de.wedoany.com-Bericht: Ein Forschungsprojekt in Weinstadt testet ein gewerbliches Batteriespeichersystem mit Gleichstromkopplung, um dessen Auswirkungen auf Materialeinsparung, Effizienzsteigerung und Entlastung von Netzanschlussbeschränkungen zu bewerten. Das Projekt wird von Sigenergy, EnBW und dem Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) durchgeführt.
Das getestete System hat eine Kapazität von 252 kWh und verwendet den Sigen Hybrid 60 M1-HYA Hybridwechselrichter von Sigenergy, der eine direkte Gleichstromkopplung zwischen Photovoltaikanlage und Batterie ermöglicht.
Die Gleichstromkopplungsarchitektur reduziert im Vergleich zu herkömmlichen Wechselstromlösungen den Bedarf an Leistungselektronik. In einem typischen Wechselstromkopplungssystem mit einer 100-kW-Photovoltaikanlage und einem 50-kW-Netzanschluss müssten ein 100-kW-PV-Wechselrichter und ein 50-kW-Batteriewechselrichter installiert werden, wobei eine Ausgangsbegrenzung zur Steuerung der ins Netz eingespeisten Energie erforderlich wäre.
Bei der Gleichstromkopplung kann ein einziger 50-kW-Hybridwechselrichter sowohl die Photovoltaikstromerzeugung als auch die Batteriespeicherung verwalten. Erzeugt die Photovoltaikanlage 100 kW, können 50 kW umgewandelt und ins Netz eingespeist werden, während die restlichen 50 kW direkt auf der Gleichstromseite in die Batterie fließen, ohne dass ein zusätzlicher Batteriewechselrichter erforderlich ist.
Sebastian Feges vom Direktvertriebsteam DACH (Deutschland, Österreich, Schweiz) von Sigenergy erklärte, dass Batteriespeichersysteme historisch auf Wechselstromarchitektur basierten, der Markt jedoch zunehmend die Vorteile des Gleichstrombetriebs in Bezug auf Sicherheit und Effizienz erkenne.
Die Partner wiesen darauf hin, dass Wechselstromkopplungssysteme bei einer im Verhältnis zum Netzanschluss überdimensionierten Photovoltaikanlage mehr Hardware erfordern, während begrenzte Anschlussrechte häufig zu kleineren installierten Kapazitäten führen. Im Gegensatz dazu ermöglicht die Gleichstromkopplung größere Photovoltaikanlagen bei bestehenden Netzanschlussbedingungen und eine effizientere Nutzung der Infrastruktur.
Das Projekt untersucht auch einen hybriden Betriebsmodus, bei dem die Batterie nicht nur mit Strom aus der eigenen Photovoltaikanlage, sondern auch aus dem Netz geladen wird. Diese Vorgehensweise steht im Zusammenhang mit dem geplanten deutschen Regulierungsrahmen „MiSpeL", der definieren soll, wie gespeicherte Energie nachverfolgt und zugeordnet wird, um zwischen erneuerbaren und Netzquellen zu unterscheiden.
Nach dem aktuellen Entwurf erfüllen Gleichstromkopplungssysteme nicht die flexibelste Abrechnungsoption und müssen ein vereinfachtes Zuordnungsmodell verwenden. Die Partner hoffen, durch das Projekt nachzuweisen, dass eine Messung auf der Gleichstromseite dennoch eine genaue Unterscheidung zwischen Grünstrom und Netzstrom ermöglicht, was potenziell Einfluss auf künftige Regulierungsänderungen haben könnte.
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