Schwedischer Stahlhersteller SSAB bringt angeblich weltweit erstes Panzerstahlpulver auf den Markt, plant Produktionsausweitung ab 2028
2026-06-16 11:07
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de.wedoany.com-Bericht: Der schwedische Stahlhersteller SSAB hat auf der Pariser Verteidigungs- und Sicherheitsmesse Eurosatory das Pulver Armox 500 AM vorgestellt, das erste einer geplanten Reihe von Pulversorten. Das Unternehmen behauptet, es handele sich um das weltweit erste Panzerstahlpulver, dessen Leistung mit der von Platten derselben Klasse vergleichbar sei.

Armox-Panzerplatten nehmen seit über vierzig Jahren eine führende Stellung auf dem Markt für Panzerstahl ein. Die Pulvervariante soll diese ballistischen und explosionshemmenden Eigenschaften auf Geometrien ausweiten, die mit plattenbasierter Fertigung nicht herstellbar sind.

SSAB bringt angeblich weltweit erstes Schutzstahlpulver auf den Markt

Die additive Fertigung findet im Bereich der Panzerung ihren Ansatz in Fertigungsmöglichkeiten, die mit Platten nicht realisierbar sind. Aus Armox 500 AM-Pulver gefertigte Komponenten – seien es massive Teile wie Scharniere, Gehäuse oder mehrschichtige Strukturen mit Gitter- oder Wabengeometrien – können die Energie von Projektilen und Explosionen auf die gleiche Weise absorbieren und ableiten wie Platten, während sie gleichzeitig organische Formen und Gewichtsreduzierung ermöglichen, was durch das Design der additiven Fertigung erreicht wird. Teile mit vergleichbarer Komplexität wären durch herkömmliche maschinelle Bearbeitung und Schweißen schwer oder gar nicht herstellbar.

Die weltweite Nachfrage nach Schutzstahl wächst, und die einzigartigen Produkte von SSAB verschaffen dem Unternehmen eine führende Position bei Kunden aus der Verteidigungsindustrie, erklärte Per Elfgren, Leiter der SSAB-Sparte für Sonderstähle. Auch die Nachfrage nach Hochleistungs-Metallpulvern für den 3D-Druck steige. Basierend auf jahrzehntelanger Erfahrung mit Hochleistungsstahlprodukten habe das Unternehmen eigene, für die additive Fertigung optimierte Hochfeststahlpulver entwickelt, die fortschrittliche Konstruktionen mit geringem Gewicht und hoher Festigkeit ermöglichen.

Ein besonderer Schwerpunkt des Materials liegt auf dem Schutz von Außenteilen gepanzerter Fahrzeuge, die exponiert sein müssen, um ihre Funktion zu erfüllen, aber auch konzentrierte Schwachstellen darstellen. Kameras, Antennenhalterungen, Zielfernrohre, Radarsysteme, Hydraulikkupplungen und Kabelbaugruppen können mit maßgeschneiderten, additiv gefertigten Gehäusen aus Armox 500 AM-Pulver ausgestattet werden, ohne dass eine Wärmebehandlung nach dem Druck erforderlich ist. SSAB weist darauf hin, dass die Zerstörung eines einzelnen Sensors oder einer Antennenhalterung ein ansonsten intaktes Fahrzeug kampfunfähig machen kann, weshalb der gezielte Schutz dieser Vorrichtungen von großer operativer Bedeutung ist.

SSAB produziert das Armox 500 AM-Pulver in seinem Werk im schwedischen Oxelösund. Das Material wurde bereits auf Fließfähigkeit, Partikelform und Korngrößenverteilung getestet. Gedruckte Teile haben ebenfalls ballistische und explosionshemmende Tests bestanden. Das Werk in Oxelösund wird ab 2026 erweitert, um die kommerzielle Serienproduktion zu unterstützen. Die Produktionskapazität soll ab dem ersten Quartal 2028 schrittweise auf etwa 350 Tonnen pro Jahr gesteigert werden.

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