Kallanish Europe Steel Markets 2026 Konferenz in Österreich: Stahlindustrie investiert möglicherweise in rund 14 Millionen Tonnen neue Flachstahlkapazitäten
2026-06-16 15:25
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de.wedoany.com-Bericht: Obwohl die europäische Stahlindustrie weiterhin mit rückläufiger Nachfrage und hohen Energiepreisen zu kämpfen hat, machen die jüngsten staatlichen Unterstützungsmaßnahmen die Region für Investoren attraktiver. Diese Einschätzung stammt von der Kallanish Europe Steel Markets 2026 Konferenz in Wien, auf der die Teilnehmer entsprechende Aussagen trafen.

Branchenvertreter wiesen darauf hin, dass Stahlunternehmen eine einzigartige Gelegenheit haben, die gestiegene Rentabilität zu nutzen, um ihre Produktionsanlagen zu modernisieren und die Dekarbonisierung voranzutreiben. Schätzungen zufolge könnte die Rentabilität der Branche bis 2027 im Vergleich zum Niveau von 2025 doppelt so hoch sein. Eine höhere Rentabilität könnte die Wiederinbetriebnahme stillgelegter Kapazitäten sowie neue Investitionsprojekte attraktiver machen.

Neue Investitionen könnten jedoch zu einem Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage führen. Bei Neubauprojekten (Greenfield-Projekte) könnten jährlich rund 14 Millionen Tonnen neue Flachstahlkapazitäten hinzukommen.

Matthias Winkler, Direktor der ING Bank, erklärte, dass Banken bereit seien, Finanzierungen bereitzustellen, die Stahlindustrie jedoch Schwierigkeiten habe, im Wettbewerb um Investitionen mit attraktiveren Bereichen wie Künstlicher Intelligenz zu konkurrieren. Seiner Ansicht nach werde staatliche Unterstützung bei der Gewinnung von Finanzierungen immer wichtiger. Je größer das Vertrauen in die langfristige Wirksamkeit von Schutzmechanismen wie dem CBAM (CO2-Grenzausgleichssystem) sei, desto zuversichtlicher seien Banken, dass Stahlunternehmen ihre Kredite zurückzahlen könnten.

Gleichzeitig gibt es in bestimmten Produktbereichen vielversprechende Investitionsnischen. Adrian Senecki, Vizepräsident von Weglokoks, wies darauf hin, dass das polnische Stahlwerk Huta Częstochowa gerade durch die Investitionen des Unternehmens und die Unterstützung des polnischen Verteidigungsministeriums wiederbelebt werden konnte. Das Unternehmen setzt auf die Produktionsperspektiven von Grobblechen und hat das insolvente Unternehmen umstrukturiert. Obwohl die Verteidigungsindustrie einer der wichtigsten Zielmärkte ist, wird erwartet, dass sie nur etwa 7 % des Umsatzes und nicht mehr als 12 % des Gewinns ausmacht. Weitere rund 10 % der Lieferungen werden in den Energiesektor fließen, während Bau- und Infrastrukturprojekte weiterhin die größten Produktabnehmer bleiben werden.

Luciana Filizzola, Direktorin für Nachhaltigkeit und Kommunikation der GMH Gruppe, betonte, dass Investitionen in Spezialprodukte von entscheidender Bedeutung seien. Die Gruppe habe zwei Unternehmen übernommen und integriere sie derzeit in ihre eigene Struktur, um Druckgussstahl und Werkzeugstahl herzustellen. Solche Hightech-Produkte könnten sogar nach China exportiert werden. Gleichzeitig warnte Filizzola, dass die hohen Energiepreise weiterhin eine der größten Bedrohungen für die europäische Stahlindustrie darstellten. Selbst mit CBAM und anderen Unterstützungsmaßnahmen sei es für europäische Produzenten daher schwierig, auf dem globalen Markt zu konkurrieren.

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