de.wedoany.com-Bericht: US-Abgeordnete haben einen neuen Gesetzentwurf vorgelegt, der den Weg für die Halbleiterfertigung in erdnahen Umlaufbahnen ebnen soll, um der zunehmenden internationalen Konkurrenz im Bereich der Weltraum-Chipfertigung zu begegnen. Der Gesetzentwurf zielt darauf ab, die Bestimmungen des „Chips and Science Act“ zur Herstellung von Chips in erdnahen Umlaufbahnen zu präzisieren, um so inländische Investitionen anzukurbeln und die technologische Führungsposition der USA zu erhalten.
Laut einem Factsheet der federführenden Abgeordneten des Repräsentantenhauses, Suzan DelBene (Demokratin aus dem Bundesstaat Washington), geht das erste Wachstum von Halbleiterkristallen in einer erdnahen Umlaufbahn durch die USA auf die Skylab-Mission im Jahr 1973 zurück. Mehr als zwei Jahrzehnte später wurde China 1996 mit einem wiederverwendbaren Satelliten zum ersten Land, das im Weltraum gezüchtete Kristalle zur Herstellung integrierter Schaltkreise nutzte. Derzeit verfügt China auf seiner in Betrieb befindlichen Raumstation Tiangong über Chipfertigungskapazitäten, was in den USA ein Gefühl der Dringlichkeit auslöst.
Der Initiator der Senatsversion des Gesetzes, der republikanische Senator Ted Budd aus North Carolina, erklärte, der neue Gesetzentwurf gebe Herstellern „grünes Licht“ für die Entwicklung von Mikrogravitations-Halbleitertechnologien. Er wies darauf hin, dass die Mikrogravitationsumgebung, die schwerelos ist und der Sonne näher kommt, nachweislich Materialien von höherer Qualität als die bodengebundene Fertigung hervorbringt. Budd betonte in seiner Erklärung, dass mehrere US-Unternehmen bereits in Ausrüstung, Startkapazitäten und fortschrittliche Chipfertigung investiert hätten; die USA hätten bereits Schwung, dürften nicht stagnieren.
Während sich die Weltraumwirtschaft von der Forschungsphase in die Industrialisierungsphase bewegt, versuchen die USA, ihren technologischen Vorsprung zu festigen. Derzeit teilen sich die USA die Internationale Raumstation mit den Raumfahrtagenturen Russlands, Europas, Japans und Kanadas, wobei militärische Forschung vor Ort verboten ist. Die Internationale Raumstation soll 2030 außer Dienst gestellt werden, und private Unternehmen investieren in kommerzielle Nachfolgeplattformen. DelBene warnte, dass China das einzige Land mit einer betriebsfähigen Raumstation zur Entwicklung von Chipmaterialien werden könnte, wenn die neuen Plattformen nicht schnell genug in Betrieb genommen werden. Dies geschieht vor dem Hintergrund einer weltweiten Knappheit an Siliziumchips, die durch die Expansion von Rechenzentren und den KI-Boom verursacht wird.
DelBene erklärte in einer Stellungnahme, die USA hätten mit dem „Chips and Science Act“ große Fortschritte bei der Steigerung der inländischen Produktionskapazitäten erzielt, doch das Halbleiterrennen entwickle sich weiter; die nächste Grenze der Chipfertigung sei der Weltraum. Anfang dieses Jahres gingen Aegis Aerospace und United Semiconductors eine Partnerschaft zur Entwicklung einer Plattform für die Halbleiterfertigung im Weltraum ein. Im Dezember gelang es Space Forge, erfolgreich Plasma im Orbit zu erzeugen und damit die Machbarkeit der Schaffung und Kontrolle von Bedingungen für das Kristallwachstum aus der Gasphase auf einer autonomen Plattform in einer erdnahen Umlaufbahn zu demonstrieren. In der Zwischenzeit plant Elon Musks SpaceX – das in dieser Woche einen der größten Börsengänge durchführte und am Freitag mit dem Aktienhandel begann – den Einsatz von Chips aus seiner geplanten Terafab-Anlage in Texas, um KI-Rechenzentren im Weltraum zu betreiben.
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