Brasilianischer Bundesrechnungshof stellt Ermittlungen zu Kostenüberschreitungen beim Kraftwerk Três Lagoas aufgrund von Verjährung ein
2026-06-15 15:22
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de.wedoany.com-Bericht: Der brasilianische Bundesrechnungshof (TCU) hat die Ermittlungen zu mutmaßlichen Kostenüberschreitungen in Höhe von 13,8 Millionen R$ beim Erweiterungsbau des Wärmekraftwerks Luís Carlos Prestes (UTE Três Lagoas) offiziell eingestellt, da der Fall als verjährt gilt, und die Akte geschlossen.

Wärmekraftwerk Três Lagoas – Petrobras (Pressefoto)

Diese Entscheidung basiert auf dem Urteil Nr. 1319/2026 des TCU-Plenums. Das Gericht machte den damaligen Präsidenten des staatlichen Ölkonzerns Petrobras, José Sérgio Gabrielli de Azevedo, sowie fünf für das Ausschreibungsverfahren zuständige Abteilungsleiter für die Verstöße verantwortlich. Zu den betroffenen Unternehmen gehören auch Zopone Engenharia e Comércio und Engecampo.

Der Fall geht auf eine Prüfung im Rahmen des Fiscobras-Programms aus dem Jahr 2010 zurück, bei der mögliche Unregelmäßigkeiten bei den unterzeichneten Verträgen für Bauarbeiten sowie elektromechanische Montagen festgestellt wurden. Laut Urteilsbegründung sind nach Analyse der Fachprüfungsstelle für Elektrizität und Kernenergie (Unidade de Auditoria Especializada em Energia Elétrica e Nuclear, AudElétrica) und der dem TCU unterstellten Bundesstaatsanwaltschaft die Verjährungsfristen sowohl für die Verhängung von Sanktionen gegen die Verantwortlichen als auch für die Geltendmachung von Schadensersatzforderungen gemäß den in der TCU-Resolution Nr. 344/2022 festgelegten Kriterien abgelaufen. Die Richter entschieden daher, die Verjährung der Sanktionen und Entschädigungsforderungen anzuerkennen, die im Urteil Nr. 396/2011 zuvor festgelegten Abhilfemaßnahmen für nicht mehr anwendbar zu erklären und den Fall endgültig zu schließen. Aus den Akten geht hervor, dass die TCU-Entscheidung keine erneute inhaltliche Prüfung der ursprünglich beanstandeten Verstöße vornahm, sondern das Verfahren aufgrund der festgestellten Verjährung einstellte.

Gegenstand der Untersuchung war das Erweiterungsprojekt des im Bundesstaat Mato Grosso do Sul gelegenen Wärmekraftwerks Três Lagoas. Geplant war, die Stromerzeugungskapazität durch den Bau eines Kombikraftwerks von 124,8 MW auf 360 MW zu erhöhen, um die Effizienz der Anlage zu steigern, ohne zusätzlichen Brennstoff zu verbrauchen. Das von Petrobras verantwortete Projekt war Teil des Wachstumsbeschleunigungsprogramms (PAC). Die damals veranschlagten Investitionen beliefen sich auf rund 381 Millionen R$, verteilt auf Dutzende von Verträgen. Die aktuelle Prüfung konzentrierte sich auf Verträge, die mehr als 70 % des gesamten Projektwerts ausmachten, darunter die Beschaffung von Kesseln und Dampfturbinen, die Lieferung von Materialien und Dienstleistungen für Wasseraufbereitungs- und Abwasserbehandlungsanlagen sowie Dienstleistungen für die Modulinstallation und Bauarbeiten.

Fiscobras wies in der Prüfung auf eine Reihe von Unregelmäßigkeiten hin, darunter mangelnde Detailtiefe in den Preisbildungsunterlagen, die eine Kostenanalyse erschwerten, sowie Vergütungssätze für Stillstandszeiten, die als „unwirtschaftlich" eingestuft wurden – so wurden beispielsweise bei Regen stillstehende Anlagen weiterhin wie im Betriebszustand vergütet. Ein weiteres zentrales Problem war die wirtschaftliche Unrentabilität des Kraftwerks. Analyseergebnisse zeigten, dass aufgrund der hohen Erdgaskosten zwischen 2008 und 2030 ein negativer Ertrag von 711 Millionen US-Dollar zu erwarten war. Dennoch wurde der Bau des Kombikraftwerks als eine Option zur Reduzierung der Betriebsverluste angesehen. Die Prüfung stellte zudem fest, dass Petrobras die vom Bundesrechnungshof (TCU) vorgegebenen Regeln nicht einhielt und die Ausschreibungsverfahren nicht ordnungsgemäß regelte, was einen Verstoß gegen Artikel 22, Absatz 4 des Gesetzes Nr. 9.784/1999 darstellt.

Vor der endgültigen Entscheidung hatte der TCU beschlossen, die Verantwortlichen und die beauftragten Unternehmen zu Anhörungen und Stellungnahmen vorzuladen und von Petrobras detaillierte Angaben zur Zusammensetzung der Einheitskosten anzufordern. Gleichzeitig gestattete der TCU während der Ermittlungen die Fortsetzung der Bauarbeiten und betonte die Bedeutung des Projekts für die Steigerung der Energieeffizienz und die regionale Entwicklung. Das Kraftwerk hat derzeit eine installierte Leistung von 386 MW und konnte sich bei der Kapazitätsreserveauktion im März dieses Jahres erfolgreich durchsetzen.

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