de.wedoany.com-Bericht: Die Deutsche Bahn (DB) steigerte ihren Umsatz im ersten Halbjahr 2026 um 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 13,6 Milliarden Euro; das bereinigte EBIT stieg um über 650 Millionen Euro auf 415 Millionen Euro. Der Nettogewinn des Kerngeschäfts Schiene betrug 147 Millionen Euro, nach einem Verlust von 760 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2025. Verbesserte Betriebsergebnisse und frühere Kostensenkungen trieben die Erholung des staatlichen deutschen Eisenbahnkonzerns gemeinsam voran.
Gemäß der im Juni verabschiedeten DB-2035-Strategie plant die Deutsche Bahn, sich zu einer kleineren, dezentraleren Organisation zu verkleinern, mit Fokus auf Zuverlässigkeit, Servicequalität und finanzielle Nachhaltigkeit. Konzernzentrale und interne Servicebereiche haben bereits erste Spar- und Personalabbaumaßnahmen eingeleitet. Das Unternehmen gab an, dass rund 30 Prozent der bis 2028 geplanten Stellenstreichungen in der Konzernzentrale bereits umgesetzt seien.
„Wir haben einen wichtigen Meilenstein erreicht, aber zufrieden bin ich erst, wenn die Qualität des täglichen Bahnbetriebs überzeugt“, sagte Evelyn Palla, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn.

Bei den Investitionen stiegen die Gesamtinvestitionen des Konzerns im ersten Halbjahr um 18 Prozent auf einen Rekordwert von 8,7 Milliarden Euro, wobei der größte Anteil in die Modernisierung der Schieneninfrastruktur in Deutschland floss. Die Nettoinvestitionen aus eigenen Mitteln stiegen um 89 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro; die gestiegenen Ausgaben erhöhten die Nettofinanzverschuldung gegenüber Jahresbeginn um rund 1 Milliarde Euro auf 21,6 Milliarden Euro zum Ende Juni.
DB InfraGO hat im ersten Halbjahr rund 14.000 der für 2026 geplanten 28.000 Bauprojekte abgeschlossen. Die Generalsanierung des Korridors Hamburg–Berlin wurde abgeschlossen, die Strecken Hagen–Wuppertal–Köln und Hamburg–Hannover sollen im Juli wiedereröffnet werden; die Arbeiten zwischen Nürnberg und Regensburg wurden später als geplant abgeschlossen. Mit der Sanierung weiterer Korridore wie der rechtsrheinischen Strecke zwischen Troisdorf und Wiesbaden wurde bereits begonnen.
DB InfraGO verzeichnete im ersten Halbjahr einen bereinigten operativen Verlust von 66 Millionen Euro; das Verkehrsaufkommen im Infrastrukturnetz ging aufgrund von Baubeschränkungen im Jahresvergleich um 1 Prozent zurück.
Im Güterverkehrsgeschäft sanken Transportmenge und Umsatz von DB Cargo weiter, bedingt durch die schwache Nachfrage aus Stahl-, Chemie- und Automobilindustrie; das bereinigte operative Ergebnis verbesserte sich gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 um 96 Millionen Euro, der ausgewiesene Verlust betrug nur 1 Million Euro – nahe der operativen Gewinnschwelle. Das Unternehmen setzt seinen Umstrukturierungsplan fort, einschließlich der von der Europäischen Kommission geforderten Maßnahmen im Zusammenhang mit der Beihilfeentscheidung. Das Unternehmen wies darauf hin, dass die Erholung weiterhin durch schwache Industrieproduktion und instabile Schieneninfrastruktur gefährdet sei und der Erfolg der Umstrukturierung teilweise von der ausreichenden Finanzierung des defizitären Einzelwagenverkehrsnetzes abhänge.
Im Personenverkehr nutzten im ersten Halbjahr 2026 über 960 Millionen Fahrgäste Züge der Deutschen Bahn, ein Anstieg von rund 17 Millionen Fahrgästen bzw. 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bei allen DB-Personenverkehrsdiensten hatten 87,5 Prozent der Züge weniger als 6 Minuten Verspätung; die Pünktlichkeitsquote im Fernverkehr lag bei 59 Prozent, 76 Prozent der Fernverkehrszüge kamen innerhalb von 15 Minuten nach Fahrplan an; DB Regio erreichte eine Pünktlichkeitsquote von 88,2 Prozent. Das Unternehmen führt dies auf die Rekordzahl an Baustellen, das Winterwetter im Januar und Februar sowie die hohen Temperaturen im Juni zurück. Der Konzern setzt zudem drei kurzfristige Maßnahmenprogramme im Gesamtwert von rund 150 Millionen Euro um, die Bahnhofsreinigung und -sicherheit, Komfort im Zug und Fahrgastinformation abdecken.
Die Fernverkehrstochter DB Fernverkehr erzielte ein bereinigtes EBIT von 148 Millionen Euro, nach einem Verlust von 59 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2025. Umsatz und Betriebsergebnis verbesserten sich insbesondere im zweiten Quartal, obwohl Baumaßnahmen die Gesamtverkehrsleistung reduzierten. Seit April stiegen die Ticketverkäufe; rund 600.000 Fahrgäste nutzten Last-Minute-Angebote, über 200.000 Menschen reisten mit dem neuen Familientarif, und mehr als 50.000 kostenlose Jugend-BahnCards wurden ausgegeben. DB Regio erzielte ein bereinigtes EBIT von 89 Millionen Euro bei einem Umsatzwachstum von 4 Prozent; die Nachfrage auf Pendlerstrecken stieg, was das Unternehmen teilweise auf gestiegene Kraftstoffpreise zurückführt, die Fahrgäste vom Auto auf die Bahn umsteigen ließen.
Für das Gesamtjahr hält die Deutsche Bahn an ihrer Prognose von rund 28 Milliarden Euro Umsatz und einem bereinigten EBIT von rund 600 Millionen Euro fest und erwartet einen positiven ausgewiesenen Nettogewinn, wobei die wirtschaftliche Entwicklung von DB Cargo weiterhin ein erhebliches Risiko darstellt.










