Bau von zwei VVER-S-Blöcken im russischen Kernkraftwerk Kola-II steht bevor
2026-06-15 15:15
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de.wedoany.com-Bericht: Die zum russischen Staatskonzern Rosatom gehörende Kola-Kernkraftwerksgesellschaft hat ein Arbeitstreffen mit Titan-2 abgehalten, dem Generalunternehmer für den Bau der geplanten neuen Blöcke des Kernkraftwerks Kola-II. Im Mittelpunkt standen die Vorbereitungsarbeiten für dieses Projekt, das als entscheidender Impulsgeber für die sozioökonomische Entwicklung der Arktisregion gilt.

Im März dieses Jahres unterzeichneten Rosenergoatom und Titan-2 (beide Teil von Rosatom) einen Generalvertrag über den Bau von zwei VVER-S-Reaktoren (Spektraltyp) mit einer Leistung von jeweils 600 MWe im Kernkraftwerk Kola-II. Der VVER-S ist ein neuer Reaktor der „mittleren Leistungsklasse", der von Rosatom entwickelt wurde, um die technologische Lücke zwischen kleinen modularen Reaktoren und 1200-MWe-Blöcken zu schließen. Der Reaktor kann eine 100-prozentige Mischoxid-Brennstoffbeladung (MOX) aufnehmen und ermöglicht die Rückgewinnung und Nutzung von Plutonium aus abgebrannten Brennelementen älterer Reaktoren. Aufgrund seiner Fähigkeit, eigenen Brenstoff zu „erbrüten" und zu verbrennen, reduziert sich die Menge an hochradioaktiven Abfällen pro erzeugter Kilowattstunde erheblich. Die spektrale Regelung ermöglicht zudem eine schnellere Leistungsanpassung als bei konventionellen Kraftwerken und eignet sich daher für den Netzverbund mit unsteten Wind- und Solarenergiequellen.

Das Treffen konzentrierte sich auf die Aufgabenverteilung während der Projektvorbereitung, darunter Geländevermessungen, die Planung der Infrastruktur, die Erschließung von Zufahrtsstraßen sowie die logistische Planung für den künftigen Bau. Die Teilnehmer besichtigten auch das Baugelände des neuen Kraftwerks, um den Umfang und die Bedingungen der bevorstehenden Arbeiten zu bewerten. Wassili Omeltschuk, Direktor des Kernkraftwerks Kola, erklärte, dass Kola-II ein strategisches Projekt für die Nuklearindustrie und die Region Murmansk sei. Die Geländevermessungen und die Infrastrukturplanung würden noch in diesem Jahr beginnen. Das neue Kraftwerk werde die regionale Energieversorgungssicherheit stärken und Beschäftigung sowie industrielle Entwicklung fördern. Die Zusammenarbeit mit Titan-2 ziele darauf ab, den Start der ersten Bauphase im Jahr 2027 sicherzustellen.

Grigori Naginski, Generaldirektor von Titan-2, wies darauf hin, dass Kola-II das erste Kraftwerk sein werde, das mit innovativen VVER-S-Reaktoren mittlerer Leistung ausgestattet sei. Die Umsetzung des Projekts unter arktischen Bedingungen erfordere ein hohes Maß an organisatorischen Fähigkeiten und Erfahrung. Alexei Lichatschow, Generaldirektor von Rosatom, erklärte, die Durchführung des Projekts werde zur selbstbewussten wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung der Arktisregion beitragen und neue Möglichkeiten für die Initiierung industrieller Vorhaben schaffen. Planmäßig soll der erste Block im Jahr 2035 und der zweite Block im Jahr 2037 in Betrieb gehen.

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