Britisches Zentrum für kritische Mineralien: Recyclingziele für 2035 schwer erreichbar
2026-06-22 10:47
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de.wedoany.com-Bericht: Das britische Critical Minerals Intelligence Centre (CMIC) hat in einem am 18. Juni 2026 veröffentlichten Analysebericht festgestellt, dass Großbritannien sein Ziel für das Recycling kritischer Mineralien bis 2035 „wahrscheinlich nicht“ erreichen wird – nämlich 20 % des jährlichen Bedarfs an kritischen Mineralien durch Recycling und Sekundärrohstoffe zu decken. Der Bericht argumentiert, dass saubere Energietechnologien wie Elektrofahrzeuge, Windkraftanlagen und Batterien schneller wachsen als die Verfügbarkeit von Sekundärmaterialien, sodass die Primärrohstoffversorgung bis 2050 die Hauptquelle bleiben wird.

Das Critical Minerals Intelligence Centre ist eine spezialisierte Forschungseinrichtung des British Geological Survey (BGS) und liefert der britischen Regierung unabhängige Analysen und Daten zur Lieferkette kritischer Mineralien. Im November 2025 veröffentlichte die britische Regierung die „Vision 2035: The UK Critical Minerals Strategy“ mit ehrgeizigen Zielen: Bis 2035 sollen mindestens 10 % des jährlichen Bedarfs an kritischen Mineralien durch heimische Produktion, 20 % durch Recycling gedeckt werden, und die Abhängigkeit von einem einzelnen Land bei kritischen Mineralien soll 60 % nicht überschreiten. Die Strategie wird mit neuen Fördermitteln von bis zu 50 Millionen Pfund unterstützt.

Der Bericht prognostiziert, dass die Nachfrage nach Kupfer in Großbritannien bis 2035 voraussichtlich fast doppelt so hoch sein wird, während die Nachfrage nach Lithium um 1100 % steigen wird. Aufgrund der begrenzten Anzahl ausgedienter Produkte dürfte die Recyclingmenge der meisten kritischen Mineralien jedoch hinter den Zielen zurückbleiben. Die Studie zeigt, dass Recycling bis 2050 das Potenzial hat, den Großteil des britischen Bedarfs an kritischen Mineralien zu decken, der Zeitrahmen 2035 jedoch für die meisten Materialien zu knapp ist. Bei Platingruppenmetallen und frühen Seltenerdmagneten verfügt Großbritannien zwar bereits über gewisse Kapazitäten, doch die bestehende Pipeline an Recyclingprojekten reicht nicht aus, um das 20-%-Recyclingziel zu erreichen.

Das Institute of Materials, Minerals and Mining (IOM3) wies in seiner Stellungnahme zur Strategie darauf hin, dass die Erreichung der Recyclingziele durch reale Einschränkungen wie eine unzureichende Versorgung mit Altmaterialien behindert werde. Allerdings gibt es auch Analysen, wonach bestimmte in der Photovoltaik verwendete Materialien dieses Ziel theoretisch bis 2035 erreichen oder übertreffen könnten; laut einer Analyse von Benchmark Recycling Service reichen die Bestände an Nickel, Kobalt und Mangan im Abfallpool von 2035 aus, um die Recyclingziele zu erfüllen.

Dieser Bericht ist eines der zentralen Forschungsergebnisse, die das britische Critical Minerals Intelligence Centre auf seiner Jahrestagung im März 2026 vorgestellt hat. Die Schlussfolgerungen des Berichts stellen den Umsetzungspfad der britischen Regierung für die „Vision 2035“-Strategie vor eine reale Herausforderung und zeigen, dass Großbritannien weiterhin in die Infrastruktur für das Recycling kritischer Mineralien und in Rücknahmesysteme für Altprodukte investieren muss.

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