Russland weist Schlüsselfrequenzen für Satellitendirektverbindung mit Mobiltelefonen zu
2026-06-11 16:15
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de.wedoany.com-Bericht: Die russische Staatliche Kommission für Funkfrequenzen hat dem „Büro 1440" und der „Satellitengruppe" Frequenzbänder für die direkte Satellitenkommunikation mit Mobiltelefonen zugewiesen, um die Erprobung der Direct-to-Device-Technologie durch die beiden Unternehmen zu unterstützen. Diese Technologie ermöglicht es Smartphones, Tablets und IoT-Endgeräten, in Gebieten mit unzureichender Abdeckung durch terrestrische Basisstationen direkt auf das Kommunikationsnetzwerk niedrig fliegender Satelliten zuzugreifen.

Der Schwerpunkt dieser Frequenzzuteilung liegt darin, dass Russland sein heimisches Satellitenkommunikationssystem in niedrigen Erdumlaufbahnen um die Fähigkeit zur direkten Anbindung mobiler Endgeräte ergänzt. Traditionelles Satelliteninternet erfordert in der Regel spezielle Endgeräte, externe Antennen oder fest installierte Empfangsgeräte, was hohe Bereitstellungskosten und Nutzungshürden mit sich bringt. Die Direktverbindung von Mobiltelefonen mit Satelliten zielt hingegen darauf ab, gewöhnlichen Endgeräten in Szenarien ohne terrestrische Netzabdeckung, bei Katastrophenunterbrechungen, in abgelegenen Gebieten und bei Notfalleinsätzen grundlegende Konnektivität zu bieten. Für ein Land wie Russland mit seiner riesigen Fläche und der dünnen Besiedlung im Norden und Fernen Osten kann die D2D-Technologie eine wichtige Ergänzung zu terrestrischen Mobilfunknetzen darstellen und die Kommunikationserreichbarkeit und Netzresilienz in abgelegenen Regionen verbessern.

Die entsprechenden Frequenzen werden für das Satellitensegment eines hybriden Kommunikationssystems genutzt. Gemäß der Frequenzplanung darf das „Büro 1440" Tests in den Bändern 2483,5–2500 MHz und 1610–1626,5 MHz durchführen, während die „Satellitengruppe" mehrere Gruppen von Frequenzressourcen für die Satellitenkommunikation erhält. In der aktuellen Phase sind diese Frequenzbänder hauptsächlich für Versuche sowie Entwicklungs- und Konstruktionsarbeiten vorgesehen und dürfen vorerst nicht kommerziell genutzt werden. Die Nutzungsdauer ist bis zum 31. März 2029 befristet.

Die regulatorischen Anforderungen spiegeln auch die Komplexität dieser Art von Dienst wider. Die Direktverbindung von Mobiltelefonen mit Satelliten umfasst mehrere Systeme wie niedrig fliegende Satellitenkonstellationen, terrestrische Mobilkommunikation, Festnetze, sichere Kommunikation und Frequenzkoordination. Eine unangemessene Frequenzplanung könnte Störungen bestehender ziviler und militärischer Kommunikations-, Navigations- und Sicherheitssysteme verursachen. Die russische Staatliche Kommission für Funkfrequenzen verlangt von den betreffenden Unternehmen, vorrangig heimische Geräte zu verwenden, die elektromagnetische Verträglichkeit zwischen den beiden Satellitennetzen sowie mit anderen Funksystemen sicherzustellen und regelmäßig Fortschrittsberichte vorzulegen. Dies bedeutet, dass Russland bei der Förderung der D2D-Technologie nicht nur die technische Machbarkeit im Auge hat, sondern gleichzeitig die Frequenzsicherheit, die Geräteautonomie und die Netzsteuerbarkeit stärkt.

Das „Büro 1440" und die „Satellitengruppe" bauen beide heimische Satellitenkapazitäten in niedrigen Erdumlaufbahnen auf. Das „Büro 1440" plant die Schaffung eines Breitbandzugangsdienstes über niedrig fliegende Satelliten mit dem Ziel, den kommerziellen Betrieb im Jahr 2027 aufzunehmen und durch mehrere hundert Satelliten eine größere Flächenabdeckung zu erreichen. Die „Satellitengruppe" ist seit langem an der Entwicklung von Kleinsatelliten, Raumfahrzeugplattformen und zugehöriger Satelliten-Kommunikationstechnologie beteiligt. Mit der erhaltenen Frequenzzuteilung haben die beiden Unternehmen nun die Möglichkeit, unter realistischeren Bedingungen integrierte Tests und Validierungen zwischen der Satellitenkonstellation, dem terrestrischen Netz und den mobilen Endgeräten durchzuführen. Bei erfolgreichem Testverlauf könnte Russland in Zukunft in Szenarien wie der Kommunikation in abgelegenen Gebieten, im Transportwesen, in Energie- und Bergbauregionen, in der maritimen Kommunikation, bei Notfalleinsätzen und in der IoT-Überwachung heimische D2D-Dienste einsetzen.

Für die Informations- und Kommunikationstechnologie-Industriekette wird die Direktverbindung von Mobiltelefonen mit Satelliten die Nachfrage nach niedrig fliegenden Satelliten, satellitengestützten Kommunikationsnutzlasten, terrestrischen Gateways, Frequenzmanagement, HF-Chips für Endgeräte, IoT-Modulen, Satellitenkernnetzen und Betriebsunterstützungssystemen ankurbeln. Die nächsten Schritte konzentrieren sich auf die Testfortschritte der beiden Unternehmen, den Rhythmus der Satellitenstarts, den Umfang der Kompatibilität mit Mobiltelefonen, die Art der Zusammenarbeit mit den Netzen der Mobilfunkbetreiber und die Frage, ob bis 2029 eine Kommerzialisierungsreife erreicht wird. Sollte Russland einen geschlossenen heimischen D2D-Technologiekreislauf vollenden, würde dies ein neues regionales Beispiel im globalen Wettbewerb um die Direktverbindung von Mobiltelefonen mit Satelliten darstellen und die Ausweitung des Satelliteninternets vom Markt für spezielle Endgeräte hin zum Massenmarkt für mobile Kommunikation weiter vorantreiben.

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