de.wedoany.com-Bericht: Das indische Düngemittelministerium hat beim Finanzministerium beantragt, die Mittel für Düngemittelsubventionen im laufenden Haushaltsjahr nahezu zu verdoppeln. Grund dafür sind die anhaltend steigenden Kosten für importierte Düngemittel und Energie infolge des Konflikts zwischen Iran und Israel.
Dieser Antrag wird nur drei Monate nach Beginn des im April gestarteten Haushaltsjahres gestellt, was das Tempo und Ausmaß der jüngsten Kostensteigerungen verdeutlicht. Indien ist der weltweit größte Importeur von Harnstoff und stark auf Importe von Diammoniumphosphat (DAP) sowie auf Erdgas für die heimische Stickstoffdüngerproduktion angewiesen. Die steigenden globalen Energiepreise treiben die Produktions- und Importkosten der gesamten Düngemittelbranche in die Höhe.
Im Rahmen des indischen Subventionssystems legt die Regierung die Einzelhandelspreise für Harnstoff und mehrere wichtige Pflanzennährstoffe fest und gleicht den Differenzbetrag zwischen den Marktkosten der Hersteller und Importeure und den von den Landwirten gezahlten Preisen aus. Mit steigenden globalen Düngemittel- und Energiepreisen erhöht sich entsprechend die Subventionslast. Die Abhängigkeit Indiens von Importen verschärft das Risiko zusätzlich; das Land deckt rund 90 % seines Rohölbedarfs durch Importe.
Dieser Antrag des Düngemittelministeriums ist getrennt von der im April angekündigten Anpassung der nährstoffbasierten Subventionssätze (NBS), die die Subventionen für Phosphat- und Kalidünger um rund 11 % erhöhte. Falls genehmigt, würde diese zusätzliche Mittelzuweisung zu einer der größten unterjährigen Anpassungen des indischen Düngemittelsubventionshaushalts der letzten Jahre zählen und den finanziellen Druck verdeutlichen, den die globale Düngemittelpreisinflation auf importabhängige Volkswirtschaften ausübt.
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