de.wedoany.com-Bericht: Der Winter auf der Südhalbkugel beginnt offiziell am 21. Juni und wird voraussichtlich mehrere Auswirkungen auf die brasilianische Stromwirtschaft haben, darunter Veränderungen der Niederschlagsmuster, Schwankungen bei der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien und Anpassungen der Strommarktpreise. Der diesjährige Winter markiert den Übergang zum El-Niño-Phänomen, dessen deutlichste Auswirkungen voraussichtlich im Frühling und Sommer sichtbar werden. Die Wetterbedingungen der kommenden Monate erfordern jedoch bereits Wachsamkeit von Stromerzeugern, Händlern, Verbrauchern und Netzbetreibern.

Laut der Prognose von Tempo OK, einem auf meteorologische Beratung für die Energiebranche spezialisierten Unternehmen, wird das allmähliche Voranschreiten von El Niño ab September die Niederschläge in Südbrasilien erhöhen, während die nördlichen und nordöstlichen Binnenregionen mit trockeneren Perioden sowie einem erhöhten Risiko von Dürre und Waldbränden konfrontiert sein könnten. Obwohl die Temperaturen tendenziell über dem Durchschnitt liegen, sind im Winter dennoch polare Luftmassen möglich, die zwischen Juni und Juli zu deutlichen Temperaturabfällen führen und in höheren Lagen von Santa Catarina und Rio Grande do Sul Frost oder sogar Schneefall verursachen können. Maria Clara Sassaki, Sprecherin von Tempo OK, erklärte, dass die allmähliche Verstärkung von El Niño in den kommenden Monaten die klimatischen Gegensätze zwischen den brasilianischen Regionen verschärfen werde, was Wachsamkeit in strategischen Sektoren wie Energie, Landwirtschaft und Risikomanagement erfordere.
Auch die Auswirkungen auf die Solar- und Windstromerzeugung sind beachtenswert. Yanael Medeiros, Ingenieur bei CS Consultoria, wies darauf hin, dass trockenere Perioden mit geringerer Bewölkung die Solarstromerzeugung in einigen Regionen begünstigen könnten, aber die geringeren Niederschläge die Ansammlung von Staub und Partikeln auf Photovoltaikmodulen erhöhen, wodurch Reinigungs- und Wartungsarbeiten für die Aufrechterhaltung der Anlagenleistung wichtiger werden. Zudem könnten heißere Perioden die Effizienz der Module verringern und die thermische Belastung von Geräten wie Wechselrichtern und Transformatoren erhöhen. Für die Windstromerzeugung könnten die Auswirkungen von El Niño je nach Region zu Zu- oder Abnahmen der Energieproduktion führen, was eine verstärkte Wettervorhersage und Betriebsplanung erfordert.
Am Strommarkt sinkt der Verbrauch im Winter traditionell im Vergleich zu den heißen Monaten. Die geringere Nachfrage, kombiniert mit günstigen hydrologischen Bedingungen und einer höheren Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien, sollte dazu beitragen, die Strompreise niedrig zu halten. Laut Prognosen von Thymos Energia sollte der zur Abrechnung von kurzfristigen Marktdifferenzen verwendete Preisabrechnungswert (PLD) während des gesamten Winters unter 200 BRL/MWh bleiben. Die Handelskammer für Strom (CCEE) schätzt die Preise zwischen Juni und August auf unter 205 BRL/MWh. Dies stellt eine Veränderung gegenüber der Situation seit März 2025 dar, als der PLD im Durchschnitt über 200 BRL/MWh lag – im Februar dieses Jahres erreichte der PLD mit 382 BRL/MWh die regulatorische Obergrenze.
Die Niederschlagsbedingungen tragen ebenfalls dazu bei, das niedrige Preisniveau zu halten. Laut Prognosen von Nottus sollten die Niederschläge im Teilsystem Südost/Mittelwest, das etwa 70 % der Speicherkapazität der Wasserkraftwerke des Landes konzentriert, über dem Durchschnitt liegen; auch in der südlichen Region werden die Niederschläge in den kommenden Monaten zunehmen, was die Erholung der Stauseen begünstigt. In Minas Gerais, Goiás und den nordöstlichen Binnenregionen wird sich die für den Winter typische Trockenperiode allmählich verfestigen. Diese meteorologischen Veränderungen bilden eine wichtige Grundlage für die Bewertung der Auswirkungen des El-Niño-Phänomens auf die brasilianische Stromerzeugung und das Verhalten des Strommarktes.
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