Finnland, Schweden u. a. erforschen Wasserstoffpipeline-Projekt in der Ostsee bis 2030
2026-06-18 11:59
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de.wedoany.com-Bericht: Der finnische Gasfernleitungsbetreiber Gasgrid Finland und der schwedische Betreiber Nordion Energi haben gemeinsam mit den Entwicklern OX2 und Copenhagen Infrastructure Partners beschlossen, eine groß angelegte Offshore-Wasserstoffpipeline durch die Ostsee zu untersuchen. Das Projekt mit dem Namen „Baltic Sea Hydrogen Collector“ (BHC) soll bis 2030 Finnland, Schweden, die finnische Inselgruppe Åland und Deutschland verbinden und möglicherweise auf Energieinseln wie Gotland und Bornholm ausgeweitet werden.

Das Projekt zielt darauf ab, das Offshore-Windenergiepotenzial der Ostseeregion in einen funktionsfähigen Wasserstoffmarkt zu verwandeln. Die Partner erklären, dass das Ostseebecken über reiche Windenergieressourcen verfügt und die Region bis zu 55 % der im EU-Plan REPowerEU festgelegten Ziele für sauberen Wasserstoff decken könnte. Die Pipeline soll Wasserstoffproduzenten und Industrieabnehmern eine sichere Transportroute von der Angebots- zur Nachfrageseite bieten, was die Beteiligten als Voraussetzung für Investitionen in die neue Wasserstoff-Wertschöpfungskette ansehen.

Diese Initiative ist Teil des European Hydrogen Backbone, einer Vision, die von 31 Gas-Infrastrukturunternehmen gemeinsam entwickelt wurde. Das Projekt basiert auf der politischen Zusage der Marienborg-Erklärung von 2022, in der acht Ostseeanrainerstaaten das Ziel festlegten, bis 2030 eine installierte Gesamtleistung von Offshore-Windenergie von mindestens 19,6 Gigawatt zu erreichen, und das Potenzial von bis zu 93 Gigawatt im gesamten Becken erkannten.

Für die Ostseeregion liegt die Bedeutung des BHC-Projekts darin, dass es ein häufiges Problem bei der Expansion der Offshore-Windenergie löst: die Verwertung überschüssigen Stroms bei gesättigten Stromnetzen. Die Verbindung der Stromerzeugung im Bottnischen Meerbusen und im weiteren Ostseeraum mit den Wasserstoffabnehmermärkten in Nordeuropa, den baltischen Staaten und Mitteleuropa wird dem Windstrom in der Region einen flexiblen Sekundärmarkt bieten und die Versorgungssicherheit erhöhen. Die Studienphase wird die wirtschaftliche Machbarkeit des Projekts bewerten.

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