BMW startet Testphase für humanoide Roboter im Leipziger Werk
2026-06-15 16:08
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de.wedoany.com-Bericht: BMW hat im Leipziger Werk eine Pilotphase für humanoide Roboter gestartet. Neben dem Anschluss an das Wasserstoffnetz setzt das Leipziger Werk auch auf die Zukunftstechnologie humanoider Roboter. Die Roboter des Schweizer Unternehmens Hexagon werden unter realen Produktionsbedingungen getestet und kommen in der Batteriemontage sowie in der Komponentenfertigung zum Einsatz. Sie sind mit Scangeräten ausgestattet, um Karosserien auf Fehler und geometrische Abweichungen zu prüfen. Die Entwickler erhoffen sich dadurch deutliche Effizienzsteigerungen. Michael Ströbel, Leiter Produktionsprozessmanagement und Digitalisierung bei BMW, erklärte, dass die Auswirkungen humanoider Roboter auf die Fabrik mit denen des Fließbands und der traditionellen Industrieroboter vergleichbar sein könnten.

12. Juni 2026, Leipzig: Ein humanoider Roboter steht im BMW-Werk Leipzig. BMW hat die nächste Testphase für humanoide Roboter im Leipziger Werk gestartet. Unter realen Produktionsbedingungen überprüft der Roboter unter anderem Karosserien auf Fehler. Das Unternehmen sieht dies als weiteren Schritt im Digitalisierungsprozess der Produktion. (Foto: Hendrik Schmidt/dpa)

Traditionelle Industrieroboter sind in der Regel nur für einen einzigen Arbeitsschritt ausgelegt, während humanoide Roboter flexibel an verschiedenen Arbeitsstationen eingesetzt werden können. Darius Wilke, Vizepräsident von Hexagon Robotics, wies darauf hin, dass viele Arbeitsplätze für Menschen konzipiert seien und menschenähnliche Roboter sich in bestehende Werkhallen und Arbeitsumgebungen integrieren ließen – genau darin liege ihr Vorteil. Bereits im vergangenen Jahr hatte BMW im US-amerikanischen Werk Spartanburg mit humanoiden Robotern von Figure erste Erfahrungen gesammelt. Leipzig ist der erste Standort in Europa, an dem diese Technologie in solchen Tests erprobt wird.

Derzeit werden die Roboter noch für spezifische Anwendungen getestet, darunter die Handhabung von Hochspannungs-Energiespeicherkomponenten (Antriebsbatterien für Elektrofahrzeuge) sowie Transportaufgaben in der Komponentenfertigung. In einer eigens eingerichteten Entwicklungsumgebung führen Mitarbeiter mit Virtual-Reality-Brillen den Robotern die erforderlichen Bewegungsabläufe vor. Nach mehrmaliger Wiederholung können die Roboter diese Vorgänge eigenständig ausführen. Laut den Entwicklern beträgt die Akkulaufzeit der Roboter je nach Aufgabe etwa drei bis vier Stunden. Danach können die Roboter selbstständig den Akku wechseln – eine Art kurze „Kaffeepause“. BMW betont, dass neu erlernte Fähigkeiten nicht für jeden Roboter einzeln programmiert werden müssten; sobald ein Roboter etwas gelernt habe, könnten es alle.

Viele Mitarbeiter zeigten sich zunächst neugierig auf die neue Technologie. Der humanoide Roboter hat bereits den Spitznamen „Robbie“ erhalten. Vor Kurzem wurde bekannt, dass Porsche plant, am Standort Leipzig 200 Stellen abzubauen. BMW wies jedoch Befürchtungen zurück, dass humanoide Roboter Arbeitsplätze ersetzen könnten. Werksleiterin Petra Peterhänsel erklärte, dass die Roboter vor allem für monotone, ergonomisch ungünstige oder sicherheitskritische Tätigkeiten eingesetzt würden. Mitarbeiter würden dadurch nicht abgebaut, sondern übernähmen andere Aufgaben im Werk. Die Pilotphase in Leipzig soll voraussichtlich Ende des Jahres abgeschlossen sein. Anschließend plant BMW, die Technologie zu industrialisieren, auf andere Werke auszuweiten und weitere Anwendungsmöglichkeiten zu erschließen.

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