de.wedoany.com-Bericht: Die Europäische Kommission (European Commission, EC) hat Meta angewiesen, innerhalb von fünf Arbeitstagen den kostenlosen Zugang für KI-Chatbots von Drittanbietern auf WhatsApp wiederherzustellen. Es handelt sich um die erste Anwendung von einstweiligen Maßnahmen im EU-Wettbewerbsrecht seit fast 17 Jahren.

Gemäß dieser einstweiligen Maßnahme muss Meta es konkurrierenden KI-Dienstanbietern ermöglichen, während der Untersuchung kostenlos auf seine Plattform zuzugreifen. Die EU-Kommission hatte im Dezember 2024 eine Untersuchung gegen Meta eingeleitet, um zu prüfen, ob dessen Beschränkungen gegen EU-Wettbewerbsvorschriften verstoßen. Die EU-Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera wies darauf hin, dass die einstweilige Maßnahme darauf abziele, eine Beeinträchtigung des Wettbewerbs auf dem Markt vor Abschluss der formellen Untersuchung zu verhindern. Ribera erklärte, die Anordnung zur Wiederherstellung des Zugangs für konkurrierende KI-Dienste auf WhatsApp sei notwendig, während gleichzeitig geprüft werde, ob Metas Beschränkungen gegen das Wettbewerbsrecht verstoßen.
Die Beschränkung trat am 15. Januar 2026 in Kraft und erlaubte nur Metas eigener KI die Nutzung in WhatsApp Business. Meta hatte im Oktober 2025 eine Richtlinienänderung angekündigt, die im Wesentlichen verhinderte, dass konkurrierende allgemeine KI-Dienste auf die Plattform gelangen. Anschließend versuchte das Unternehmen, die Untersuchung durch die Erhebung von Zugangsgebühren von Wettbewerbern beizulegen, doch die Aufsichtsbehörde warnte, dass sie die Wiederherstellung des kostenlosen Zugangs erzwingen könnte. Diese Anordnung zielt darauf ab, das Recht der europäischen Bürger zu schützen, auf WhatsApp frei zwischen KI-Assistenten zu wählen.
Die Anordnung verlangt von Meta, den Zugang zur WhatsApp Business API zu den Bedingungen wiederherzustellen, die vor Oktober 2025 galten, d. h. jedem Entwickler zu erlauben, seinen eigenen KI-Chatbot kostenlos anzubieten. Dies bedeutet, dass WhatsApp für alternative Dienste wie OpenAIs ChatGPT, Googles Gemini, Anthropics Claude und andere allgemeine KI geöffnet wird.

Sollte Meta die einstweilige Maßnahme nicht einhalten, droht eine Geldstrafe von bis zu 10 % seines weltweiten Jahresumsatzes. Das Unternehmen hat angekündigt, beim Gericht der Europäischen Union in Luxemburg Berufung einzulegen, da es die Anordnung als übermäßige Regulierung betrachtet und technische Gründe für die Beschränkungen geltend macht.
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