ITER-Stickstoffanlage in Frankreich erfolgreich in Betrieb genommen – liefert 80K-Vorkühlung für Fusionsreaktor
2026-06-15 17:35
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de.wedoany.com-Bericht: ITER, der weltweit größte Fusionsreaktor, benötigt eine Kühlung seiner Magnete auf 4K (-269°C), um sie in einen supraleitenden Zustand zu versetzen und so das 150 Millionen °C heiße Plasma einzuschließen. Um diese Temperaturspanne zu erreichen, wurde ein großflächiges Kryosystem errichtet, dessen Kryoanlage neben dem Tokamak die Fläche eines Fußballfelds einnimmt.

Die Flüssigstickstoff (LN₂)-Anlage dieser Fabrik wurde von der Europäischen Fusionsenergieorganisation (F4E) in Zusammenarbeit mit dem französischen Unternehmen Air Liquide bereitgestellt. Nach mehrjähriger intensiver Installation und Tests hat das europäische Team erfolgreich zwei Flüssigstickstoff-Kältemaschinen gekühlt und die Systeminbetriebnahme abgeschlossen. Die Anlage liefert eine Kühlleistung von 1300 kW bei 80K und arbeitet zuverlässig unter verschiedenen Betriebsbedingungen. Sie wird in Kürze an die ITER-Organisation übergeben und als Vorkühler für die Helium-Kältemaschinen dienen.

Der Stickstoffkreislauf durchläuft Geräte wie Kompressoren, Kälteboxen und einen 26 Meter hohen Gastank. Der Inbetriebnahmeprozess umfasste nacheinander die Überprüfung der mechanischen und elektrischen Steuerkreise, die Reinigung der Rohrleitungen und das Einfüllen des Arbeitsmediums, Tests bei Raumtemperatur sowie Leistungstests nach schrittweiser Abkühlung auf Betriebstemperatur. Experten von Air Liquide steuerten den gesamten Betriebsablauf im Kontrollraum, während F4E-Projektmanager Grigori Kusmenko die Aufsicht führte.

Frédéric Debert, Inbetriebnahme-Manager bei Air Liquide, erklärte, dass die erfolgreiche Inbetriebnahme der Flüssigstickstoffanlage ein entscheidender Meilenstein sei, der die enge Zusammenarbeit des Unternehmens mit F4E und sein Engagement für das ITER-Projekt widerspiegele.

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