Insolvenzen im britischen Baugewerbe im Mai 2026 um 30 % gegenüber dem Vormonat gesunken
2026-06-21 15:02
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de.wedoany.com-Bericht: Die neuesten Monatsdaten des britischen Insolvenzdienstes (Insolvency Service, kurz IS) zeigen einen deutlichen Rückgang der Unternehmensinsolvenzen im Baugewerbe in England und Wales im Mai 2026.

Die heute Morgen veröffentlichten Daten zeigen, dass im Mai insgesamt 281 Bauunternehmen in ein Insolvenzverfahren gingen, ein Rückgang um 30 % gegenüber 406 im April und um 27 % gegenüber 385 im Mai 2025.

Fachsubunternehmer waren im Mai von der Insolvenzwelle am stärksten betroffen: 169 Unternehmen meldeten Insolvenz an, das sind 60 % der Gesamtzahl des Monats. Bauunternehmen (einschließlich Bauträger, Wohnungs- und Nichtwohnungsbauunternehmer) waren mit 97 Insolvenzfällen betroffen, die restlichen 15 betrafen Tiefbauunternehmen.

Seit dem 1. Januar sind im britischen Baugewerbe insgesamt 1.617 Unternehmen insolvent gegangen, ein Rückgang um 8 % gegenüber 1.763 im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Zu den vom IS erfassten Insolvenzarten gehören Zwangsliquidation, freiwillige Liquidation durch Gläubiger und Verwaltungsanordnungen. Trotz der deutlichen Verbesserung im Mai war die Gesamtzahl der Insolvenzen im April der höchste monatliche Stand seit November 2023 (damals 422 Insolvenzen).

Aus jährlicher Sicht war das Baugewerbe in den zwölf Monaten bis zum 31. Mai 2026 weiterhin der Sektor mit den meisten Unternehmensinsolvenzen: 3.803 Unternehmen meldeten Insolvenz an, das sind 17 % der Gesamtzahl aller Branchen.

Andere aktuelle Daten deuten darauf hin, dass der finanzielle Druck auf Bauunternehmen weiterhin hoch ist. Der „Red Flag Alert“-Index von BTG zeigt, dass im ersten Quartal 2026 fast 9.500 Bauunternehmen in „schweren“ finanziellen Schwierigkeiten steckten, ein Anstieg von rund 50 % im Vergleich zum Vorjahr. Eine Umfrage der Unternehmensberatung Menzies ergab ebenfalls, dass 86 % der Bau- und Immobilienunternehmen bereits in schweren finanziellen Schwierigkeiten stecken oder diesem Risiko ausgesetzt sind.

Freddy Khalastchi, Partner bei Menzies, sagte gegenüber dem „Construction News“, dass die Bauwirtschaft trotz der scheinbar niedrigeren Gesamtzahl der Bauinsolvenzen im Vergleich zum Vorjahr noch lange nicht über den Berg sei. Vor dem Hintergrund steigender Kosten, Zahlungsverzögerungen und verschärfter Finanzierungsbedingungen müssten Unternehmen ihre Finanzen genau überwachen und bei ersten Warnsignalen frühzeitig Beratung einholen.

Mark Supperstone, Partner der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft S&W, warnte ebenfalls davor, jetzt zu früh zu behaupten, der Druck auf die Bauunternehmen habe nachgelassen. Er sagte, das Insolvenzniveau sei im historischen Vergleich immer noch sehr hoch, und viele Unternehmen operierten mit begrenztem finanziellen Spielraum. Bauunternehmen stünden weiterhin vor multiplen Faktoren wie schwacher Nachfrage, Projektverzögerungen, steigenden Arbeitskosten sowie Preisbelastungen bei Materialien und Energie. Supperstone erwähnte auch, dass der Einkaufsmanagerindex (PMI) für das Baugewerbe im Mai auf 38,2 gefallen sei, weit unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten, und damit den stärksten Aktivitätsrückgang seit Mai 2020 verzeichne. Seine Firma stelle fest, dass die Beratungsanfragen von Bauunternehmen zunehmend den kritischen Punkt der Liquiditätsengpässe erreichten, und die durch geopolitische und makroökonomische Schocks verursachten höheren Energie- und Rohstoffkosten verschärften das Problem weiter. Khalastchi wies auch darauf hin, dass die anhaltend hohen Zinssätze weiterhin die Liquidität und Rentabilität der Unternehmen belasteten.

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