Versuchsanlagen namens „Stellarium“ auf dem Gelände. Das Unternehmen hatte bereits im Dezember 2025 einen Bauantrag bei der französischen Nuklearsicherheitsbehörde eingereicht und erwartet in den kommenden Tagen eine Eingangsbestätigung.

Die beiden Stellarium-Versuchsreaktoren von Stellaria sollen die Spaltung auf Basis von flüssigem regenerativem Brennstoff testen. Breton erläuterte, dass durch die Brennstoffregeneration derselbe Brennstoff den Reaktor über Jahrzehnte hinweg betreiben könne, was ein weltweit beispielloses Maß an Erneuerbarkeit erreiche. In Bezug auf die Sicherheit expandiere der flüssige Kern extrem schnell, sodass es unter keinen Umständen zu einer unkontrollierten Kettenreaktion kommen könne. Der erste kleine Stellarium (50×50 cm) mit dem Namen Alvin (zu Ehren von Alvin Weinberg, dem Vater des Flüssigsalzreaktors aus den 1960er Jahren) soll 2029 in Bau gehen und 2031 die erste Spaltung erreichen. Die zweite, größere Anlage Megalvin wird 2032 in Betrieb genommen. Beide Prototypen werden nicht zur Stromerzeugung ans Netz gehen, sondern dienen der Validierung der Machbarkeit eines schnellen Flüssigsalzreaktors.

Stellaria plant für 2027 und 2029 zwei Finanzierungsrunden, um die Projektentwicklung zu unterstützen. Gleichzeitig baut das Unternehmen in Fontaine im Département Isère ein neues 1000 m² großes Labor für strömungsmechanische und mechanische Experimente. Nach erfolgreichen Experimenten strebt Stellaria an, bis 2035 ein betriebsbereites kommerzielles 230-MWh-Kraftwerk mit schnellem Flüssigsalzreaktor zu errichten; der genaue Standort steht noch nicht fest. Breton erklärte, das Projekt von Stellaria biete Frankreich und Europa eine hervorragende Gelegenheit, die Führungsrolle bei nuklearen Innovationen zurückzuerobern – „Die Kernenergie hat in der Vergangenheit dazu tendiert, mit alter Technologie Neues zu schaffen. Wir hingegen verfolgen mit dem schnellen Neutronenspektrum einen völlig neuen Ansatz, der wirtschaftlich wettbewerbsfähiger sein wird.“

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