de.wedoany.com-Bericht: Die Universität Hamburg hat bekannt gegeben, dass sie das Gebäude ihres Regionalen Rechenzentrums sanieren wird. Das Gebäude im Hamburger Stadtteil Rothenbaumchaussee und Schlüterstraße wies bei einer Routineinspektion erhebliche strukturelle Schäden und Schadstoffbelastungen auf. Die Universität hat bisher weder die genaue Schadensursache noch die voraussichtlichen Sanierungskosten bekannt gegeben.
Trotz der Gebäudeschäden sind einige Einrichtungen weiterhin in Betrieb. Ein Sprecher der Universität Hamburg teilte DCD mit, dass das Rechenzentrum aufgrund der noch funktionierenden notwendigen technischen Infrastruktur teilweise weiterbetrieben werde. Die Universität stimmt sich mit den zuständigen Behörden über die Finanzierung und den Zeitplan des Projekts ab. Die Sanierung umfasst den Abriss und Ersatz von Beton an der tragenden Außenwand des Gebäudes. Bis zum Abschluss der Renovierung wird eine Stahlkonstruktion zur Stabilisierung des Gebäudes beitragen. Das in den 1960er Jahren errichtete Gebäude hat eine besondere historische und kulturelle Bedeutung. Die Universität wird das Ziel der langfristigen Erhaltung und Nutzung weiterverfolgen und die notwendigen Planungs-, Verstärkungs- und Sanierungsmaßnahmen im Rahmen ihrer Möglichkeiten vorantreiben.
Das Regionale Rechenzentrum beherbergt mehrere Hochleistungsrechensysteme, darunter den HPC-Cluster „Hummel-2", der komplexe Simulationen in Astrophysik, Chemie und Informatik unterstützt. Dieser wassergekühlte HPC-Cluster besteht aus 32 universellen GPU-Kernen und 178 Rechenknoten mit einer Gesamtspeicherkapazität von 5,2 PB. Professor Dr. Sebastian Gerling, Chief Digital Officer der Universität Hamburg, erklärte im Jahr 2024, dass das langfristige Ziel des Projekts darin bestehe, durch die Nutzung des Kühlwassers etwa zwei Drittel der Computerabwärme wiederzuverwenden, was eine Reduzierung der CO₂-Emissionen um 10 bis 20 Prozent ermöglichen würde.
In Hamburg sind weitere HPC-Cluster beheimatet, darunter das zweite derartige System, das die ehemalige Atos-Tochter Bull im vergangenen Monat an den Kunden Airbus ausgeliefert hat und das in einem modularen Rechenzentrum der Stadt untergebracht ist. Laut Daten von DataCenterMap ist Hamburg ein mittelgroßer Rechenzentrumsmarkt in Deutschland mit insgesamt 30 privaten Rechenzentren. Dazu gehört eine 4,4-MW-Anlage, die von der europäischen Rechenzentrumsgesellschaft Penta Infra betrieben wird. Dieser Standort wurde im vergangenen Jahr eröffnet und verfügt über 26.900 Quadratfuß (2.500 Quadratmeter) Rechnerfläche; die Bauzeit betrug zwei Jahre.
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