de.wedoany.com-Bericht: Angesichts des anhaltenden Wachstums des Schienengüterverkehrs hat die mosambikanische Regierung kürzlich angekündigt, das staatliche Schienennetz für private Betreiber zu öffnen, um Branchenreformen voranzutreiben, die Frachteffizienz zu steigern und die Logistikkosten zu senken.
Verkehrs- und Logistikminister João Matlombe stellte das Reformpaket bei einem Treffen mit der Wirtschaftsvereinigung CTA (Confederação das Associações Económicas), der größten Wirtschaftsorganisation des Landes, in der Hauptstadt Maputo vor. Dem Plan zufolge soll die staatliche mosambikanische Hafen- und Eisenbahngesellschaft CFM (Portos e Caminhos de Ferro de Moçambique) zu einem Infrastrukturbetreiber umgewandelt werden, während private Unternehmen auf ihren Strecken Transportdienstleistungen anbieten können. Matlombe erklärte, Ziel sei es, die Auslastung der Schieneninfrastruktur zu erhöhen und den Druck auf den Straßentransport zu verringern. Er wies darauf hin, dass das Monopolmodell die Logistikentwicklung nicht wirksam unterstützen könne; die Regierung habe bereits umfassende Konsultationen geführt und bereite den Schienenzugang für verschiedene Marktteilnehmer vor. Gleichzeitig betonte er, dass Mosambik von den Erfahrungen Südafrikas lernen wolle, das bei der Öffnung des Schienenverkehrs für den Privatsektor führend sei. Der Minister unterstrich, dass Monopole und Ineffizienz die Wirtschaft belasteten und strukturelle Veränderungen im Eisenbahnsektor notwendig seien.
Der Privatsektor begrüßt die Reformen. Álvaro Massingue, Präsident der CTA, ist der Ansicht, dass die derzeit zu hohen Logistikkosten, die langen Transportzeiten und die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit der Frachtraten dazu führten, dass Güter von der Schiene auf die Straße verlagert würden, was die Gesamtwettbewerbsfähigkeit der Transportkorridore schwäche. Er forderte die Verabschiedung einer „Nationalen Logistik-Wettbewerbsstrategie" und wies darauf hin, dass ein integriertes, digitalisiertes Transportnetz dazu beitragen könne, Mosambik zu einem regionalen Logistikzentrum zu machen.
Im ersten Quartal dieses Jahres transportierte das mosambikanische Schienennetz insgesamt 3,6 Millionen Tonnen Güter, ein Anstieg von 14,9 % gegenüber dem gleichen Zeitraum des Jahres 2025. Das Schienennetz des Landes ist derzeit in drei unabhängige Systeme unterteilt – im Süden, in der Mitte und im Norden – die jeweils Häfen sowie die Nachbarländer Südafrika, Eswatini und Simbabwe anbinden. Um die Vernetzung des Netzes zu stärken, hat die Regierung die Einrichtung eines speziellen Investitionsbüros genehmigt und plant den Bau einer Nord-Süd-Eisenbahnlinie, deren Bauzeit auf acht Jahre veranschlagt wird.
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