de.wedoany.com-Bericht: Während der Handelszeit am 18. Juni übertraf der Marktwert von Space Exploration Technologies Corp (kurz SpaceX) zeitweise den von Amazon, was das Interesse der Anleger an Unternehmen für Künstliche Intelligenz-Infrastruktur unterstreicht. Am dritten Tag nach dem Börsengang stieg der Aktienkurs des Luft- und Raumfahrtunternehmens um 4,83 % auf 201,80 US-Dollar, wodurch die Bewertung auf etwa 2,6 Billionen US-Dollar stieg und es zu den größten börsennotierten Unternehmen der Welt zählte. Zum Handelsschluss lag der Marktwert etwa gleichauf mit Amazon und vor Meta und Tesla.
Dieser Meilenstein folgte auf einen Anstieg nach dem Börsengang (IPO) von SpaceX, ausgelöst durch den Start des Optionshandels mit seinen Aktien und die wachsende Erwartung der Anleger, dass sich das Geschäft von Startdiensten und Satellitenverbindungen auf KI-Infrastruktur ausweiten könnte. Obwohl der Aktienkurs am Mittwoch nach einem Anstieg von rund 40 % seit dem IPO wieder nachgab, lag der Marktwert von SpaceX weiterhin bei fast 2,66 Billionen US-Dollar. Trotz Bewertungsbedenken bleibt die anhaltende Begeisterung der Anleger bemerkenswert.
SpaceX betritt den öffentlichen Markt mit einem anderen Geschäftsmodell als etablierte Technologiegiganten wie Amazon, Microsoft, Apple und Alphabet. Diese Unternehmen erwirtschaften stabile Gewinne aus etablierten Geschäften, während SpaceX weiterhin das Wachstum in den Bereichen kommerzielle Startdienste, Satellitenkommunikation, Starlink, Konnektivitätslösungen und Künstliche Intelligenz priorisiert.
Laut den Finanzergebnissen von SpaceX für das Jahr 2025 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 18,67 Milliarden US-Dollar, aber einen Nettoverlust von 4,94 Milliarden US-Dollar, der hauptsächlich auf die Übernahme des KI-Startups xAI zurückzuführen ist. Das Unternehmen meldete für das erste Quartal 2026 einen weiteren Verlust von 4,28 Milliarden US-Dollar.
Trotz dieser Verluste bewerten Anleger SpaceX mit einem Marktwert, der dem von Amazon entspricht. Dies spiegelt die Markterwartung wider, dass seine Vermögenswerte zu einer Schlüsselinfrastruktur für die nächste Phase der KI-Bereitstellung werden könnten. SpaceX positioniert sich zunehmend nicht nur als Luft- und Raumfahrtunternehmen, sondern auch als KI-Infrastrukturanbieter, der von globalen Satellitennetzwerken, Kommunikationssystemen, Rechenleistung, proprietären Daten und Software unterstützt wird.
Diese Strategie gewann nach der Ankündigung von SpaceX, die KI-Codierungsplattform Cursor für 60 Milliarden US-Dollar zu übernehmen, weiter an Dynamik. Die Übernahme, die voraussichtlich im dritten Quartal abgeschlossen wird, soll die Softwarefähigkeiten des Unternehmens durch die Integration von KI-Tools zur Generierung, Überprüfung und Bearbeitung von Computercode stärken.
Der Beitritt von Cursor unterstützt die umfassendere Strategie von SpaceX, Software mit seinen Satelliten-, Start- und Kommunikationsgeschäften zu kombinieren, und festigt seine Position neben KI-Führern wie OpenAI und Anthropic. Das Unternehmen verlässt sich nicht mehr ausschließlich auf Startdienste oder Satelliteninternet, sondern baut eine integrierte Technologieplattform mit KI-Infrastruktur als Kern auf.
Das schnelle Wachstum des Marktwerts von SpaceX hat auch Anleger dazu veranlasst, das seit langem bestehende Konzept der „Magnificent Seven" – Apple, Microsoft, Alphabet, Amazon, Nvidia, Meta und Tesla – zu überdenken, das traditionell die Konzentration der Kursgewinne führender US-Technologieunternehmen repräsentiert.
Die UBS hat diese Veränderung kürzlich als die nächste Phase der KI-Investitionen beschrieben und behält eine konstruktive Aussicht für die Branche bei, während sie gleichzeitig erwartet, dass sich die künftigen Ausgaben von KI-Modellen und -Chips auf Halbleiter, Speicher, Optotechnologie, Energieinfrastruktur und Halbleiterfertigungsanlagen ausweiten werden.
Goldman Sachs hat diese breitere Anlagethese ebenfalls bekräftigt und schätzt, dass die globalen Investitionen in KI-Infrastruktur zwischen 2026 und 2031 etwa 7,6 Billionen US-Dollar erreichen könnten, einschließlich Rechenleistung, Rechenzentren und Stromerzeugung.
Goldman Sachs warnte auch, dass das künftige Wachstum mit physischen Einschränkungen konfrontiert sein könnte, darunter Chip-Austauschzyklen, Systemarchitekturbeschränkungen, Stromverfügbarkeit, Baukosten für Rechenzentren, Arbeitskräftemangel und Geräteversorgung.
Marktteilnehmer betonen, dass die Bewertung von SpaceX hauptsächlich durch zukünftige Erwartungen und nicht durch die aktuelle finanzielle Leistung getrieben wird. Der relativ begrenzte Streubesitz nach dem Börsengang und die Einführung des Optionshandels haben den Aktienkursanstieg verstärkt, was beides die Kursschwankungen verschärfen könnte.
Peter Boockvar, Chief Investment Officer von One Point BFG Wealth Partners, sagte, dass sich die Anleger derzeit auf die langfristige Wachstumsgeschichte von SpaceX konzentrieren und nicht auf seine finanziellen Fundamentaldaten. Er fügte hinzu, dass die zukünftige Umsetzung letztendlich darüber entscheiden werde, ob die Bewertung angemessen sei. „Wenn sie liefern können, besteht natürlich Aufwärtspotenzial, aber die Bewertung ist so hoch, dass das Unternehmen wirklich beweisen muss, dass es zu dieser Bewertung heranwachsen kann."
Elon Musk skizzierte nach dem Börsengang auch ehrgeizige langfristige Finanzziele. In einem Beitrag auf der Plattform X erklärte er, dass SpaceX „bis 2030 möglicherweise einen Jahresumsatz von etwa einer Billion US-Dollar erzielen könnte".
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