Data4 plant Investition von 5 Milliarden Euro in KI-Rechenzentrumscampus in Nordfrankreich
2026-06-21 09:50
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de.wedoany.com-Bericht: Der europäische Rechenzentrumsbetreiber Data4 plant eine Investition von 5 Milliarden Euro in einen 700-Megawatt-Rechenzentrumscampus in Escaudain, Nordfrankreich. Das Projekt auf dem ehemaligen Industriegelände Parc des Soufflantes wird der größte einzelne Campus von Data4 in Frankreich und zielt darauf ab, den schnell wachsenden europäischen Bedarf an Cloud- und KI-Infrastruktur zu decken.

Data4 plant 5-Milliarden-Euro-KI-Rechenzentrumscampus in Nordfrankreich

Der Campus erstreckt sich über 33 Hektar und soll in den kommenden Jahren vier Rechenzentren der nächsten Generation beherbergen, die letztlich eine IT-Lastkapazität von 700 Megawatt unterstützen. Data4 gibt an, dass eine mit lokalen Interessengruppen durchgeführte Machbarkeitsstudie bestätigt habe, dass das Gelände den Bau eines großen digitalen Infrastrukturknotens tragen könne. Das Unternehmen wurde vor sechs Monaten als exklusiver Partner für die Neuentwicklung des Grundstücks ausgewählt.

Die Standortwahl für Escaudain basiert auf seinen geografischen Vorteilen: Das Gelände liegt in der Nähe der wichtigsten europäischen Datenaustauschachse, die Frankfurt, London, Amsterdam und Paris verbindet, was für latenzempfindliche Workloads und grenzüberschreitende Cloud-Bereitstellungen von Bedeutung ist. Die relativ kohlenstoffarme Stromstruktur Frankreichs bietet zudem einen kommerziellen Vorteil für Rechenzentrumsbetreiber, die ihren Unternehmenskunden Nachhaltigkeitszertifikate anbieten.

Data4 erwartet, dass der Campus nach vollständiger Inbetriebnahme rund 2.400 dauerhafte Arbeitsplätze schaffen wird. Das Unternehmen plant, über das Data4All-Kompetenzzentrum in Zusammenarbeit mit lokalen Schulen und Einrichtungen Schulungs-, Forschungs- und Gründerprojekte durchzuführen, um die regionalen Fachkräfte zu fördern. Wärmerückgewinnung und kohlenstoffarmer Beton sind Teil des Nachhaltigkeitskonzepts des Campus.

Das Escaudain-Projekt ist Teil der breiteren europäischen Expansionspläne von Data4. Das Unternehmen betreibt derzeit zehn Standorte in sechs Ländern und plant, bis 2030 über 20 Milliarden Euro in Europa zu investieren. Data4 vergleicht das Projekt mit der Umwandlung ehemaliger Alcatel- und Nokia-Standorte in der Nähe von Paris in einen 500-Megawatt-Rechenzentrumsknotenpunkt und sieht es als Vorlage für die Umnutzung alter Industrieflächen in digitale Infrastruktur.

Für Unternehmensinfrastrukturkäufer könnte das Projekt die Hosting-Optionen für europäische KI- und Cloud-Workloads erweitern, insbesondere in Szenarien, in denen Latenz, Datenresidenz und kohlenstoffarmer Strom die Beschaffungsentscheidungen beeinflussen. Die wichtigsten Betriebsrisiken konzentrieren sich auf die Stromversorgung: Ein 700-Megawatt-Campus ist auf die Netzwerkkapazität, Umspannwerke, Energieverträge, Notstromsysteme und die öffentliche Akzeptanz über mehrere Jahre hinweg angewiesen. Die lokale physische Infrastruktur kann die europäische digitale Souveränität teilweise verbessern, doch die vollständige Souveränität hängt auch von Faktoren wie Cloud-Plattformen, Chips, Softwarekontrolle, Modelleigentum und regulatorischer Durchsetzungskraft ab.

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