de.wedoany.com-Bericht: Am 16. Juni startete am Standort Köln des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) offiziell der Bau des zentralen europäischen GOVSATCOM-Hubs für sichere Satellitenkommunikation. Dieser Hub wird sensible Kommunikationsdienste für Regierungen und Einsatzkräfte integrieren und eine zentrale Rolle bei der europäischen Sicherheitsvorsorge spielen.
In der aktuellen Zeit von Krisen und Wandel, in der terrestrische Netze jederzeit ausfallen können, wird die Gewährleistung der Resilienz von Kommunikationssystemen zu einer Aufgabe, der sich Europa stellen muss. Der GOVSATCOM-Hub gilt als strategische Investition, die Europa beim Aufbau autonomer und kontrollierbarer Satellitenkommunikationsfähigkeiten hilft. Dr. Anke Kaysser-Pyzalla, Vorsitzende des DLR-Vorstands, betonte, dass die Ansiedlung eines der beiden EU-Zentralhubs am DLR-Standort Köln die Schlüsselrolle der Einrichtung bei der Gestaltung einer souveränen europäischen Weltraum-infrastruktur unterstreicht. Der Standort habe sich bereits mit der Europäischen Weltraumorganisation, der Wissenschaft und der Industrie zu einem bedeutenden Luft- und Raumfahrtzentrum entwickelt; das neue Projekt werde seine technologische Entwicklung und Zusammenarbeit weiter vorantreiben.
Dorothee Bär, Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, hob hervor, dass der GOVSATCOM-Hub für technologische Exzellenz und europäische Zusammenarbeit stehe und die Sicherheit und Handlungsfähigkeit im digitalen Zeitalter stärke. Das Projekt festige Deutschlands Position als Raumfahrthub, fördere Innovationen und schaffe Arbeitsplätze.
Das Projekt basiert auf einer Vereinbarung zwischen dem Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) und dem Land Nordrhein-Westfalen (NRW). Das Land NRW investiert bis zu 50 Millionen Euro in dieses strategische Projekt. Der Kölner Hub wird einer von zwei zentralen europäischen Hubs für staatliche und kommerzielle Satellitenkommunikation im Rahmen des EU-Weltraumprogramms sein und ein wichtiger Bestandteil des europäischen GOVSATCOM-Programms sowie der IRIS²-Konstellation (Infrastructure for Resilience, Interconnectivity and Security by Satellite).
Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst erklärte, der Hub stärke die sichere Satellitenkommunikation in Europa und gewährleiste zuverlässige Kommunikation für Regierungen und Einsatzkräfte in Krisenzeiten. Angesichts des Ukraine-Krieges und hybrider Bedrohungen sei das Projekt von großer Bedeutung für die europäische Sicherheit, Resilienz und technologische Souveränität. Mona Neubaur, Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, ergänzte, dieser Hub sei ein Sicherheitsgewinn für Europa und sende auch ein Signal für den Standort als Wirtschaftsstandort.
Rodrigo da Costa, Exekutivdirektor der Agentur der Europäischen Union für das Weltraumprogramm (EUSPA), erläuterte, dass seine Behörde für den Betrieb des GOVSATCOM-Hubs zuständig sei und eine sichere, resiliente und kosteneffiziente Satellitenkommunikation für Sicherheits- und kritische Missionen sowie für die offizielle Nutzung durch die EU und ihre Mitgliedstaaten sicherstellen werde.
Der Kölner GOVSATCOM-Hub wird Regierungsnutzer mit bestehenden Satellitenressourcen verbinden und die sichere Bereitstellung von Kommunikationsdiensten koordinieren. Selbst wenn konventionelle Kommunikationskanäle ausfallen oder unterbrochen werden, können Behörden und Einsatzkräfte einsatzfähig bleiben. Gleichzeitig entwickelt die EU die neue IRIS²-Satellitenkonstellation, die aus Hunderten von Satelliten besteht; deren Dienste sollen künftig ebenfalls über den GOVSATCOM-Hub bereitgestellt werden.
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