de.wedoany.com-Bericht: Das FIT-HORIZONS-Projekt vereint 19 maritime Unternehmen, Forscher, Universitäten, Softwareentwickler und Technologieanbieter aus ganz Europa. Ziel ist die Entwicklung einer intelligenten, flexiblen Umbau-Designumgebung für emissionsarme und emissionsfreie Schifffahrt, um Reedereien dabei zu helfen, ihre bestehende Flotte schnell, sicher und wirtschaftlich zu dekarbonisieren.
Das Projekt wird vom norwegischen Institut für Meerestechnik (SINTEF Ocean) koordiniert und von der EU mit knapp 4 Millionen Euro gefördert. Es integriert fortschrittliche Simulationswerkzeuge, Künstliche Intelligenz (KI)-gestützte Modellierung und Betriebsdaten in einen ganzheitlichen Designrahmen, um Umbauentscheidungen für Reeder zu vereinfachen und zu beschleunigen. Der Schifffahrtssektor ist derzeit für etwa 3 % der weltweiten CO₂-Emissionen verantwortlich. Obwohl neue emissionsfreie Schiffe auf den Markt kommen, werden die meisten bestehenden Schiffe voraussichtlich noch Jahrzehnte in Betrieb bleiben. Daher ist die Umrüstung der bestehenden Flotte für die Erreichung internationaler Klimaziele von entscheidender Bedeutung. Dr. Kourosh Koushan, Projektkoordinator von FIT-HORIZONS und Sonderberater bei SINTEF Ocean, erklärte, dass das Projekt darauf abzielt, der Branche durch das Verständnis der Wechselwirkungen verschiedener Technologien an Bord bessere Umbauentscheidungen zu ermöglichen, Unsicherheiten zu reduzieren und den Übergang von der Analyse zur Umsetzung zu beschleunigen.
Das Projekt wird eine flexible Designumgebung entwickeln und validieren, die gleichzeitig mehrere Umbau-Technologien bewerten kann, darunter alternative Kraftstoffe, Elektrifizierung, windunterstützte Antriebssysteme, Luftschmiersysteme, Rumpfmodifikationen und Energieeffizienzlösungen. Die Plattform bewertet einzelne Technologien nicht isoliert, sondern analysiert die synergistische Leistung mehrerer Technologiekombinationen unter realen Betriebsbedingungen und für verschiedene Schiffsklassen.
Das Projekt wird auf Basis tatsächlich betriebener Schiffe sechs virtuelle Demonstrationen durchführen, die wichtige europäische Schiffssegmente wie Binnenschifffahrt, Kurzstreckenseeverkehr, Langstreckenseeverkehr, Fähren, Kreuzfahrtschiffe und Offshore-Schiffe abdecken. Durch die Integration von maschinellem Lernen, Ersatzmodellen, Betriebsdaten und hochgenauen Simulationen will das Konsortium eine Werkzeugumgebung schaffen, die zuverlässigere, skalierbare und wirtschaftlich tragfähige Umbauentscheidungen in der gesamten maritimen Industrie unterstützt. Øystein Huglen, Leiter für Technologie und Innovation bei Maritime CleanTech, betonte, dass die Branche Werkzeuge benötige, um die Identifizierung der effektivsten Dekarbonisierungsroute für jedes einzelne Schiff zu erleichtern. Diese Organisation ist für die Maximierung der Wirkung und Marktakzeptanz des Projekts in der Branche verantwortlich.
Das FIT-HORIZONS-Konsortium baut auf den Erfahrungen früherer europäischer Initiativen auf und führt neue KI-gestützte Methoden für die Meerestechnik und Umbauoptimierung ein. Die flexible Designumgebung soll bis zum Projektende im Jahr 2029 den Technologiereifegrad TRL 7-8 erreichen. Das Konsortium wird auch Empfehlungen zu bewährten Verfahren, behördlichen Genehmigungsprozessen und Geschäftsmodellen erarbeiten, um eine schnellere Markteinführung von Umbau-Lösungen zu unterstützen. Angesichts der Umsetzung neuer Klimavorschriften wie der EU-Verordnung über maritime Kraftstoffe (FuelEU Maritime) und des EU-Emissionshandelssystems (EU ETS) zielt das Projekt darauf ab, Reedern und Konstrukteuren praktische Werkzeuge an die Hand zu geben, um den zunehmend komplexen Transformationsprozess zu bewältigen.
Zu den FIT-HORIZONS-Partnern gehören: SINTEF Ocean (Norwegen), Maritime CleanTech (Norwegen), Friendship Systems (Deutschland), Vard Design (Norwegen), Laskaridis Shipping Company (Griechenland), SimFWD (Griechenland), Consiglio Nazionale Delle Ricerche (Italien), Bound4Blue (Spanien), Entwicklungszentrum für Schiffstechnik und Transportsysteme (Deutschland), Atlantec Enterprise Solutions (Deutschland), Alfa Laval Rotterdam (Niederlande), American Bureau of Shipping (Griechenland), Hurtigruten (Norwegen), Tidewater Rederi (Norwegen), Columbia Shipmanagement (Zypern), Levante Ferries (Griechenland), University of Strathclyde (Vereinigtes Königreich), Haeger & Schmidt Logistics (Deutschland), LMG Marin (Frankreich). Das Projekt wird im Rahmen des Horizon Europe-Rahmenprogramms der EU unter der Fördervereinbarung Nr. 101270016 gefördert.
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