de.wedoany.com-Bericht: Die Volkswagen Group gab am 25. Juni 2026 bekannt, eine exklusive Vereinbarung mit der US-amerikanischen Private-Equity-Gesellschaft Bain Capital getroffen zu haben, um ihre 51-Prozent-Beteiligung an dem Schiffsantriebssystem-Lieferanten Everllence für rund 7,4 Milliarden Euro (etwa 8,4 Milliarden US-Dollar) zu veräußern. Volkswagen plant, mittelfristig als Hauptaktionär mit 49 Prozent beteiligt zu bleiben. Diese Leveraged-Buyout-Transaktion bewertet Everllence insgesamt mit rund 14,5 Milliarden Euro und zählt zu den größten Private-Equity-Deals in Europa im Jahr 2026.
Everllence mit Hauptsitz in Deutschland ist ein weltweit führender Hersteller von Großmotoren, Turbomaschinen und Dekarbonisierungslösungen. Das Unternehmen beschäftigt rund 16.000 Mitarbeiter an über 140 Standorten weltweit und erzielte 2025 einen Umsatz von etwa 4,9 Milliarden Euro. Das ehemalige Unternehmen MAN Energy Solutions wurde im Juni 2025 in Everllence umbenannt. Everllence liefert Antriebssysteme für Frachtschiffe, Schlepper und Stromerzeugungsanlagen sowie Dekarbonisierungslösungen für Rechenzentren und die Energiebranche. Die Geschäftsfelder umfassen die drei Bereiche Schifffahrt, Energie und Industrie. In den letzten Jahren verzeichnete das Unternehmen dank der Energiewende, des globalen Ausbaus der Infrastruktur und der durch Rechenzentren gestiegenen Stromnachfrage Rekordauftragsbestände.
Für Volkswagen stellt dieser Verkauf einen entscheidenden Schritt zur Straffung des Portfolios und zur Fokussierung auf die Elektrifizierungsstrategie dar. Volkswagen hat zugesagt, bis 2028 120 Milliarden Euro in die Elektrifizierung der Modellpalette, den Bau von Batteriefabriken und die Entwicklung von Automobilsoftware zu investieren. Finanzvorstand Arno Antlitz erklärte, die Partnerschaft mit Bain Capital werde es Everllence ermöglichen, seine Wachstumsstrategie eigenständig voranzutreiben und gleichzeitig seine technologische Führungsposition zu behaupten. Bain Capital plant, in den Ausbau des Servicenetzes der Sparte und die Entwicklung emissionsarmer Motorentechnologien zu investieren, um den zunehmend strengeren Vorschriften der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation gerecht zu werden.
Der Abschluss der Transaktion wird für das vierte Quartal 2026 erwartet. Sie bedarf noch der Genehmigung durch die Kartellbehörden der EU, der USA und Chinas sowie der Erfüllung der Informations- und Konsultationspflichten gegenüber den Arbeitnehmervertretungsorganen nach französischem und anderem nationalem Recht. Goldman Sachs berät Volkswagen bei dem Verkauf, JPMorgan Chase berät Bain Capital.
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