Deutsches Sunmaxx PVT-Modulwerk nimmt Produktion auf – Jahreskapazität von 120.000 Modulen
2026-06-15 16:33
Merken

de.wedoany.com-Bericht: Der deutsche PVT-Modulhersteller Sunmaxx hat sein Massenproduktionswerk für photovoltaisch-thermische (PVT) Module in Ottendorf-Okrilla, Sachsen, offiziell in Betrieb genommen. Die Jahreskapazität beträgt 120.000 Module. Das Unternehmen bezeichnet das Werk als die weltweit größte und modernste Massenproduktionsstätte für PVT-Module.

Das Werk wird vollständig mit zertifiziertem Ökostrom betrieben und kann auf das Fünffache seiner derzeitigen Größe erweitert werden. Die PVT-Technologie integriert Photovoltaik-Stromerzeugung und Wärmegewinnung in einem einzigen Modul. Bisher wurde die kommerzielle Nutzung durch die Komplexität der Herstellung und hohe Kosten eingeschränkt. Sunmaxx wurde 2021 vom deutschen Ingenieur Wilhelm Stein gegründet, um Wärmemanagementtechnologien aus der Automobilindustrie auf den Solarbereich zu übertragen. Nach mehrjähriger Forschung und Entwicklung sowie Tests stellte das Unternehmen Ende 2023 das erste in großem industriellen Maßstab gefertigte PVT-Modul her. Das Werk nahm im April 2024 die Serienproduktion auf.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Photovoltaik-Modulen dient das PVT-Modul von Sunmaxx hauptsächlich als Wärmequelle für Erdwärmepumpen oder Wasser-Glykol-Wärmepumpen und liefert gleichzeitig Strom und Niedertemperaturwärme. Jedes Modul kann eine thermische Leistung von bis zu 1200 W bereitstellen. Es nutzt die auf der Photovoltaik-Oberfläche einfallende Sonnenstrahlung sowie die Wärme der Umgebungsluft und liefert das ganze Jahr über eine stabile Wärmequelle. Im Winter, selbst wenn die Umgebungstemperatur nahe dem Gefrierpunkt liegt, kann das Modul die Wärmequellentemperatur auf 20 °C erwärmen.

Laut den vom Unternehmen veröffentlichten Felddaten erreicht diese Fähigkeit eine saisonale Leistungszahl (SCOP) von über 4,5 für ein reines PVT-System (d. h. ein System, bei dem die Wärmepumpe ausschließlich mit PVT-Modulen als Energiequelle betrieben wird). Das Kernunterscheidungsmerkmal der Technologie ist ihr Wärmetauscher, der aus der Automobilanwendung stammt und die gesamte Rückseite des Photovoltaik-Laminats abdeckt. Dies ermöglicht eine nahezu verlustfreie Wärmeübertragung. Diese aktive Kühlung senkt die Betriebstemperatur der Solarzellen, wodurch die jährliche Stromerzeugung im Vergleich zu herkömmlichen Photovoltaik-Modulen um 5 % bis 10 % steigt und gleichzeitig die Vereisung im Winter reduziert wird.

Die Kombination von Stromerzeugung und Wärmegewinnung führt zu einer Gesamtenergienutzungsrate des Moduls von über 80 %. Die Module können auf Dächern, an Fassaden oder auf bodenmontierten Gestellsystemen installiert werden und eignen sich für Einfamilienhäuser, Wohngebäude, Fernwärmenetze oder Industrieanlagen, die Prozesswärme benötigen. Das Potenzial dieser Technologie in Geothermieprojekten ist besonders hervorzuheben: Die von den Modulen gesammelte Wärme kann den Boden verbessern und die Bohrtiefe oder -anzahl reduzieren. Das Unternehmen gibt an, dass die anfänglichen Bohrkosten in mehreren seiner Projekte um bis zu 75 % gesenkt wurden.

Der hydraulische Druckverlust des Moduls ist gering (29 mbar), sodass bis zu 20 Einheiten in einem einzigen Kreislauf verbunden werden können. Die Hauptmärkte von Sunmaxx sind Deutschland, Österreich und die Schweiz. Das Unternehmen hat bereits Module für Projekte in Rumänien, Spanien, Brasilien und Großbritannien geliefert und verhandelt über eine Ausweitung der Geschäftstätigkeit in Skandinavien, Indien und Israel.

Dieser Artikel wurde von Wedoany übersetzt und bearbeitet. Bei jeglicher Zitierung oder Nutzung durch künstliche Intelligenz (KI) ist die Quellenangabe „Wedoany“ zwingend vorgeschrieben. Sollten Urheberrechtsverletzungen oder andere Probleme vorliegen, bitten wir Sie, uns unverzüglich zu benachrichtigen. Wir werden den entsprechenden Inhalt umgehend anpassen oder löschen.

E-Mail: news@wedoany.com