USA planen 17,5 Milliarden Dollar für den Bau von zehn AP1000-Kernreaktoren
2026-06-24 10:49
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de.wedoany.com-Bericht: Die US-Regierung unter Donald Trump plant, bis zu 17,5 Milliarden Dollar bereitzustellen, um die beschleunigte Entwicklung von zehn neuen großen Kernreaktoren voranzutreiben. Damit soll dem steigenden Strombedarf großer Rechenzentren begegnet werden.

US-Energieminister Chris Wright erklärte, dass Entwickler von Rechenzentren, Versorgungsunternehmen und Energieunternehmen „großes Interesse“ am Bezug dieser Kernenergie gezeigt hätten. Nach den Vorstellungen des Energieministeriums sollen diese Kernkraftprojekte vor 2030 mit dem Bau beginnen und Mitte der 2030er Jahre Strom liefern. Wright zufolge ist dies nur ein Anfang; die Regierung werde vorrangig mit Unternehmen zusammenarbeiten, die bereit sind, Projekte zügig voranzutreiben. Wenn die Lieferkette in Gang komme, könnten in Zukunft in den USA weitere derartige Projekte entstehen.

Die meisten derzeit in den USA aktiven Kernkraftwerke wurden zwischen 1970 und 1990 gebaut. In den letzten Jahrzehnten wurden in den USA nur zwei große Kernreaktoren neu in Betrieb genommen, beide im Kernkraftwerk Vogtle der Georgia Power Company. Dieses Projekt war von jahrelangen Verzögerungen und Kostenüberschreitungen in Milliardenhöhe betroffen. Die zehn geplanten Reaktoren sollen alle das gleiche Design verwenden, nämlich den AP1000-Reaktor von Westinghouse. Wright zufolge waren die langsamen Fortschritte beim Vogtle-Projekt hauptsächlich auf unzureichende Planung, Probleme in der Lieferkette und die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie zurückzuführen, das Reaktordesign selbst sei jedoch „robust und zuverlässig“. Er erklärte, dass die USA durch einen standortübergreifenden, skalierbaren Bauansatz eine stabilere Lieferkette aufbauen und Bauerfahrung sammeln könnten, was die Bauzeit und -kosten für nachfolgende Projekte senken würde.

Das US-Energieministerium gab an, dass bereits sieben Versorgungsunternehmen und Energieunternehmen Absichtserklärungen unterzeichnet und potenzielle Standorte identifiziert hätten. Das Ministerium plant, letztendlich fünf Standorte auszuwählen, an denen jeweils zwei Reaktoren gebaut werden sollen. Die von der Regierung bereitgestellten Mittel sollen hauptsächlich für den Kauf von Kernkraftausrüstung und -komponenten mit langen Lieferzeiten verwendet werden, nicht als Baudarlehen direkt in die Bauphase fließen. Das Energieministerium hat weder die Namen der beteiligten Unternehmen noch die Bundesstaaten oder den endgültigen Zeitplan für die Standortauswahl bekannt gegeben.

US-Präsident Donald Trump hatte zuvor vorgeschlagen, die heimische Kernstromproduktion in den nächsten 25 Jahren zu verdreifachen, und mehrere Exekutivanordnungen zur Beschleunigung der Kernenergieentwicklung unterzeichnet. Die derzeitige Regierung fördert gleichzeitig neue Nukleartechnologien wie kleine modulare Reaktoren. Dan Sumner, Präsident und CEO von Westinghouse Electric, erklärte, dass die Kernenergie im „Flottenmaßstab“ industrialisiert werden müsse, wenn die USA in den Bereichen Künstliche Intelligenz, fortschrittliche Fertigung und im nächsten Wettbewerb der Industrien führend bleiben wollten.

Der Ausbau der Kernenergie stößt jedoch auch auf Kritik. Gegner argumentieren, dass große Kernreaktoren teurer seien und höhere Baukostenrisiken als andere kohlenstoffarme Energiequellen aufwiesen; einige Bundesstaaten hätten den Bau neuer Kernkraftwerke bereits eingeschränkt oder verboten. Travis Fisher, Direktor für Energie- und Umweltpolitikforschung am libertären Cato Institute, erklärte, dass das Energieministerium zwar befugt sei, entsprechende Kreditgarantien zu vergeben, die Exekutive sich jedoch nicht zu tief in die Stromwirtschaft einmischen sollte. Seiner Ansicht nach sollten bundesstaatliche Hürden und energiepolitische Verzerrungen auf Bundesebene beseitigt werden, damit Unternehmen Kraftwerksprojekte realisieren könnten, die den Markttest bestehen.

Die US-Regierung schätzt, dass der Stromverbrauch von Rechenzentren im Jahr 2024 bereits 4 bis 5 Prozent des nationalen Stromverbrauchs ausmachte und dieser Anteil bis 2028 fast verdreifacht werden könnte. Einige Analysten erwarten, dass der gesamte US-Stromverbrauch in den nächsten zehn Jahren um bis zu 20 Prozent steigen könnte, wobei Rechenzentren einer der Haupttreiber sein werden. Das Energieministerium erklärte, dass diese Kreditunterstützung die Entwicklung der zehn Reaktoren um bis zu drei Jahre beschleunigen und zur Senkung der Baukosten beitragen könne. Versorgungsunternehmen und Westinghouse planen, insgesamt bis zu 5 Milliarden Dollar Eigenkapital in die fünf Doppelblockprojekte zu investieren; das Energieministerium plant, bis zu 17,5 Milliarden Dollar an Krediten bereitzustellen, was etwa 3,5 Milliarden Dollar Fremdfinanzierung pro Projekt entspricht. Wright zufolge sei das Risiko für die US-Steuerzahler „sehr, sehr gering“.

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